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Attendorn, Attendorn, 29. Juni 2016

L512: Tragkraft der Ihnetalbrücke nicht mehr aus / Einspurige Regelung ab Freitag

Halbseitige Sperrung der „Lebensader“

Ihnetalbrücke ab 1. Juli halbseitig gesperrt
Symbolfoto: Nils Dinkel
Bis zu 12.000 Fahrzeuge überqueren täglich die Ihnetalbrücke im Verlauf der L512 zwischen Attendorn und Olpe, darunter zahlreiche Lastkraftwagen. Eine Verkehrsbelastung, für die die Tragkraft der Brücke allerdings nicht mehr ausreicht. Das haben Nachberechnungen des Landesbetriebs Straßen.NRW ergeben. Konsequenz: Ab kommenden Freitag, 1. Juli, wird die Brücke voraussichtlich für ein halbes Jahr halbseitig für den Verkehr gesperrt.

„Das kommt für uns überraschend, das kam auch für den Landesbetrieb überraschend. Und es ist eine fiese Stelle, weil die Baustelle natürlich an einem Knotenpunkt liegt. Aber die Sicherheit geht vor, weil vor allem die Außenbereiche der Brücke den Berechnungen zufolge als neuralgische Stellen gelten“, sagt Tom Kleine, Pressesprecher der Hansestadt, auf Anfrage von LokalPlus. Aus diesem Grund soll der Schwerlastverkehr auch ab Freitag über die Mitte der Brücke geleitet werden, die Bürgermeister Christian Pospischil als „Lebensader“ der Stadt bezeichnet.

Die Tragkraft der 1959 erbauten Talbrücke sei für das heutige Verkehrsaufkommen nicht mehr ausreichend. „Daher muss schnellstmöglich dafür gesorgt werden, dass sich Lkw-Verkehre auf der Brücke nicht mehr begegnen“, teilt Straßen.NRW mit. Zu diesem Zweck soll ab Freitag eine einspurige Verkehrsführung auf der Brücke gelten, voraussichtlich für sechs Monate. In dieser Zeit soll ein Traggerüst entstehen, das der Brücke zusätzliche Stabilität verleiht und wohl ab Winter wieder eine zweispurige Verkehrsführung auf dem Bauwerk ermöglicht. In Parallellage dazu soll außerdem eine neue Brücke über die Ihne und die Bahngleise gebaut werden; entsprechende Planungen liefen bereits, so Straßen.NRW weiter. 70 Sekunden Grünphase Neben der einspurigen Verkehrsführung, die voraussichtlich ab Freitagvormittag gilt, soll die Einmündungsanlage L539/L512 vorgezogen werden – vor die Ihnetalbrücke. Vor jeder Zufahrt regelt eine Ampelanlage den Verkehr, für die der Landesbetrieb „große Umlaufzeiten“ gewählt hat. Das bedeute Grünphasen mit einer Dauer von rund 70 Sekunden. Bei hohem Verkehrsaufkommen könnten sich dann Wartezeiten vor der Ampel von etwa drei Minuten ergeben, erklärt Straßen.NRW.

Die halbseitige Sperrung der Ihnetalbrücke führt außerdem zu einer stadtinternen Umleitung für Fahrten aus Richtung Attendorn und zur Justizvollzugsanstalt und den benachbarten Firmen über Neu-Listernohl. Die Signalanlage Fernholte nämlich soll für die sechs Monate abgeschaltet werden, um einen Rückstau in den Ihneknoten zu verhindern. Damit fällt hier die Spur für Linksabbieger weg.
Ab dem 1. Juli 2016 und mindestens für ein halbes Jahr kommt es aufgrund des Neubaus der Ihnetalbrücke zu erheblichen Verkehrsbehinderungen am Knotenpunkt der L 512 (Attendorn-Olpe) und der L 539 (Attendorn-Meinerzhagen).
Verkehrsteilnehmer, die außerhalb Attendorns in Richtung Ihnetalbrücke unterwegs sind, sollen über große Hinweistafeln auf Baumaßnahme und Sperrung aufmerksam gemacht werden: Die Schilder sollen an der Ronnewinkeler Talbrücke und am Kreisverkehr Sondern aufgestellt werden, teilt Straßen.NRW weiter mit.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

Bildergalerie: Halbseitige Sperrung der „Lebensader“