Nachrichten Kultur
Lennestadt, 12. September 2016

Ökumenischer Gottesdienst in der Sauerlandhalle

300 Besucher erinnern an Terroranschläge

Zu den Besuchern zählten auch die ehemaligen Bürgermeister Hubert Nies (links) und Alfons Heimes (rechts).
Zu den Besuchern zählten auch die ehemaligen Bürgermeister Hubert Nies (links) und Alfons Heimes (rechts).
Foto: Nils Dinkel
Altenhundem. Aus einer Reaktion auf die Terroranschläge in New York war am 11. September 2001 die Idee zu einem Lennestädter Friedensgebet entstanden. Daraus ist mittlerweile eine Tradition geworden. Etwa 300 Menschen versammelten sich am Sonntag in der Sauerlandhalle in Altenhundem. Das Gebet fand unter dem Titel "Friedliches Miteinander" statt.

Viele Familien mit ihren Kindern, Geistliche, Bürger und auch Flüchtlinge fanden sich zum friedlichen Beisammensein ein und führten Gespräche. Nedim Kalembasi, Vorsitzender des Arbeitskreises für Integration, eröffnete die Veranstaltung und begrüßte sowohl Gäste als auch Ehrengäste. „Wir sind von der Resonanz überwältigt“, sagte er. Zwischendurch spielte die „Band ohne Namen“ auf der Bühne der Sauerlandhalle.

Es folgte ein Beitrag von Pfarrer Martin Behrensmeyer, evangelischer Pfarrer: „Hier versammeln sich Menschen unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher Kulturen, etc. Was soll da herauskommen? Ein Miteinander und Aufeinanderzugehen“, sagte der Geistliche und spielte darauf das kurz zuvor gesungene „Wir wollen aufstehen“ an, welches die Band unter Mitgesang und Klatschen vortrug. "Wir beten zum selben Herrn"Auch Yunus Kazguc, Imam (Vorbeter) der Ditib Lennestadt, predigte auf der Bühne. Turan Inac übersetzte diese ins Deutsche. In seiner Ansprache ging er unter anderem darauf ein, dass Gott in jeder Religion derselbe sei. „Bedauerlicherweise ist das Zusammenleben mit Hass, Diskriminierung und Rassismus zu einem der Schwierigsten geworden“, sagte der Imam und fragte in die Runde: „Stammen wir nicht alle von Adam und Eva ab? Glauben wir nicht alle an denselben Schöpfergott, und ist ein friedliches Zusammenleben so schwer?“ Die Welt müsse schöner und besser gestaltet werden; es gebe keine zweite, so Kazguc. Bauchtanzgruppe unterhält Besucher Daraufhin kam es zu eigentlichem Anlass, dem Friedensgebet. Dieses lag in mehrere Sprachen übersetzt in der Sauerlandhalle aus. Gemeinsam sprachen die Menschen beim „wohl größten ökumenischen Zusammenhalt“, wie Behrensmeyer es nannte. Bevor der gemütliche Teil eröffnet wurde, sprach Bürgermeister Stefan Hundt einige Worte und auch Nedim Kalembasi wies auf verschiedene Angebote des Arbeitskreises für Integration hin. Im weiteren Programm wurden Kaffee und Kuchen angeboten und eine Bauchtanzgruppe zeigte sich auf der Bühne. Für Kinder war eine Spiel- und Malecke eingerichtet worden. Bisher hatte das Friedensgebet im Pfarrheim Meggen stattgefunden. Im Rahmen der Veranstaltung wurden Spenden für das St. Elisabeth Hospiz gesammelt. 
Ein Artikel von Nils Dinkel

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