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Attendorn, 29. März 2017

Diskussionen um östlichen Teilneubau

Alter Bahnhof Attendorn: Rat stimmt für Erhalt und kulturelle Nutzung

Die Zukunft des Alten Bahnhofs in Attendorn ist nach jahrelangen Diskussionen geklärt.
Die Zukunft des Alten Bahnhofs in Attendorn ist nach jahrelangen Diskussionen geklärt.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Attendorn. Die Zukunft des Alten Bahnhofs in Attendorn ist geklärt: Der Rat der Stadt Attendorn hat am Mittwoch, 29. März, bei einer Enthaltung beschlossen, die Immobilie weitestgehend zu erhalten. Der mittlere und östliche Gebäudeteil werden abgerissen, hier entstehen ein Multifunktionsraum für Vereine und ein Neubau, in dem das Jugendzentrum seinen Platz finden soll. Zudem wird die Gaststätte, die sich in dem Gebäude befindet, saniert.

Schon die Mitglieder des Hauptausschusses hatten am 15. März beim Tagesordnungspunkt „Weiterverwendung des Gebäudes Alter Bahnhof“ um den Punkt 2c in der Beschlussvorlage heftig diskutiert: „Der Mitteltrakt und der östliche Teil des Gebäudes werden vollständig abgerissen. An dessen Stelle entsteht ein neuer Anbau.“ Abriss ja, doch wie soll der neue Anbau gestaltet werden? Diese Diskussion wurde am Mittwoch vor der Entscheidungsfindung fortgesetzt.

Eigentlich lagen die Fraktionen in ihren Vorstellungen erneut nicht weit auseinander. Aber: Die SPD wollte einen Neubau des östlichen Gebäudeteils „im Stil des Bestandsgebäudes“. Die CDU hingegen sprach sich zunächst für ein Raumkonzept aus, um dann mit den Planungen zu beginnen. Dabei sollte unter verschiedenen Varianten die beste ausgewählt werden. Dabei war es auch der CDU wichtig, dass der Neubau erkennen lassen sollte, dass es sich um den ehemaligen Bahnhof handelt. SPD für „klare Kante“, CDU für Optionen Während SPD-Fraktionschef Gregor Stuhldreier an alle appellierte, dem SPD-Vorschlag in Sachen Neubau zu folgen „und klare Kante zu zeigen“, setzte die CDU als auf die Karte Optionen. Marius Becker von den Grünen kam dann ins Schwärmen, wie es alles mal aussehen könnte, wenn der Bahnhof fertig sein wird: „Ich habe die Vision 2022 von einer pulsierenden Stadt, mit der Alten Post, möglicherweise einem Kino, einem Kultur- und Begegnungszentrum im Alten Bahnhof.“ Die Jugend sei zentral in der Stadt und nicht mehr am Heggener Weg in einem Gebäude, das „den Charme der alten DDR hat“.

Letztendlich setzte sich der SPD-Vorschlag dank der UWG-Stimmen knapp mit 18:16 Stimmen bei einer Enthaltung durch. Das heißt: Der östliche Gebäudeteil wird „im Stil des Bestandsgebäudes“ neu gebaut. Über die weiteren Punkte indes herrschte Einigkeit, darunter auch die Sanierung der im Bahnhof befindlichen Gaststätte. Pospischil: „Konkrete Zielrichtung“ Auch Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil betonte, für das Bahnhofsgebäude endlich „eine konkrete Zielrichtung“ zu sehen. Die Stadt ist in Besitz des Bahnhofes und bleibt es auch. Im Multifunktionsraum sei eine Nutzung von Vereinen und Organisationen ausdrücklich erwünscht. „Ich habe für die Planungen viel Zuspruch erfahren“, freute sich der Bürgermeister, „denn die Richtung stimmt.“

Der weitere Fahrplan für den Bahnhof: Bis Herbst soll ein Betreiber- und Investitionskonzept erstellt werden, damit im kommenden Jahr Mittel in den Haushalt eingestellt werden können. Baubeginn wäre dann 2019. „Das ist das Ende von endlosen Planungsschleifen und ergebnislosen Diskussionen“, sagte Pospischil.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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