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Finnentrop, 20. Januar 2017

Zu Besuch bei der Laienspielschar Serkenrode

12 Schüler des Fachs
12 Schüler des Fachs "Darstellen und Gestalten" warfen bei der Laienspielschar Serkenrode einen Blick hinter die Kulissen
Foto: Ina Hoffmann
„Vorhang auf“ hieß es am Freitag, 20. Januar, erneut in der Schützenhalle Serkenrode. Aber an diesem Tag wurde jedoch keine weitere Vorstellung des aktuellen Stücks „Die verflixte Heilquelle“ gegeben, denn: die Schauspieler der Laienspielschar Serkenrode hatten sich mitten in der Spielsaison die Zeit genommen, Schülern der 9. Jahrgangsstufe der Bigge-Lenne-Gesamtschule in Finnentrop einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren.

Seit der Umstellung von Haupt- und Realschule auf Gesamtschule können die Schüler in Finnentrop neben bekannten Hauptfächern wie Biologie oder Französisch auch das Fach „Darstellen und Gestalten“ wählen. „Dieses Wahlpflichtfach wird von der 6. bis zur 10. Klasse unterrichtet und wie jedes andere Fach bewertet“, erklärte Michael Hunold. Der Theaterpädagoge unterrichtet seit dem Sommer die 9. Klasse der Bigge-Lenne-Gesamtschule und erarbeitet mit den Schülern Rollenprofile, übt Bewegungen und lässt kreativ Geschichten weitererzählen. Hunold ist begeistert von dem Enthusiasmus der Schüler: „Es ist eigentlich gar nicht unser Ziel, ein richtiges Stück aufzuführen. Plötzlich kam der Wunsch auf, ein kleines Weihnachtsstück zu entwerfen. So entstanden innerhalb weniger Stunden aus Ideen der Schüler einige Szenen, die am Tag der offenen Tür gezeigt wurden“.
Bühnentechniker Stefan Schmitt-Degenhardt erläuterte die technischen Details.
 
Da Michael Hunold und Thorsten Jagusch, Mitglied der Laienspielschar Serkenrode, gemeinsam an der Fachkonferenz für das Schulfach teilnehmen, wurde die Idee, den Schülern während der laufenden Spielzeit einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren, prompt in die Tat umgesetzt. So konnten 12 Jugendliche die Kulisse nicht nur vom Zuschauerraum aus bewundern, sondern auch selbst erkunden. Im aktuellen Stück „Die verflixte Heilquelle“, das in einem in die Jahre gekommenen Tante-Emma-Laden spielt, fanden sich die Schüler in einem ehemaligen Schusterladen wieder, der den Laienschauspielern vom Museum der Stadt Lennestadt zur Verfügung gestellt wurde. Zur Freude der Schüler waren nicht alle Lebensmittelverpackungen im Laden leer, sodass bei der Führung Lutscher, Bonbons und Chips genascht werden konnten. Schauspieler plaudern aus dem Nähkästchen Vor allem über die engen Gänge hinter der Kulisse, in denen die Schauspieler sich umziehen müssen, wurde gestaunt. Bühnentechniker Stefan Schmitt-Degenhardt erklärte beim Rundgang die technischen Details, bevor Petra Schmitt-Degenhardt anhand ihrer Notizen im Drehbuch zeigte, wie sie sich auf ihre Arbeit als Souffleuse vorbereitet. Auch die beiden Schauspieler Thorsten Jagusch und Victoria König berichteten von ihren Erfahrungen auf der Bühne und beantworteten die Fragen der interessierten Schüler.

Die Laienschauspieler konnten einige Geschichten erzählen: von Stücken, die extra ausgewählt wurden, weil die passenden Requisiten gerade angeboten wurden, von einem Kollegen, der seinen Text regelmäßig improvisierte statt lernte oder kranken Schauspielern. „Weil wir keine Zweitbesetzung haben, muss auch gespielt werden, wenn man krank ist und lieber zu Hause bleiben würde. Eine Schauspielerin hatte einen Hexenschuss und stand trotzdem auf der Bühne. Vor einigen Jahren hat eine Kollegin mit Windpocken gespielt“, wusste Victoria König zu erzählen.
 
Wer das Stück „Die verflixte Heilquelle“ sehen möchte, hat noch am Samstag, 20. Januar, und Sonntag, 28. Januar, die Gelegenheit dazu. Dann heißt es wieder „Vorhang auf“ für die Laienspielschar Serkenrode.
Ein Artikel von Ina Hoffmann

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