Nachrichten Kultur
Kreis Olpe, 30. Oktober 2018

„Stimmwerk and friends"

Chor der Werthmann-Werkstatt gibt Gänsehaut-Konzert in Wenden

Über 100 Sänger ließen beim Finale ihre Stimmer erklingen.
Über 100 Sänger ließen beim Finale ihre Stimmer erklingen.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Altenhof. Alle zwei Jahre lädt „Stimmwerk“, der Chor der Werthmann-Werkstätten, Chöre zu einem Konzert ein. In diesem Jahren waren „Stilmix“ aus Attendorn und die „First Ladies“ aus Hünsborn dabei. Die singenden Beschäftigten der Werkstätten freuten sich über die vielen Zuhörer in der voll besetzen St. Marien Pfarrkirche in Altenhof.

„Stimmwerk ist eines unserer Aushängeschilder“, sagt Werkstattleiter Andreas Mönig. „In diesem Jahr sind wir zum ersten Mal in der Gemeinde Wenden, und wir freuen uns über so eine große Resonanz.“

Lobende Worte, noch bevor der erste Ton erkklungen war, fand auch Gemeindereferent Christoph Kinkel bei der Begürßung der Musiker und Zuhörer. „Sie müssen etwas richtig machen. So voll ist die Kirche selten. Doch wer singt, der betet doppelt“, sagte Kinkel an Mönig und die Musiker gewandt.   Alle Sängerinnen und Sänger von „Stimmwerk“ haben ein Handicap. Keiner der 36 Chormitglieder kann Noten lesen, manche sind Analphabeten. Die Liedtexte des gesamten Repertoires müssen alle auswendig können.

Die Chorarbeit findet regelmäßig einmal in der Woche statt und ist ein Teil der begleitenden Aufgaben der Werkstatt. „Auch das gehört zum Auftrag der Werthmann Werkstätten“, ergänzt Andreas Mönig. Eine besondere Herausforderung war daher das Eröffnungslied, denn „Sithi Molweni“ ist ein südafrikanisches Begrüßungslied und wird in „Xhosa“ gesungen. Doch die Stimmwerk-Sänger zeigten sich textsicher und rhythmisch unter der Leitung von Chordirektorin Tatiana Hundt und Lehrmusiktherapeut Karl-Heinz Wortmann. Lindenberg Song mit Blockflöte Mit „Have a nice day“ gab es gleich das Motto des Abends. Und dass Musik von Udo Lindenberg auch für die Blockflöte geeignet ist, zeigte sich beim Stück „Durch die schweren Zeiten“. Das war neben „Kurz die Welt retten“ von Tim Bendzko das erste von zwei Premiere-Stücken des Konzertes.

Für Gänsehaut sorgte das Stück „Halleluja“ mit den beiden Solisten Yvonne Lenning und Frank Bröcher. Danach hatten die „Stimmwerker“ eine kurze Pause, als sie den Gesang ihrer Gäste verfolgten. Mit einem zweiten musikalischen Block begeisterten die Organisatoren das Publikum dann erneut. Das A-cappella-Ensemble „Stilmix“ aus Attendorn ließ Platzregen musikalisch in die Kirche prasseln, und ein Zug fuhr bei „Dis Train“  ebenfalls durch die Kirche.  Die zehnköpfige Gruppe unter der Leitung von Chordirektorin Tatiana Hundt zeigte: Der Name „Stilmix“ ist Programm. Weiter ging es mit den „First Ladies“ unter Leitung von Elisabeth Alfes Blömer aus Hünsborn. Die Damen feiern demnächst ihren zehnten Geburtsta, genaue rgesagt im März 2019. Die „gestandenen Weiber, jungen Mädchen, junggebliebenen Damen, tollen Ehefrauen und Mütter“, so ihre Selbstbeschreibung, hatten ein besonderes Stück im Gepäck. „Wir haben das österreichische Lied „Weit weit weg“ von Hubert Achleitner kurzerhand ins Wend´sche Platt übersetzt“, erklärte Simone Hausmann, was für große Begeisterung beim Publikum sorgte. Eine besondere Überraschung gab es am Ende des Konzertes für Wolfram Spitzer vom Begleitenden Dienst der Werthmann-Werkstatt in Attendorn. Er geht zum Ende des Jahres in den Ruhestand. Doch der Chor war ihm immer eine Herzensangelegenheit. Daher war es den 36 Chormitgliedern eine große Ehre, heimlich und ohne sein Wissen nur für ihn mit „Das ist dein Tag“ ein eigenes Lied einzustudieren und am Sonntag zu präsentieren. Nach einem großartigen Finale mit allen Künstlern hielt des die Zuschauer nicht mehr auf den Kirchenbänken. Mit verdienten Standing Ovations brachte das Publikum seine Freude zum Ausdruck und zauberte ein Lächeln in die Gesichter aller Mitwirkenden.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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