Nachrichten Kultur
Lennestadt, 18. Januar 2017

Filmabend der AG „es TUT sich WAS“

„Die Piroge – Die Fahrt über das Meer“ im Lichtspielhaus

Filmabend der AG „es TUT sich WAS“
Symbolfoto: Nils Dinkel
Altenhundem. Das Lichtspielhaus Lennestadt zeigt am Montag, 23. Januar, den Film „Die Piroge – Die Fahrt über das Meer“. Beginn ist um 20 Uhr. Das Werk von Moussa Touré zeigt, welche Situationen 30 Männer aus dem Senegal bei ihrer Überfahrt zu den Kanarischen Inseln erleben. Der Eintritt ist frei.

Die Handlung: Viele Menschen aus dem Ort des Fischers Baye Laye haben den Senegal bereits verlassen, um in Europa ein besseres Leben zu finden. Auch sein jüngerer Bruder Abou träumt davon, in Frankreich Karriere als Musiker zu machen. Zusammen mit etwa 30 Männern aus verschiedenen ethnischen Gruppen, die sich dem Schlepper Lansana anvertraut haben, möchte er in einer Piroge die Überfahrt zu den Kanarischen Inseln wagen.

Baye Laye weiß um die Gefährlichkeit dieses Unternehmens und lässt sich nur seines Bruders wegen dazu überreden, der Kapitän des Bootes zu sein, das in Westafrika traditionell zum Küstenfischfang verwendet wird. Für eine große Reise über das Meer ist es denkbar ungeeignet. In den ersten Tagen der Überfahrt verläuft fast alles nach Plan, doch dann brechen ethnische Spannungen auf und nach einem heftigen Unwetter streikt auch noch der Motor. Der Film vermittelt die wahnsinnige Fahrt auf dem Meer Das unter anderem auf dem Filmfest München 2012 als „Bester Internationaler Film“ ausgezeichnete Werk von Moussa Touré zeigt die AG „es TUT sich WAS“ in ihrer Filmreihe „Weltsichten“. „Der Film vermittelt den Wahnsinn einer solchen Überfahrt anschaulich und filmisch beeindruckend. Die ruhige Kamera ist oft dicht bei den Figuren und trotz des Spannungsaufbaus vermeidet der Film konsequent melodramatische oder überdramatisierte Szenen“, heißt es in der Ankündigung.

Und weiter: „Besonders ergreifend ist eine Szene, in der die Menschen in der kleinen Piroge einer bereits seeuntüchtig gewordenen anderen Piroge begegnen. Im Abspann erinnert der Film daran, dass in den Jahren zuvor bereits Tausende von Menschen bei einer solchen Überfahrt gestorben sind. Er wendet sich zugleich aber gegen das Klischee der „nur“ bösen Schlepper, die aus reiner Profitgier völlig unwissende Menschen auf eine solche Reise schicken.

In der Piroge sitzen auch Menschen, darunter eine blinde Passagierin, die um die Gefahren und die Situation in Europa Bescheid wissen. Nicht zuletzt diese etwas differenziertere Betrachtungsweise, die auch Kritik an den Menschen aus Afrika nicht ausspart, lässt den Film so authentisch wirken und das regt zum wirklichen Nachdenken an, statt nur Betroffenheit zu erzeugen.“
(LP)

Bildergalerie: „Die Piroge – Die Fahrt über das Meer“ im Lichtspielhaus