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Attendorn, 14. Dezember 2017

Haushaltsentwurf 2018

Attendorn fehlen Ende 2018 rund 2,5 Millionen Euro

Attendorn fehlen Ende 2018 rund 2,5 Millionen Euro
Attendorn. Einstimmig hat der Rat der Stadt Attendorn am Mittwoch, 13. Dezember, den Haushaltsentwurf für 2018 verabschiedet. Das Zahlenwerk sieht zwar einen Fehlbetrag von knapp 2,5 Millionen Euro vor, aber auch Investitionen in Höhe von 21,4 Millionen Euro.

Die Erträge für das kommende Haushaltsjahr belaufen sich auf insgesamt 82,07 Millionen, die Aufwendungen hingegen auf 84,59 Millionen Euro. Macht unterm Strich ein Minus von ca. 2,5 Millionen Euro. Für das laufende Haushaltsjahr waren rund 5 Millionen Euro als Fehlbetrag prognostiziert worden. Der Haushalt 2018 gilt als fiktiv ausgeglichen, weil die Hansestadt das Minus aus der Ausgleichsrücklage finanzieren kann.

Als wesentliche Ursache für das erwartete negative Gesamtergebnis nannten Kämmerer Klaus Hesener und Bürgermeister Christian Pospischil die erneut sehr hohe Belastung durch die Kreisumlage. Voraussichtlich 33,7 Millionen Euro gehen im kommenden Jahr aus Attendorn an den Kreis – ein neuer Höchstwert. Damit seien auch die Ersparnisse, die die Hansestadt durch die „erfreuliche“ Abschaffung der Abundanzumlage („Kommunal-Soli“) hat, „mehr als aufgezehrt“. Abgabenerträge: Lediglich ein Drittel bleibt Wie gewaltig die Umlagebelastung für Attendorn ausfällt, machten Pospischil und Hesener an folgender Rechnung deutlich: Die kompletten Abgabenerträge (Grundsteuer, Gewerbesteuer, Vergnügungssteuer, Hundesteuer, Anteile an der Einkommen- und Umsatzsteuer sowie Kompensationsleistungen zur Einkommensteuer) der Hansestadt belaufen sich auf rund 56,7 Millionen Euro. Nach Abzug der Umlagebelastung durch Kreisumlage und Gewerbesteuer – insgesamt 39,7 Millionen Euro – bleiben der Kommune für den eigenen Haushalt lediglich noch 17,2 Millionen Euro und damit weniger als ein Drittel.

Wichtigste Einnahmequelle der Stadt bleibt die Gewerbesteuer: Der Ansatz für 2018 sieht Einnahmen in Höhe von 35 Millionen Euro vor. Die Einkommenssteuer bringt 13,3 Millionen Euro ein. Neben den Abschreibungen und der Kreisumlage stellen die Personal- und Versorgungsaufwendungen mit insgesamt knapp 13,5 Millionen Euro (Vorjahr: 12,8) einen weiteren großen Aufwandsblock im Ergebnisplan 2018 dar. Ausgleichsrücklage wird weiter beansprucht Die Ausgleichsrücklage beläuft sich derzeit auf ca, 59,3 Millionen Euro – und wird sich kurz- und mittelfristig verringern: Für 2017 zeichnet sich ein Minus von rund 300.000 Euro ab. Durch das erwartete Defizit im Ergebnisplan für das Jahr 2018 wird sich die Ausgleichsrücklage zum 31.12.2017 nochmals um rund 2,5 Mio. Euro auf dann 56,4 Millionen Euro vermindern. Die Planung weist zumindest in den Jahren 2019 und 2021 Fehlbeträge aus und führt dann zu einer weiteren Reduzierung der Ausgleichsrücklage. Das städtische Eigenkapital bleibt hingegen bei einem Stand von 118,6 Millionen Euro.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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