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Lennestadt, 03. September 2017

Headliner „Jaya The Cat“ räumt mit Reggae ab

15. „Rockade Festiwoll“: Begeisterung auf, vor und hinter der Bühne

Über den Tag füllte sich das Festivalgelände oberhalb von Kirchveischede, am Abend schließlich war es voll vor der Bühne.
Über den Tag füllte sich das Festivalgelände oberhalb von Kirchveischede, am Abend schließlich war es voll vor der Bühne.
Fotos: Celine Kebben
Kirchveischede. Jede Menge Pogo, eine „Wall of Death“ und Crowd Surfing als Geburtstagsgeschenk: Nicht nur die Stimmung, sondern auch der Einsatz des Publikums vor der Bühne war am Samstag beim „Rockade Festiwoll“ hervorragend. Und weil auch die insgesamt sieben Bands, die auf der Heide oberhalb von Kirchveischede auftraten, sich in allerbester Spiellaune zeigten, ging auch die 15. Auflage als eine weitere erfolgreiche in die Geschichte des Festivals ein.

Als die bärtigen Musiker von „Jaya The Cat“ im Refrain von „Hello Hangover“ ihren alten Freund begrüßten, den Kater am Tag nach der Party, war es auf der Heide längst voll geworden vor der Bühne. Fußwippen, Kopfnicken, zwischendurch ein bisschen Hüpfen und Pogo. Beim diesjährigen Headliner ging es etwas entspannter zu als zuvor. Kein Wunder: „Jaya The Cat“ spielt Reggae und Ska, gewürzt mit einem Schuss Punkrock und der rockig-röhrenden Stimme von Frontmann und Gitarrist Geoff Lagadec. Treibende Gute-Laune-Musik, die am Samstagabend für ein würdiges und vom Publikum lautstark abgefeiertes Finale sorgte.
Singt gerne über Partys, Alkohol und Gras: „Jaya The Cat“-Frontmann Geoff Lagadec.
Ebenso gutgelaunt, aber stilgerecht etwas rauer war es zuvor beim Auftritt von „Smile and Burn“ vor der Bühne zugegangen: Zu den melodischen, leicht poppigen Punkrock-Klängen der fünf Berliner war Pogo angesagt. Als Höhepunkt obendrauf gab´s eine wachechte „Wall of Death“. Außerdem im Programm: Crowd Surfing. Das freute besonders eine junge Frau, die von Freunden aus dem Publikum heraus in die Höhe gehoben wurde und sich dann auf Händen übers Festivalgelände tragen ließ. Das sei ein spontanes Geburtstagsgeschenk gewesen, hieß es. Besucher springt Kniescheibe heraus Insgesamt waren es sieben Bands, die an diesem Samstag auf der Heide auftraten: Nachdem die Siegener Punkrock-Formation „For Heads Down“ den Opener gemacht hatte, enterte mit „The Oak Yard“ aus Lennestadt der erste Lokalmatador die Bühne. International wurde es dann mit den Norwegern von „Pappasaft“, auf die die nächste Band mit einem Heimspiel folgte: Die vier Jungs von „Eradicator“, ebenfalls aus Lennestadt, ballerten den Zuhörern ein brachiales Thrash-Metal-Brett um die Ohren. Auf harte Klänge zwischen Rock, Metal und Alternative setzten anschließend auch die Musiker von „Van Holzen“. Beim Auftritt des Trios kam es auch zum einzigen kleinen Zwischenfall der diesjährigen „Rockade“: Einem Festivalbesucher sprang beim Tanzen die Kniescheibe heraus, Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes mussten anrücken. „Jeder hatte Bock, jeder hatte Spaß“ Das konnte die rundum positive Bilanz, die Mitorganisator Fabian Baßenhoff noch am Samstagabend zog, allerdings nicht trüben: „Insgesamt ist es super gelaufen. Jeder hatte Bock, jeder hatte Spaß, ob es die Besucher waren oder die Helfer“, sagte Baßenhoff. 

Auch die Bands seien allesamt sehr zufrieden gewesen und hätten sich über die „schöne Location“ gefreut. Auch wenn die Anfahrt nach Kirchveischede und speziell den Berg hinauf zur Heide bei dem einen oder anderen Musiker für Skepsis gesorgt habe, weil es scheinbar „mitten ins Nirgendwo“ ging, wie Baßenhoff lachend verriet. Der Cheforganisator bedankte sich bei allen Helfern und Beteiligten, die einen „Megajob“ gemacht hätten.
Ein Artikel von Celine Kebben und Sven Prillwitz

Bildergalerie: 15. „Rockade Festiwoll“: Begeisterung auf, vor und hinter der Bühne