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Lennestadt, 08. August 2017

Geographie-Studentin aus Siegen wird in Elspe zur Indianerin

20-Jährige reitet an Winnetous Seite

Johanna Schmidt auf ihrem elf Jahre alten Apalusa-Mischling Wincza.
Johanna Schmidt auf ihrem elf Jahre alten Apalusa-Mischling Wincza.
Foto: privat
Elspe. Hunderte von Bewerbungen landen jedes Jahr auf dem Schreibtisch von Jochen Bludau, Geschäftsführer des Elspe Festivals und Intendant der Karl-May-Festspiele im Sauerland. Es sind Profis darunter, die man aus dem Fernsehen kennt. Aber nicht nur die Hauptrollen wollen besetzt werden. Es gibt nur einen Häuptling, aber eine Menge Indianer. Nur einer einzigen Bewerberin ist es in dieser Saison allerdings gelungen, ein Teil von Deutschlands Wildem Westen zu werden: Johanna Schmidt, 20 Jahre alt und aus Siegen.

„Für mich ist es jedes Mal ein Erlebnis, mit einem solchen tollen Team auf der Bühne zu stehen“, sagt Johanna. 16 Apatschen-Krieger folgen „Winnetou“ in Elspe in den Kampf gegen den Ganoven „Santer“. Einer davon ist die Siegenerin auf ihrem elf Jahre alten Apalusa-Mischling Wincza. „Er wurde in Polen geboren“, erzählt seine Reiterin.

Aber nicht nur die Vierbeiner sind international. „Die Reiter stammen aus fünf Nationen“, zählt Marco Kühne, Chef-Stuntman der Spiele, auf. Bei ihm hat sich Johanna Schmidt vorgestellt. „Ich sitze jetzt seit 39 Jahren im Sattel, da weiß ich bereits, ob jemand richtig reiten kann, wenn er nur das Pferd aus der Box holt“, versichert der 41-Jährige.
Und Johanna muss das gut gemacht haben. Die Liebe zu den Pferden brachte die Geographie-Studentin einst nach Elspe. Zuerst aber nur in den Zuschauerraum. Was das Mädchen auf der Bühne sah, muss sie beeindruckt haben. Drei Jahre lang trainierte die Siegenerin Voltigieren, das Turnen auf dem Rücken von Pferden. Vier Jahre stand Johanna Schmidt mit einem Amateur-Theater auf der Bühne. „Als ich gelesen habe, dass in Elspe Statisten gesucht werden, habe ich mich sofort beworben“, berichtet die Siegenerin.

Ihre Erfahrungen kann sie jetzt gut einsetzen. Die Indianer haben zwar keine sprechende Rolle, sie müssen aber ihre Gefühle mit der Körpersprache ausdrücken: Überraschung, Wut, Zustimmung – die ganze Palette menschlicher Emotionen. Und sie müssen natürlich auch in der Lage sein, in der Gruppe als Apatschen-Horde über die hundert Meter breite Bühne zu galoppieren. „Jede Vorstellung ist anders“, meint Johanna Schmidt. Aber eins ist gleich: Wenn die 4000 Zuschauer den Indianern beim Schussapplaus zujubeln, „dann ist das echt cool“.
Noch bis zum 10. September ist Johanna Schmidt in der Action-Inszenierung von „Winnetou I“ zu sehen. Tickets gibt es im Internet unter www.elspe.de, an der Telefon-Hotline 02721/94 440 oder per E-Mail unter der Adresse tickets@elspe.de sowie per Post: Elspe Festival GmbH, Zur Naturbühne 1, 57368 Lennestadt-Elspe.
(LP)

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