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Drolshagen, 21. September 2017

Dieter Gastreich: Händlersuche wird zum Problem

Erntefest: Für Marktmeister ist nach dem Event vor dem Event

Dieter Gastreich organisiert das Erntefest in Drolshagen.
Dieter Gastreich organisiert das Erntefest in Drolshagen.
Foto: Rüdiger Kahlke
Drolshagen. Die Stände sind abgebaut. Die Straßensperre ist aufgehoben. Das Ernte- und Tierschaufest ist vorbei – aber nicht für Dieter Gastreich. Der sitzt im Bürgerbüro am Schreibtisch, blättert in Akten, macht Notizen. Einiges sei noch nachzubereiten, meint der Mann, der Drolshagens größten Markt managt.

„Eine gute Woche noch, nicht dauerhaft, aber immer mal wieder“, hat er noch mit dem Markt zu tun, der am 16. und 17. September wieder ein Magnet für Drolshagener und auswärtige Besucher war. Beschwerden nachgehen. Müll einsammeln, der noch irgendwo steht. Das sind Probleme, die erledigt werden müssen. Wer kommt wieder? Wer gibt auf? Das sind Fragen, die den Marktmeister nach dem Fest beschäftigen.

„Rücksprache mit den Händlern halten“ ist für ihn daher eine wichtiger Punkt bei der Nachbereitung. „Wir wollen zufriedene Händler hier haben“, sagt Dieter Gastreich mit Blick auf die Konkurrenz durch etablierte große Märkte. Denn: Die Händler sollen wiederkommen. Auch das wird schwieriger. „Viele gehen in Rente“, verweist Gastreich auf den demografischen Wandel, der sich auch hier bemerkbar macht. Dann muss er sich frühzeitig um Ersatz kümmern. Angebot muss zum Charakter des Festes passen Dann heißt es das „Vitamin B“ zu aktivieren, das Händler haben. Wer kennt jemanden, den man ansprechen kann? Dieter Gastreich sucht Kontakt zu anderen Marktbetreibern, telefoniert, fährt zu anderen Märkten, um zu sehen, wer zum Charakter des Erntefestes in Drolshagen passt. „Der Vereinsvorstand macht das auch“, betont der städtische Marktmeister die enge Zusammenarbeit der Organisatoren.

Und: „Man muss jedes Jahr was bieten, was das Publikum zieht.“ Mal war es eine SUV-Ausstellung, mal ein Umweltthema wie Holz als Energieträger. Diesmal war der Kleintiermarkt ein Novum. Für 2018 hat Dieter Gastreich noch keine Idee, ist sich aber sicher, dass die noch kommt. In Sachen Erntefest kehrt in den nächsten Tagen erstmal Ruhe ein. Detailplanung ab Februar „Anfang Februar geht die Organisation wieder los“, sagt Gastreich, für den „nach dem Fest vor dem Fest ist“. Dann überlegt er, welche Trends oder Entwicklungen sich abzeichnen und setzt auf „spontane Ideen“. Danach kommt der organisatorische Feinschliff. Strom, Wasser muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, Vorstellungen der Aussteller müssen mit den räumlichen Möglichkeiten in Einklang gebracht werden. Stellflächen müssen zum Teil angemietet, Anlieger informiert werden.

„Und das Sicherheitskonzept muss stehen“, sagt Dieter Gastreich. Die Zufahrt muss abgesperrt werden, um Attentate mit Fahrzeugen zu verhindern. Strohballen hätten sich bewährt. Sie sollen aber künftig etwas kaschiert werden, um das Entrée aufzuwerten.

„Vier Wochen vorher wird es extrem stressig“, weiß der Marktmeister aus Erfahrung. „Zum Schluss werden alle nervös und fragen: Wie wird das Wetter? Dann liegen die Nerven blank.“

Und der Marktmeister? Der muss dann Ruhe bewahren, Optimismus verbreiten. „Das ist schon anstrengend“, sagt er. Beim Fest selbst ist er auch gefragt, muss helfen, improvisieren. Stress? „Ja, aber das macht auch Spaß“, sagt er. Und die Idee für ein neues Highlight? Die kommt irgendwann, wenn er morgens aufsteht. Vermutlich so ab Anfang Februar.
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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