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Attendorn, 14. Januar 2017

Kino in Attendorn möglicherweise bald Realität

DRK und Stadt begrüßen zahlreiche Gäste

Bürgermeister Christian Pospischil stellte seine Pläne für 2017 vor.
Bürgermeister Christian Pospischil stellte seine Pläne für 2017 vor.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Attendorn. Flüchtlinge und ihre Integration standen beim Neujahrsempfang am Freitagabend, 13. Januar, im Attendorner Rathaus im Mittelpunkt aller Reden. Der DRK Ortsverband und die Stadt Attendorn hatten zum 5. Mal geladen und freuten sich über einen gut gefüllten Ratssaal. Vertreter aus Wirtschaft und Politik sowie von Vereinen und Institutionen nutzten diese Plattform, um ins Gespräch zu kommen und im Gespräch zu bleiben.

Zunächst begrüßte Martin Diller, Vorsitzender der DRK Ortsgruppe Attendorn, die Gäste und dankte den vielen Helfern für ihren Einsatz im vergangenen Jahr. Als Gastrednerin konnte er Bettina Wolf, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, begrüßen. Für sie war es der letzte offizielle Termin in dieser Funktion im Kreis Olpe. Sie wird zukünftig in Frankfurt tätig sein.

Wolf hielt einen Vortrag über die berufliche Integration von Flüchtlingen. Dabei betonte sie, dass Qualifikationen und das Erlernen der deutschen Sprache besonders bei jungen Flüchtlinge der Schlüssel zur Integration in der Arbeitswelt sei. „Es braucht seine Zeit, bis eine Integration gelingt“, so das Fazit der Vorsitzenden. Auf Aufnahme folgt Integration Ganz praktisch wurde es anschließend mit Torsten Tillmann, Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Olpe. Er zeigte auf, dass nach der Erstaufnahme von Flüchtlingen, die 2015 im Fokus der Aufgaben des DRK stand, nun die Integration im Mittelpunkt steht. Dabei ginge es besonders um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die zurzeit in einem Haus in Sondern betreut werden. Wie das genau aussieht, dafür standen neben den Betreuungskräften Lisa Wagner und Ramona Stiegelbauer auch die drei Flüchtlinge Achmed (17) aus Guinea, Esmalla (16) aus Afghanistan und Marian (17) aus Serbien Rede und Antwort.

Anschließend hielt Bürgermeister Christian Pospischil seine Neujahrsansprache. Neben einer möglichen Nutzung des alten Bahnhofs (LokalPlus berichtete), ging er auch auf den Bau des Minaretts neben der Moschee ein. Er wusste, dass dieses Thema für Diskussionen sorgen würde. Aber „in einem Land, wo Religionsfreiheit herrscht, darf man auch ein Gotteshaus bauen und seine Religion nicht nur heimlich hinter verschlossenen Türen leben. Wir sollten uns dabei von unserem Grundgesetz leiten lassen und nicht davon, dass in der Türkei Grundrechte zunehmend missachtet werden.“ Minarette seien kein Zeichen islamischer Eroberung. „Das Attendorner Stadtbild wird von Kirchtürmen geprägt. Wenn nun auch ein Minarett im Stadtbild zu sehen ist, so sollten wir dies als Ausdruck der hier herrschenden Religionsfreiheit und Toleranz sehen.“ Kinobetreiber bekundet Interesse am Standort Im Frühjahr werde im Stadtrat auch die Entscheidung um ein Kino getroffen, gab der Bürgermeister bekannt. „Tatsächlich ist ein Kinobetreiber gefunden, der Interesse am Standort Attendorn hat. Ein Kino wäre nicht nur eine Bereicherung, es würde auch der Gastronomie in Attendorn enorm helfen und den Freizeitwert der Stadt steigern.“ Nun müssten die betriebswirtschaftlichen Enden aneinander kommen. „Das ist unser Ziel.“

Haushalt, Innenstadtentwicklungskonzept, Alte Post, Industriegebiet Eckenbachtal, Windkraft und ehrenamtliches Engagement gehörten zu den weiteren Punkten beim Ausblick auf 2017.
Zukunftsvision „Ich habe eine Vision für Attendorn“, schloss Pospischil seine Ansprache. „2022 bummele ich nachmittags durch die Stadt, shoppe bei alteingesessenen Einzelhändlern mit hoher Servicequalität, aber auch bei neu angesiedelten Frequenzbringern, esse in einem schönen Café in der Fußgängerzone, gehe abends ins Kino oder zu einem Kabarett- oder Konzertabend im Bahnhof.“
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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