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Kirchhundem, Kirchhundem-Flape, 5. September 2016

„Social Distrust“ im Interview / 14 Jahre Punkrock aus Flape

"Motiviert, wieder mehr zu machen"

"Social Distrust" hatten bei der 14. Rockade vier neue Songs im Gepäck.
Fotos: Nils Dinkel
Nach drei von der Musikpresse und den Fans gefeierten Tonträgern und zahlreichen Auftritten im In- und Ausland ist es ruhig geworden um die Band „Social Distrust“. Nach 14 Jahren sind Gigs der Fünfer-Formation aus Flape zu einer Rarität geworden. Bei der Rockade, die am Samstag, 3. September, in Kirchveischede stattfand, wurden die Musiker um Frontmann Manuel Hein freudig begrüßt und abgefeiert. LokalPlus hat die Punkrocker getroffen und mit ihnen über den Auftritt und die Pläne für die nähere Zukunft gesprochen.

Es ist ja nicht das erste Mal, dass ihr beim "Rockade Festivwoll" spielt. Was reizt euch daran, hier aufzutreten?
Beim "Rockade Festiwoll! zu spielen, ist immer etwas Besonderes für uns. Die Crew steckt unglaublich viel Herzblut in das Festival, und das ist auch deutlich zu spüren. Wir fühlen uns daher immer sehr wohl, wenn wir da sind. Das Festival liegt direkt vor unserer Proberaumtür, und wir verbinden ausschließlich positive Erinnerungen und Erfahrungen damit. Die Atmosphäre und die Location sind einfach einmalig, und wir bekommen selten die Möglichkeit, vor so vielen Leuten, die wir persönlich kennen, zu spielen. Vor Konzerten in der Heimat sind wir natürlich immer besonders aufgeregt, weil sich jeder von uns noch mehr unter Beobachtung fühlt, als wenn wir irgendwo in der Ferne spielen. Daher geben wir natürlich alles auf der Bühne und sind dementsprechend voller Adrenalin.
Wie kam der Auftritt zustande?
Wir haben einen sehr guten Draht zu den Veranstaltern, und wenn die Lust auf uns haben, müssen die uns natürlich nicht zweimal fragen. Die OT in Grevenbrück ist quasi unser Wohnzimmer, dort haben wir bisher immer unsere Album-Release-Parties gefeiert, und wir fühlen uns sowohl dort als auch bei der Rockade bestens unterstützt.
Gute Laune: Band und Besucher beim "Rockade-Festiwoll".
Wie habt ihr euren Auftritt erlebt?
Es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Der Funke zum Publikum ist ziemlich schnell übergesprungen, und die Leute waren ständig in Bewegung, daher war unsere Motivation, vom Anfang bis zum Ende Vollgas zu geben, durchgehend vorhanden. Wenn man sieht, dass viele Leute textsicher unterwegs sind und unsere Songs abfeiern, ist das schon ein geiles Gefühl, und umso mehr Energie können wir in die Show stecken.
Seid ihr mit der Stimmung und Besucherzahl zufrieden?
Auf jeden Fall. Der Platz war prall gefüllt, das Wetter war der Hammer, und die Zuschauer hatten Bock. Was will man mehr?
Tim Jürgens spielt als Schlagzeuger bei "Social Distrust".
Aktuell tretet ihr nur noch selten auf. Woran liegt das?
In den letzten zwei, drei Jahren hat es einige von uns in andere Städte verschlagen, sei es um zu studieren oder um sich beruflich weiterzubilden. Also waren zwischenzeitlich nur noch zwei von uns im Sauerland, und der Rest hat in einem Umkreis von eineinhalb bis drei Stunden Entfernung gelebt. Somit haben wir viel seltener geprobt, und die Konzert-Organisation ist unglaublich viel aufwändiger, weil viel mehr Termine abgestimmt werden müssen und Studenten auch oft auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, da das Budget dann natürlich etwas kleiner ist, als wenn man einen Job hat.
Sind denn künftig wieder mehr Auftritte geplant? Steht schon ein Gig?
Mal abwarten. Wir sind auf jeden Fall motiviert, wieder mehr zu machen. Aber wir müssen erst einmal sehen, wie sich die Situation in den nächsten Monaten einpendelt. Wir wohnen jetzt wieder näher beieinander und haben es in letzter Zeit auf jeden Fall sehr vermisst, zusammen unterwegs zu sein, da wir nicht einfach nur ein zusammengewürfelt Haufen Musiker, sondern auch alle sehr eng miteinander befreundet sind. Daher wird sich bestimmt was tun, aber konkrete Pläne gibt es noch nicht und leere Versprechungen wollen wir natürlich nicht machen.
Manuel Hein gibt der Band seine Stimme.
Auf was können sich eure Fans einstellen? Sind neue Songs oder gar ein neues Album in Arbeit?
Wir haben vier Songs gespielt, die wir noch nicht aufgenommen haben, und haben noch mehr am Start. Aber daran muss noch gefeilt werden. Konkrete Gedanken zu einer neuen Veröffentlichung haben wir uns noch nicht gemacht, aber irgendwas wird irgendwann passieren. (lachen)
Ein Artikel von Nils Dinkel

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