Nachrichten Kultur
Kreis Olpe, 07. März 2017

"Herausragende Persönlichkeit im Kreis Olpe"

Landrat überreicht Kulturpreis an Engelbert Stens

Landrat Frank Beckehoff überreichte Kulturpreisträger Engelbert Stens (2. v. li.) die Urkunde. Ausschussvorsitzender Wolfgang Hesse und Laudator Stefan W. Schauerte (r.) gratulierten als erste.
Landrat Frank Beckehoff überreichte Kulturpreisträger Engelbert Stens (2. v. li.) die Urkunde. Ausschussvorsitzender Wolfgang Hesse und Laudator Stefan W. Schauerte (r.) gratulierten als erste.
Foto: Rüdiger Kahlke
Olpe. Bodenständig und voller Ideen, zielorientiert und beharrlich, anspruchsvoll und bescheiden. Das sind nur einige der zahlreichen Attribute, die Laudator Stefan W. Schauerte, Vorsitzender von Grevenbrück aktiv e.V., zusammengetragen hatte, um den neuen Träger des Kulturpreises zu charakterisieren. Er würdigte Engelbert Stens als „herausragende Persönlichkeit im Kreis Olpe“.

Bevor die Gäste mit dem Preisträger anstoßen konnten, hieß es Schlange stehen. Dutzenden war es ein Bedürfnis Engelbert Stens, dem neuen Kulturpreis-Träger des Kreises Olpe persönlich zu gratulieren.

Der hatte gerade aus den Händen von Landrat Frank Beckehoff den alle drei Jahre verliehenen Preis für seine Verdienste um die Heimatpflege entgegengenommen  – und sich mit einem historischen Schriftstück des Landrats Freusberg von 1811 und einer Lennestädter Chronik beim Gastgeber des Festaktes bedankt.

Vor dem Hintergrund des 200-jährigen Bestehens des Kreises Olpe hatte sich die Jury einvernehmlich für einen Preisträger aus dem Bereich der Heimatpflege ausgesprochen. Sie würdigte damit die Verdienste Engelbert Stens (75), der als Multitalent und Urgestein der Heimatpflege in Grevenbrück gilt, wo er als langjähriger Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins wegweisende Projekte wie die Einrichtung des Heimatmuseums angestoßen hatte. Heimatpflege ist „Kitt für die differenzierte und komplexe Gesellschaft“ „Ergebnisse der Heimatarbeit sind oft kleine Schätze“ würdigte Wolfgang Hesse, Vorsitzender des Ausschusses für Sport und Kultur im Kreis Olpe, in seiner Begrüßung die Arbeit Stens‘. Diese Kleinode müssten bewahrt werden. Hesse sprach von „Habseligkeiten“ als seinem Lieblingswort. Heimatgeschichte zu bewahren und einzuordnen sei eine dieser wertvollen Habseligkeiten. Heimatpflege und -geschichte sei der „Kitt für die differenzierte und komplexe Gesellschaft“, so Hesse, der zahlreiche Weggefährten wie auch Vertreter aus Politik und Kommunen zum Festakt im Kreishaus begrüßen konnte.

Er sei froh, dass sich viele Menschen dieser Aufgabe stellten, um Gegenwart und Zukunft mit der Kenntnis aus der Vergangenheit zu gestalten. Der Ausschussvorsitzende wünschte sich „Heimatkunde“ als Fach an den Schulen mehr in den Fokus zu rücken.  Für Stens, dessen Wiege in einem denkmalgeschützten, mehr als 200 Jahre alten Haus stand, schließe sich ein Kreis, so Stefan W. Schauerte in seiner Laudatio. Er zeichnete den Lebensweg des Preisträgers nach, eines durch und durch bodenständigen Menschen.

Heimatliebe ziehe sich durch das Leben von Engelbert Stens mit zahlreichen Verbindungen zwischen Beruf und Hobby. „Besondere Zeichen“ habe der Preisträger durch sein jahrzehntelanges Wirken im Heimat- und Verkehrsverein gesetzt, dem er inzwischen als Ehrenvorsitzender angehöre. Die Einrichtung des Heimatmuseums mit 4.000 Exponaten aus unterschiedlichen Epochen Grevenbrücks sei auf Stens Betreiben erfolgt. Menschen aller Altersgruppen Geschichte zu vermitteln, etwa durch das historische Klassenzimmer im Museum, sei sein Verdienst. Handschrift an „unzähligen Stellen“ sichtbar Zu den weiteren „Leuchttümen“ in Stens Wirken zählte Schauerte den Bau einer Scheune für die Sammlung landwirtschaftlicher Technik, die Restaurierung ortsbildprägender Einrichtungen, das Brunnenfest und die Jahreshefte des Heimat- und Verkehrsvereins. Bei einem Spaziergang durch den  Ort finde man an „unzähligen Stellen deine Handschrift“, wandte sich der Laudator an den Kulturpreis-Träger, der bei seiner Arbeit den „Blick nach vorne nie vernachlässigt“ habe.  Dafür, dass Engelbert Stens „viel Wichtiges und Bleibendes“ geschaffen habe, gebühre ihm höchste Anerkennung.

Die hatte zuvor Landrat Beckehoff schon ausgesprochen. Er verwies darauf, dass Leistungen im Bereich „Heimatpflege, Ortsgeschichte, Landeskunde“, also das Metier Stens, ausdrücklich in den Richtlinien zur Verleihung des Kulturpreises niedergelegt seien.  Mit Stens ehre er einen Mann, „der sich große Verdienste um die Heimatpflege erworben hat und sich zudem für das kulturelle Leben seines Heimatdorfes engagiert.“ Dank geht auch an Familie 37 Jahre lang, davon 26 Jahre als Vorsitzender, habe sich  Stens im Heimatverein engagiert. Heimat, so der Landrat, „verkörpert einen der bedeutendsten Bezugspunkte unseres Lebens“.  Heimat müsse gestaltet, gelebt unter weitergegeben werden. Daran habe Engelbert Stens „in besonderer Weise mitgewirkt“. Beckehoff dankte dem Preisträger für sein Engagement. Er habe sich habe den Kulturpreis redlich verdient. Dank richteten die Redner auch an die Familie, die dem Preisträger die Arbeit ermöglicht hätte.

Der Chor Gaudium sorgte für den musikalischen Rahmen bei dem Festakt m Kreishaus. Bei dem Gospel-Song „Oh, happy day“, riss Solistin Christa Maria Jürgens mit ihrer warmen Alt-Stimme das Publikum mit. Bei einem Glas Sekt und Fingerfood bestand nach dem Festakt Gelegenheit, das Thema „Heimatpflege“ zu vertiefen.
Der Kulturpreis des Kreises Olpe
  • Der Kulturpreis wird alle drei Jahre verliehen. Er ist mit 6.000 Euro dotiert.
  • Der Jury gehörten neben dem Vorsitzenden Frank Beckehoff die Museumsleiterin Monika Löcken, die Kulturwissenschaftlerin Dr. Susanne Schulte aus Münster sowie der Vorsitzende und der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Sport und Kultur, Wolfgang Hesse und Robert Peter Kirchner-Quel, an.
  • Der Preis wird „zur Würdigung kultureller Leistungen und zur Förderung junger Künstler“ verliehen, heißt es in den Richtlinien. 
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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