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Lennestadt, 19. August 2017

Samstagabend: Weniger Stadtfest-Besucher als in den Vorjahren

„Side Walk DiscoRockerz“ verwandeln Marktplatz in Party-Gelände

Das Publikum auf dem Marktplatz feierte mit den „Side Walk DiscoRockerz“ auch im dritten Jahr in Folge eine Live-Party.
Das Publikum auf dem Marktplatz feierte mit den „Side Walk DiscoRockerz“ auch im dritten Jahr in Folge eine Live-Party.
Foto: Sven Prillwitz
Lennestadt. Die Stimmung war gut, das Wetter spielte mit – und doch waren es merklich weniger Stadtfest-Besucher als in den Vorjahren, die am Samstagabend, 19. August, im Ortskern von Altenhundem feierten. Als Party-Mittelpunkt erwies sich der Marktplatz, wo es beim Auftritt der „Side Walk DiscoRockerz“ kaum noch ein Durchkommen gab.

„TNT“ von AC/DC, „Wannabee“ von den Spice Girls, „Smells Like Teen Spirit“ von Nirvana und „I Love It (I Don´t Care)“ von Icona Pop – und das alles, zusammen mit weiteren Schnipseln bekannter Songs, verpackt zu einem Medley. Eine ungewöhnliche Mischung. Eine partytaugliche Mischung, die funktioniert: Der Marktplatz ist rappelvoll, vor allem die Zuhörer in den ersten Reihen tanzen und hüpfen, klatschen und singen mit. Und auf der Bühne sprühen die „Side Walk DiscoRockerz“ förmlich vor Spielfreude, Energie und guter Laune.

Im dritten Jahr in Folge tritt die Coverband beim Lennestädter Stadtfest als Headliner auf dem Marktplatz auf. Im dritten Jahr in Folge erweisen sich die Musiker um das dynamische Frontduo Jenny Palm und Jürgen Halfell als Stimmungsgaranten, als Party-Granaten, und räumen richtig ab mit ihrem Streifzug durch die internationalen Hits der Rock- und Popmusik. Wieder einmal. Den Job des Anheizers hat zuvor die Gruppe „Das Wunder“ gut erledigt. Die Bühne am Marktplatz ist im Vergleich mit den drei anderen Stationen für Live-Musik an diesem Samstagabend in Altenhundem klarer Punktsieger, was die Menge an Publikum und die Stimmung angeht. Gut gefüllt ist auch der Platz vor dem Hit-Markt, wo die OT-Bühne aufgebaut ist. Wo sich beim Stadtfest traditionell die alternative Szene aus Lennestadt und Umgebung trifft. Als die dritte von insgesamt vier Bands an diesem Abend, „Zeitgeist“ aus Wuppertal, die Bühne entert, liegen noch ein paar Meter „Sicherheitsabstand“ zwischen Zuhörern und Musikern. Letztere lassen sich davon nicht beeindrucken, als sie mit ihrem Mix aus Alternative Rock und Post Hardcore mit deutschen Texten losballern. Und kündigen nach dem ersten, mit höflichem Applaus bedachten Song an, dafür sorgen zu wollen, dass sich der Abstand verkleinert.

Vor dem Fünfspanner aus Wuppertal haben die Norweger von „Hepatit-X“ Punk- und Stoner Rock über den Platz gejagt, gefolgt von Melodic Hardcore der Siegener Band „Whiteriver“. Gewohnt harte bis knallharte Klänge auf der OT-Bühne. Zum Finale geht´s vergleichsweise entspannt zu mit „The Tips“ aus Düsseldorf: Punkrock trifft Reggae und Soul. „Tage wie diese“, der Mega-Erfolg der Toten Hosen aus dem Jahre 2012, dröhnt von der Bühne am Altenhundemer Eck. Die Musiker von „Hörgerät“ sind an der Reihe und arbeiten sich durch deutschsprachige Hits der Genrés Rock und Pop. Einige Zuschauer stehen direkt am Bühnenrand, haben den Kopf in den Nacken gelegt und/oder die Hände in die Luft gereckt und singen die Party-Hymne aus Düsseldorf lauthals mit. Kopfnicken und vereinzelte Tanzbewegungen in den Gruppen von Zuhörern dahinter. An den Imbiss- und Getränkeständen geht es reger und gesprächig zu.

Wenig los ist an diesem Samstagabend auf dem Rathausplatz. Sänger Salva und die Band „La nuova Generazione“ erklären dem Publikum, dass Musizieren nach dem Liebemachen die schönste aller Beschäftigungen sei. Die Musiker legen sich auch ins Zeug, spielen vor allem Italo-Pop á la Eros Ramazzotti, streuen zwischendurch den Andreas-Bourani-Hit „Auf uns“ ein, lassen ihren Charme spielen. So recht will der Funke allerdings nicht überspringen. Zu etwas späterer Stunde haben sich einige Zuhörer näher an die Bühne gewagt, eine Handvoll tanzt sogar. Der Platz vor dem Rathaus bleibt aber ziemlich leer. In den Bierwagen verlebt das Personal einen ruhigen Abend. Abschied für Junggesellin Einen besonderen Abend beim Stadtfest-Samstag erlebt Katharina Hanses auf jeden Fall. Die Lennestädterin feiert ihren Junggesellinnenabschied. Mit fünf Freundinnen zieht die junge Frau, die am kommenden Freitag heiraten wird, von Bühne zu Bühne, verkauft aus ihrem Bauchladen Liköre, Süßigkeiten und weitere Kleinigkeiten an die Stadtfest-Besucher. „Ich bin schon total aufgeregt, aber ich freue mich auf die Trauung“, sagt Hanses, die gerade vom Altenhundemer Eck kommt. An diesem Abend will sie noch einmal richtig mit ihren Mädels feiern – erst vor den Bühnen, hinterher dann noch in einer Kneipe. Das Ziel für das Finale ihres Junggesellinnenabschieds ist offen.
Sechs Tage vor der Hochzeit feierte Katharina Hanses (3. von rechts) mit fünf Freundinnen ihren Junggesellinnenabschied beim Stadtfest.
Wenige Minuten später stehen die junge Frau und ihre Begleiterinnen auf dem Marktplatz in der ersten Reihe. Katharina Hanses stellt den weiter geleerten Bauchladen zwischenzeitlich auf dem Absperrgitter ab. Und singt, tanzt und klatscht zusammen mit ihren Freundinnen, während die „Side Walk DiscoRockerz“ dieses eigenwillige Medley spielen und das Publikum tobt.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

Bildergalerie: „Side Walk DiscoRockerz“ verwandeln Marktplatz in Party-Gelände