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Lennestadt, 02. Januar 2017

Museum der Stadt zeigt Exponate von 1850 bis 1950

Kabinettausstellung „Lennestädter Wäscheschatz“ öffnet

Jürgen Kalitzki, Liesel Steffen (Mitte) und Antonia Krihl stellten die neue Ausstellung „Lennestädter Wäscheschatz“ vor.
Jürgen Kalitzki, Liesel Steffen (Mitte) und Antonia Krihl stellten die neue Ausstellung „Lennestädter Wäscheschatz“ vor.
Foto: Christine Schmidt
Grevenbrück. Das Museum der Stadt Lennestadt eröffnet am kommenden Sonntag, 8. Januar, die Kabinettausstellung „Lennestädter Wäscheschatz - Tisch-, Gebrauchs- und Schlaftextilien aus den Jahren 1850 - 1950".

Eine Kaltmangel, eine kleine Küche, lauter Textilien und andere Exponate zieren die Räumlichkeiten des Museums. Ein kleines Kinderbett, Paradekissen und rot-weiße Rolltücher erinnern an Erzählungen der Großeltern. Die mit Liebe zum Detail gestaltete Kabinettsausstellung – Kabinett bedeutet so viel wie kleiner Nebenraum - wurde von einem ehrenamtlichen Team erarbeitet. Liesel Steffen, Antonia Krihl und Inge Knappstein haben jede Menge alter Schätze gesammelt oder geliehen bekommen, um nachzustellen.

Die Idee für diese Ausstellung kam den ehrenamtlichen Helferinnen aus einem Schrank heraus. Dieser Wäscheschrank, der im Webraum des Museums steht, sei in Vergessenheit geraten und solle nun wieder aufleben, erklärt Steffen. In der Zeit von 1850 bis 1950 sei die Aussteuer der Braut nämlich die wichtigste Grundlage für ein gemeinsames Ehe- und Familienleben gewesen. Küchentücher, Bettlaken oder Leinen sei den jungen Frauen mit auf den Weg in die Ehe gegeben worden. Hatten sie wenig von diesem „Wäscheschatz“, galten sie als arm, so Steffen weiter.  In den Räumen des Museums werden den Besuchern die drei Bereiche eines Haushalts von damals vorgestellt: Tisch-, Gebrauchs- und Schlaftextilien. Mehr als hundert Jahre alte Exponate, die größtenteils alle aus Lennestadt und Kirchhundem kommen, finden sich hier wieder. Jeweils nebeneinander werden immer drei „Schätze“ aus den Jahren 1850, 1900 und 1950 präsentiert, um die Unterschiede zwischen den jeweiligen Jahrzehnten erkennbar zu machen. Darüber hinaus gibt es Einblicke in die Technik des Wäscheplättens mit der Kaltmangel und die Monogrammstickerei. Mädchen bekamen damals mit der Monogrammstickerei ihre Initialen auf Kissen oder Tücher gestickt, um zu zeigen, was sie mit in die Ehe brachten.

Die Ausstellung ist bis zum 2. April zu sehen. Bei der Eröffnung am 8. Januar wird  eine offene Führung durch die Dauerausstellung „Moderne Zeiten – Vom Leben im Sauerland 1850 - 1955“ angeboten, die um 15 Uhr beginnt. Anmeldungen sind dazu nicht erforderlich, der Eintritt beträgt pro Person 3 Euro. Kinder können an dieser Führung umsonst teilnehmen.
Ein Artikel von Christine Schmidt

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