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Drolshagen, 25. März 2018

Initiative gedenkt Drolshagener Nazi-Opfern

Diese Aufnahme aus dem Jahre 1910 zeigt die rückwärtige Ansicht der fertiggestellten Gebäude der Schwersternniederlassung mit dem Totenkapellchen und dem neu angelegten Kreuzweg.
Diese Aufnahme aus dem Jahre 1910 zeigt die rückwärtige Ansicht der fertiggestellten Gebäude der Schwersternniederlassung mit dem Totenkapellchen und dem neu angelegten Kreuzweg.
Foto: GFO
Drolshagen. Die Erinnerungsinitiative „Nazi-Opfer in Drolshagen“ lädt für Montag, 9. April, zu einer Gedenkveranstaltung in die Caféteria des St.-Gerhardus-Hauses ein. Damit soll der 77 Frauen gedacht werden, die vor 75 Jahren deportiert und schließlich umgebracht wurden.
In der Ankündigung der Gedenkveranstaltung heißt es: „Als im Frühjahr 1943 ein Teil des St. Gerhardus-Hospitals Drolshagen in ein Reservelazarett der Wehrmacht umgewandelt werden sollte, wurde hierfür die Station St.-Joseph, damals Abteilung für Epilepsie und Geisteskrankheiten, geräumt. Am Morgen des 9. April kam es deswegen zum Abtransport von insgesamt 77 weiblichen Kranken in die Provinzial-Heilanstalt Marsberg – für über 30 von ihnen war dies die erste Station eines Weges, an dessen Ende deren Ermordung stand. Dieser Tag jährt sich am 9. April 2018 zum 75. Mal und gehört sicherlich zu den dunkelsten Tagen der Geschichte Drolshagens.“ 

Die Gedenkveranstaltung in der Caféteria beginnt um 19 Uhr mit einer Einführung inklusive Wortgottesdienst. Daran werden sich auch Schwester Magdalena und ein Vertreter der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskannerinnen zu Olpe (GFO) beteiligen. „Anschließend wollen wir gemeinsam und in erinnerndem Gedenken den Weg auf genau der Strecke gehen, den die behinderten Menschen damals am frühen Morgen zum Bahnhof gehen mussten. Dort wird es einen kurzen besinnlichen Abschluss geben. Wir freuen uns über jeden, der teilnimmt“, teilt die Initiative weiter mit.
(LP)

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