Nachrichten Politik
Attendorn, 08. November 2018

Einstimmiges Ratsvotum

Attendorn und Rawicz beschließen Städtepartnerschaft

Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil (rechts) und sein Amtskollege aus Rawicz, Grzegorz Kubik, bei einem früheren Treffen.
Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil (rechts) und sein Amtskollege aus Rawicz, Grzegorz Kubik, bei einem früheren Treffen.
Foto: Hansestadt Attendorn
Attendorn. Einstimmig hat der Rat der Stadt Attendorn am Mittwoch, 7. November, beschlossen, eine Partnerschaft mit der polnischen Stadt Rawicz einzugehen. „Das ist heute die Verlobung“, sagte Bürgermeister Christian Pospischil, denn auch von polnischer Seite gibt es grünes Licht für diese Verbindung. Ein Termin für die „Hochzeit" soll zeitnah bekanntgegeben werden.

„Bisher hat die Stadt Attendorn eine ergebnislose Geschichte im Bereich Städtepartnerschaft vorzuweisen“, hatte Pospischil zuvor gesagt. „Doch das hat sich geändert, seitdem wir vor rund eineinhalb Jahren Kontakt mit Rawicz aufgenommen haben.“ Rawicz ist eine Kreisstadt, rund 115 Kiloemter südlich von Posen gelegen. Gegenseitige Besuche, „die nicht nur im Rathaus hängenblieben“, so der Bürgermeister, hätten die gegenseitigen Bemühungen ebider Kommunen gestärkt.

Hinzu kämen grundsätzlich gute Voraussetzungen, da Rawicz mit seinen 30.000 Einwohnern eine ähnliche Struktur wie Attendorn habe. Wie die Hansestadt verfüge auch die polnische Kommune über ein reiches gesellschaftliches, sportliches und kulturelles Leben. Und auch im wirtschaftlichen Bereich seien „Kooperationsansätze ausgemacht“ worden, so Pospischil. Im Sinne der Völkerverständigung „Vor dem Hintergrund der aktuell schwierigen europäischen Entwicklung bleibt es gerade in der jetzigen Situation wichtig, Völkerverständigung von unten zu leben und die kommunale Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg zu fördern“, erklärte der Bürgermeister zudem.  

Gregor Stuhldreier (SP) lobte die Verwaltung für die gute Arbeit in diesem Bereich. Uli Selter (CDU) schloss sich dem Lob an und freute sich auf die Partnerschaft, „bei der auch die Chemie auf allen Ebenen wie Schule, Sport und Kultur stimmt.“

Marius Becker (FDP/Die Grünen) betonte, dass vor Jahren eine Städtepartnerschaft  „nice to have“ gewesen wäre. Heute sei sie notwendig, um Brücken zur Völkerverständigung zu bauen, besonderes in Zeiten nationaler Tendenzen. „Manche Ehen sind schon  mit schlechteren Voraussetzungen geschlossen worden“, so Becker. Verein könnte sich um Pflege der Partnerschaft kümmern Beschlossen wurde neben der Umsetzung der Partnerschaft auch, zeitnah die organisatorische Umsetzung in einer zivilgesellschaftlichen Form zu prüfen - etwa durch die Gründung eines Vereins, der nicht nur die Partnerschaft mit Rawicz pflegen soll. Der Verein soll auch offen dafür sein, weitere Beziehungen auf internationaler Ebene zu fördern.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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