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Olpe, 31. Oktober 2016

1540 Euro für den guten Zweck

Musik für Kolumbien

Der Jugendchor
Der Jugendchor "Chorios" und Musikstudenten der Universität Siegen musizierten für den guten Zweck.
Foto: Ina Hoffmann
Olpe. Anlässlich des fünften Jahrestags der Gründung hatte der Verein „Lazos de amistad - Bänder der Freundschaft“ für Sonntag, 30. Oktober, zu einem Benefizkonzert in die St. Marien Kirche in Olpe eingeladen. Unter dem Motto „Musik für Kolumbien“ zeigten junge Musiker und Sänger ihr Können - und sammelten damit Geld für sozial benachteiligte Jugendliche in Kolumbien.

Die Sänger und Musiker hatten sich ein straffes Programm vorgenommen: gleich zwei Benefizkonzerte an einem Tag. Nachdem bereits nachmittags ein Konzert in Siegen veranstaltet wurde, wurde in der St. Marien Kirche in Olpe gleich noch einmal für den guten Zweck gesungen.

Der Jugendchor „Chorios“ aus Olpe unter der Leitung von Teresa Braun, begleitet von Florian Becker am Keyboard, gab an diesem Abend moderne Stücke wie „Sweet Dreams“ von den Eurythmics oder „May it be“ aus den „Herr der Ringe“-Filmen zum Besten. Eigens für diesen Abend hatte sich ein Quartett aus vier Musikstudenten der Universität Siegen zusammengefunden, um gemeinsam für den guten Zweck zu singen: So überzeugten Teresa Braun, Julia Dörr, Nils Hientzsch und Michael Theis mit stimmgewaltig vorgetragenen Stücken aus aller Welt.

Die gesanglichen Darbietungen wurden durch ein anspruchsvolles instrumentales Programm ergänzt: Die Musikstudentin Louisa Hadem spielte gemeinsam mit Julia Dörr am Keyboard eine anspruchsvolle Violinsonate von Ludwig van Beethoven. Chance auf Bildung „Lazos de amistad“-Gründer Alexander Sieler führte an diesem Abend durch das Programm und erläuterte, wie die Spenden der Besucher eingesetzt werden. Der Eintritt zum Konzert war für die Zuhörer kostenlos. Dafür wurde um Spenden für die jungen Kolumbianer gebeten, die seit fünf Jahren von dem Verein unterstützt werden. Alexander Sieler kennt durch längere Auslandaufenthalte und zahlreiche Besuche in Lateinamerika die Armut in diesen Ländern und hat sich, gemeinsam mit den 60 Vereinsmitgliedern, das Ziel gesetzt, sozial benachteiligten Jugendlichen eine Chance auf bessere Bildung zu ermöglichen. „Wir erhalten oft Nachrichten von den Geförderten, die unendlichen dankbar sind, durch die Spenden eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren zu können. Denn nur zwölf Prozent derer, die in Kolumbien ein Studium beginnen, können dieses auch abschließen. Durch die Spenden wird geholfen, dass die geförderten Kolumbianer ihren Studienabschluss erreichen“, erklärte Alexander Sieler. Die individuelle Förderung wird an die persönlichen Bedürfnisse der Studierenden und Auszubildenden angepasst.

Besonderer Wert wird auf eine enge Partnerschaft zwischen den Geförderten und den Verantwortlichen in Kolumbien und Deutschland gelegt, weshalb ein regelmäßiger Austausch stattfindet. So ist auch im Moment ein Mitglied von „Lazos de amistad“ vor Ort in Kolumbien, um sich mit den Verantwortlichen vor Ort auszutauschen. Kolumbianerin berichtet Durch das Benefizkonzert wurde auch die junge Studentin Sara Chavarro auf den Verein aufmerksam. Die Kolumbianerin kam vor einem halben Jahr nach Deutschland, um an der Universität Siegen ihren Master in Elektrotechnik zu absolvieren. Sie erzählte den Besuchern von der Armut in den Slums und der Hoffnungslosigkeit vieler junger Menschen. Jetzt möchte sie den Verein unterstützen, um anderen Studenten aus ihrer Heimat eine Chance zu geben, ihren Abschluss zu erreichen.

Denn sie weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer das ist: „In Kolumbien gibt es fast nur private Universitäten und da ist die Ausbildung sehr teuer. Hätte ich mein Studium dort absolviert, hätte ich dafür 20.000 Euro bezahlen müssen. Das Geld habe ich aber nicht“, berichtete Sara Chavarro.
"Lazos de amistad"-Gründer Alexander Sieler und Sara Chavarro aus Kolumbien
Zusätzlich zur Gründungsgruppe des Vereins in Finnentrop wurden auf Anregung von Gründer Alexander Sieler auch Ortsgruppen in Siegen und Münster gegründet, die in ihren Städten ebenfalls verschiedene Aktionen wie Flohmärkte oder Waffelverkäufe durchführen, um Spenden für die kolumbianischen Jugendlichen zu sammeln.

An diesem Abend wurden bei den beiden Benefizkonzerten gut 1540 Euro gespendet. "Das gesamte Geld geht natürlich an unsere geförderten Kolumbianer. Alle, die bei den Konzerten mitgewirkt haben, engagieren sich ehrenamtlich für unseren Verein", freut sich Alexander Sieler über die Spendenbereitschaft.
Ein Artikel von Ina Hoffmann

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