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Lennestadt, 22. März 2017

Bauchtanz: "jomdance" am 25. März im PZ Meggen als Abschluss der zweijährigen Ausbildung

Christina Hogrebe: "Orientalischer Tanz ist für mich ein Lebensgefühl"

Bereitet sich derzeit auf den Abschluss ihrer zweijährigen Ausbildung zur geprüften
Bereitet sich derzeit auf den Abschluss ihrer zweijährigen Ausbildung zur geprüften "jomdance"-Bühnentänzerin vor: Christina Hogrebe.
Foto: privat
Meggen. Tag für Tag arbeitet Christina Hogrebe als Arzthelferin im Werksarztzentrum in Arnsberg. Doch wenn ihr Arbeitstag zu Ende ist, verwandelt sich die 40-Jährige aus Sundern-Langscheid in Amierah Hazara und widmet ihre Zeit ihrem großen Hobby: dem orientalischen Tanz. Am Samstag, 25. März, beendet sie gemeinsam mit einigen anderen Frauen im PZ in Meggen ihre zweijährige Ausbildung zur jomdance-Bühnentänzerin. Vor ihrem großen Auftritt, mitten in den Proben, hat sie LokalPlus-Mitarbeiterin Kerstin Sauer von ihrer großen Leidenschaft, dem orientalischen Tanz, erzählt.

Wie und wann sind Sie zum orientalischen Tanz gekommen?

Tanzen und Musik begleiten mich schon seit meiner Kindheit (Ballett, Musikschule, Jazzdance, Lateinamerikanische Tänze, Gesellschaftstänze etc.). Ich bin großer Eiskunstlauf-Fan und war auf vielen Meisterschaften in der ganzen Welt als Zuschauerin unterwegs. 1998 hatte mein Lieblingsläufer Alexander Abt aus Russland eine orientalische Kür. Da ich so fasziniert von den Klängen/Rhythmen war, habe ich mich eine Woche später bei der VHS angemeldet und wusste ab der ersten Stunde: Das ist genau mein Ding.

Was ist für Sie das Besondere am Bauchtanz?

Orientalischer Tanz (umgangssprachlich Bauchtanz) bedeutet für mich nicht nur die Aneinanderreihung von Schritten, es ist für mich ein Lebensgefühl, die Möglichkeit sich ausdrücken zu können und  sich mit  viel Spaß selbst zu verwirklichen. Diese besondere Tanzart ist Weiblichkeit pur. Kein Tanz verbindet Technik, Gefühl und Ausdruck so perfekt. Im Grunde genommen ist orientalischer Tanz ein perfektes Fitnesstraining, und zwar nicht nur für den Körper, sondern auch für Geist und Seele. Es gibt sogar einige Schülerinnen, die auf Anraten ihrer Orthopäden zu mir kommen und danach große Besserung verspüren. 
Christina Hogrebe bei einem Auftritt im Franziskus-Seniorenhaus in Elspe. Im Hintergrund einige ihrer Schülerinnen, die sie in der Elsper OT unterrichtet.

Welche Bedeutung hat der Bauchtanz in den Ländern, aus denen er kommt?


Der Ursprung des orientalischen Tanzes lässt sich nicht genau festlegen, die Wissenschaft muss sich auf jahrtausendalte Funde verlassen. Es wird vermutet, dass in vielen Kulturkreisen Formen des Bauchtanzes praktiziert wurden  (Orient, Balkan, Mittelmeerraum, Teile Afrikas) und sich dieser dadurch weit verbreitet hat. Weiterhin geht man davon aus, dass es sich anfänglich um einen Fruchtbarkeitstanz gehandelt haben könnte. Grundsätzlich wird diese Tanzform in der arabischen Welt als Raqus Sharki (Tanz des Ostens) bezeichnet und hat sich über die vielen Jahre in vielerlei Hinsicht weiterentwickelt. Von den ursprünglichen Tanzstilen wie Folklore, Baladi, Saidi, Raqus Sharki sind heute viele Fusionen entstanden, unter anderem auch durch westliche Einflüsse, so dass sich diese spezielle Tanzform stetig weiterentwickelt.

Sie unterrichten Bauchtanz in der OT in Grevenbrück, Mädchen im Alter ab drei Jahren besuchen Ihre Kurse. Was glauben Sie, warum haben die Kinder so einen Spaß daran?

Ich unterrichte ca. 100 Kinder ab drei Jahren, Teens und auch Erwachsene. Ich denke, ich bin ein sehr lebensbejahender und glücklicher Mensch mit meist sehr guter Laune und einer immer positiven Ausstrahlung. Ich liebe meine Schülerinnen über alles und kann mir ein Leben ohne Unterricht nicht mehr vorstellen. Zeitgleich bin ich aber auch sehr konsequent in dem, was ich tue, d. h. der Technikunterricht, ein vernünftiges Warm up und die Synchronität in den Gruppentänzen für Auftritte sind mir genauso wichtig wie freies Tanzen und Rumalbern. Ich denke, die Mischung aus Disziplin und jeder Menge Spaß ist die perfekte Lösung.
Am Samstag, 25. März, findet im PZ im Meggen die Show „jomdance“ statt, die gleichzeitig der Abschluss Ihrer zweijährigen Ausbildung  zur geprüften jomdance-Bühnentänzerin ist. Was haben Sie in den zwei Jahren gelernt?

Eigentlich wollte ich schon seit Ewigkeiten mit dieser Ausbildung beginnen, aber irgendwie war der Zeitpunkt nie der Richtige. Nach vielen Trainingscamps und Workshops bei Said el Amir (Initiator der Ausbildung und Direktor der mobilen Jomdance-Academy) bin ich einfach nur von der Einzigartigkeit und der Didaktik des Unterrichts fasziniert. Und wie durch ein Wunder startete dann 2015 genau zum richtigen Augenblick eine neue Ausbildung in Offenbach. In den vergangenen zwei Jahren bin ich absolut über mich hinausgewachsen und hätte niemals gedacht, was ich tänzerisch nach so vielen Jahren noch aus mir herausholen kann. Ich bin überglücklich, bis zum Schluss dabei sein zu dürfen, und bedanke mich von ganzem Herzen für alles, was ich gelernt habe.

Was erwartet die Besucher am Samstag?

Auf jeden Fall eine Show, die nicht verpasst werden sollte. Es ist eine Show der besondern Art, da sie nicht nur orientalischen Tanz, sondern Fusionen mit vielen anderen Tanzsparten zeigt (Hip Hop, Latin, Modern, Lyrical, usw.). Es wird fantastisch werden, jede der Teilnehmerin zeigt zwei selbst choreographierte Stücke (einen klassisch orientalischen Tanz und ein modernes fusioniertes Stück), außerdem präsentieren wir zwei von Said el Amir choreografierte Gruppentänze.

Begutachtet werden wir durch eine Jury, die uns hoffentlich alle als bestandene Jom-Bühnentänzer entlassen wird. Besonders hervorheben möchte ich noch die Gruppendynamik. Nach zweijähriger Ausbildung, während der wir uns einmal monatlich ein Wochenende lang getroffen haben, sind wir zu einem tollen Team zusammengewachsen, haben geweint, gelacht, gehofft, gebangt. Kaum zu glauben, dass es Samstag vorbei ist.
Ein Artikel von Kerstin Sauer

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