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Kirchhundem, 11. Dezember 2017

Das Hochzeitskleid aus Fallschirmseide

Jugendtheater „Schrabbenstones“ zeigt dramatische Komödie

Die elf Jugendlichen spielten beim Stück
Die elf Jugendlichen spielten beim Stück "Das Hochzeitskleid aus Fallschirmseide" die bunte Patchwork-Familie Silbereisen.
Foto: Liz Lammers
Silberg. Gewitterdonner und geisterhaftes Licht anstelle einer sonst freundlichten Ausleuchtung: Das Theater des Schrabben Hofes führte kürzlich das Geschehen der turbulenten Komödie „Das Hochzeitskleid aus Fallschirmseide“ in Silberg auf.

Eine bunte Patchwork-Familie namens Silbereisen steht im Mittelpunkt des Geschehens: drei quirlige Kinder, eine Mutter, die fernab jeder Realität nur an ihrem Buch schreibt, ein Vater, der alles andere regelt, und dennoch droht Unheil: Strom und Wasser sollen abgestellt werden; die Rechnungen wurden nicht bezahlt - doch schließlich erscheint die verschollene Schwester der Mutter mit ihrem persönlichen „Stilberater“ und es stellt sich heraus, dass sie die Bücher unter ihrem eigenen Namen betrügerisch vermarktet hat. Reue, Versöhnung, Happy End.

Doch, was in dieser Kürze wie eine recht banale Geschichte klingt, hat es in sich: Spannende, teils witzige und überraschende Ideen und Details bis hin zu einigen “Running Gags“ sind es, die dieses Stück lebendig, abwechslungsreich, unterhaltsam und außergewöhnlich machen. Jugendliche faszinieren Zuschauer So erscheint immer wieder zur unpassendsten Zeit die neugierige Nachbarin. Der Stilberater der amerikanischen Tante amüsiert durch sein exaltiertes Gehabe. So ganz nebenbei philosophieren die Darsteller über den Wert und Unwert des Geldes – wunderbar konzentriert in der Gesangseinlage „money, money, money“, wobei die Mimik die Textaussage eher konterkariert.

Aber auch die anderen Jugendlichen leben und verkörpern ihre Rollen individuell und überzeugend – und so vergisst der faszinierte Zuschauer im Laufe des Stückes völlig, dass hier jugendliche Laien und nicht Profis agieren. Für die Regie und die Abfolge der Szenen waren Ulrike Wesely und die Springläuse verantwortlich. Durch ihre Gestaltung waren weder ein Umbau, noch störende Pausen nötig.

Ein ungewöhnliches Projekt, das durch die Förderung des Kultursekretariates Gütersloh und des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend und Sport des Landes NRW möglich wurde.
(LP)

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