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Lennestadt, 18. September 2016

"Nathan der Weise" im Theater der Stadt Lennestadt

"Nathan der Weise" am 28. September 2016 um 20.00 Uhr im Theater der Stadt Lennestadt.
Foto: Constanze Henning
Mit dem Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing mit dem Ensemble des Theaters Poetenpack aus Potsdam beginnt am 28.9.2016 um 20.00 Uhr das Abonnementprogramm der neuen Spielzeit.

Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge. Von einer Geschäftsreise zurückgekehrt, erfährt Nathan, ein reicher Jude, von der wundersamen Rettung seiner Tochter Recha vor dem Feuertod durch einen christlichen Tempelherrn, der seinerseits sein Leben der überraschenden Begnadigung durch Sultan Saladin verdankt.

Nathan lädt den Tempelherrn in sein Haus, damit Recha ihm persönlich Dank sagen kann. Sultan Saladin befindet sich in Geldnot. Er bestellt Nathan zu sich, um dessen Freigebigkeit und allseits bekannte Weisheit zu erproben. Auf seine Frage, welche der drei großen Religionen die richtige sei, antwortet Nathan mit der Parabel von den drei Ringen.

Der tief beeindruckte Saladin erkennt, dass keine Religion als die einzig wahre gelten darf, dass jede sich vielmehr durch stete praktische Humanität bewähren muss, und bietet dem Juden seine Freundschaft an; dieser verspricht Saladin seine Hilfe.
Unterdessen hat sich der Tempelherr in Recha verliebt und begehrt sie zur Frau, doch Nathan verweigert ihm das Mädchen. Als er erfährt, dass Recha gar nicht Nathans Tochter, sondern ein christlich getauftes, von Nathan nur angenommenes Waisenkind ist, wendet er sich an den Patriarchen von Jerusalem.

Dieser christliche Fanatiker will den Juden zu Fall bringen, schickt jedoch zur Untersuchung der Sache eben jenen einfältigen Klosterbruder, der Nathan seinerzeit die elternlose Recha anvertraut hat. Durch ihn erhält Nathan die Gewissheit, dass Recha die Tochter Assads, des verschollenen Bruders Saladins ist, als dessen Sohn der Sultan nun den Tempelherrn erkennt.

So sind also Recha, das Christenmädchen im jüdischen Haus, und der christliche Tempelherr Nichte und Neffe des muselmanischen Sultans und somit Geschwister.Ein Hohelied der Toleranz und Solidarität Lessings dramatisches Gedicht zeichnet Menschen verschiedenen Glaubens als Mitglieder einer einzigen Familie. Es ist in der Theaterliteratur das Hohelied der Toleranz und Solidarität und gehört immer wieder auf den Spielplan, weil es nie etwas von seiner Aktualität verliert. (LP)

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