Nachrichten Kultur
Drolshagen, 04. September 2017

Traditionspflege und Publikumsattraktion in Bühren

Gänsereiter gehen im Galopp auf Gutschein-Jagd

Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Gänsereiten in Bühren.
Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Gänsereiten in Bühren.
Foto: Rüdiger Kahlke
Drolshagen. Ein fester Griff – und der muss sitzen. Nicht so einfach, wenn man im Galopp auf die an einem Galgen hängende Gans zusteuert. Das Gänsereiten ist die Attraktion beim Erntefest des St. Georg Reiter- und Heimatvereins Bühren. Seit 1948 gehen die Reiter in Bühren bereits aufs Ganze, wenn es um die Gans geht – so auch am Sonntag, 3. September.

Mit dem Eintreffen des Festzuges füllt sich das Zelt. Drei junge Damen sagen Gedichte zum Erntefest auf und wünschen den Gänsereitern Glück. Feierlich wird es, als die Erntekrone hochgezogen wird und die Kapelle das Deutschlandlied intoniert. Die Regenwolken haben sich verzogen. Die Festbesucher strömen nach draußen. Der Hang vorm Zelt wird zur Tribüne. Aus einem grünen Kasten hängt ein Gänsehals in die Reitbahn. 16.35 Uhr galoppiert der erste Reiter los, greift daneben. Sechs Gänse winken als Gewinn Was sich zunächst martialisch anhört, ist Traditionspflege und Publikumsattraktion. Der Gänsehals, eine Imitation aus Holz, steckt in einer Gummimanschette und muss abgezogen werden. Abwechselnd stürmen die Reiter der Reihe nach unter dem Galgen durch und versuchen, den Hals zu erhaschen. Bühren hat damit in der Region ein Alleinstellungsmerkmal. „Früher gab es auch in Helden Gänsereiten. Das war verbreitet“, weiß Tobias Valperz, Zugführer im Reitverein. Früher wurden auch echte Gänse aufgehängt. Schon vor Jahren wurden aber die Attrappen eingeführt. Echte Gänse gibt es jetzt auf Gutschein.
Ohne Sattel im Galopp auf einem Pferd sitzend, greifen die Teilnehmer nach dem hölzernen Gänsehals.
Die ersten sechs Reiter, die den Hals abziehen, können sich aussuchen, ob sie einen lebenden Vogel oder zu Weihnachten einen leckeren Braten haben wollen. Zwei Pferde stellt der Verein. Ohne Sattel und Steigbügel müssen die Akteure klar kommen. Und dazu sind Konzentration, reiterliches Können und etwas Glück erforderlich. Eine Viertelstunde tut sich nichts. Dann, endlich, hält einer den Hals in der Hand. Beifall von den Rängen.

Der Sieger an diesem Tag heißt Simon Uelhoff aus Dumicke, der übrigens zusätzlich auch den fünfften Platz belegt. Ebenfalls aus Dumicke kommt Max Nebeling, der es gleich dreimal in die Top Sechs geschafft und die Ränge 2, 3 und 6 belegt hat. Das viertbeste Ergebnis beim Gänserennen hat Achim Meyer erzielt.Wettbewerb offen für alle „Mitmachen kann jeder“, erklärt Tobias Valperz. Voraussetzung: Mindestalter 18 Jahre und Unterschrift unter einer Erklärung, dass man auf eigene Gefahr aufs Pferd steigt. Manche entschließen sich auch nach den ersten Ritten noch in den Wettbewerb einzusteigen. Für die Besucher ist es eine Abwechslung im Festprogramm. Die wollte sich auch Nezahat Baradari, die SPD-Bundestagskandidatin, nicht entgehen lassen. Mit einem Kinderprogramm und Musik und Tanz unterm Erntekranz klang das dreitägige Fest am Sonntagabend aus.
Der St. Georg Reiter- und Heimatvereins Bühren ehrte folgende Jubilare:
25 Jahre
  • Klaus-Michael Becker (Heimicke)
  • Bernd Burghaus (Dumicke)
  • Markus Hesse (Olpe)
  • Stefan Heul (Drolshagen)
  • Oliver Lütticke (Bühren)
  • Jürgen Lahme (Dumicke)
  • Herbert Nebeling (Frenkhausen)
  • Josef Rath (Schreibershof)
  • Franz Schürmann (Herpel)
  • Helmut Siedenstein (Eichhagen)
40 Jahre
  • Gerhard Büdenbender (Frenkhausen)
  • Karl-Heinz Holstein (Dumicke)
  • Reinhard Jahnke (Olpe)
  • Willi Rotterdam (Eichhagen)
60 Jahre
  • Josef Burghaus (Frenkhausen)
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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