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Attendorn, 18. April 2018

Nach CDU-Antrag

Attendorn verzichtet auf Einführung von Hundekot-Bußgeld

Stadt verzichtet auf Einführung von Hundekot-Bußgeld
Foto: © Hansestadt Attendorn
Attendorn. Sensibilisieren statt kassieren: Die Stadt Attendorn verzichtet auf die Einführung eines Hundekot-Bußgelds. Stattdessen sollen mehr Informationen und zusätzliche „Dog Stations“ künftig dazu beitragen, dass Hundehalter die Ausscheidungen ihrer Tiere gewissenhafter entsorgen. Darauf haben sich die Mitglieder des Haushalts- und Finanzausschusses am Mittwoch, 18. April, verständigt.

Wegen zahlreicher Beschwerden über nicht entsorgten Hundekot hatte die CDU-Fraktion die Verwaltung im März damit beauftragt, die Einführung eines Bußgelds zu prüfen (LokalPlus berichtete). Der Antrag löste in Attendorn und den sozialen Netzwerken rege Diskussionen aus. Damit sei bereits viel erreicht, sagte CDU-Fraktionschef Wolfgang Teipel am Mittwoch und sprach von einem stadtweiten Problem. „Man sollte nichts unversucht lassen, was aber nicht bedeuten soll, dass sich das Ordnungsamt jetzt auf die Lauer legen soll“, so Teipel.

Bürgermeister Christian Pospischil wies darauf hin, dass das Ordnungsamt bereits jetzt Verwarngelder in Höhe von 5 bis 55 Euro verhängen könne. Die Strafzahlungen würden bislang selten und „eher im unteren Bereich“ verhängt. Im Wiederholungsfall dürften laut Ordnungsrecht aber ohnehin schon Bußgelder ausgesprochen werden. „Das sollte aber die letzte Maßnahme sein“, sagte Pospischil. Gleichwohl räumte der Bürgermeister ein, „dass wir reagieren müssen, um dem Problem Herr zu werden“. Mehr „Dog Stations“ Jetzt soll die Öffentlichkeit stärker für das Thema sensibilisiert werden. Hundehalter sollen künftig mit dem Hundesteuerbescheid ein Info-Blatt zur ordnungsgemäßen Entsorgung von Kot erhalten. Außerdem sollen die Standorte der derzeit 31 Spendenboxen für Hundekotbeutel demnächst über die Homepage der Stadt Attendorn zu finden sein.

Die Verwaltung sei auch bereit, weitere „Dog Stations“ aufzustellen, sagte Pospischil. Hierfür kämen unter anderem der Bereich auf den Wällen und die „Niederste Straße“ infrage. Keine Zustimmung fand dagegen der CDU-Vorschlag, dass Hundekotbeutel künftig auch im Einzelhandel erhältlich sein sollen.
Ein Artikel von Sven Prillwitz und Barbara Sander-Graetz

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