Nachrichten Kultur
Attendorn, 10. Dezember 2016

Besucher und Betreiber ziehen Bilanz

Weihnachtsmarkt: „Neues Konzept ist voll aufgegangen“

Mitarbeiter vom Krankenhaus Attendorn besuchten auch den Weihnachtsmarkt.
Mitarbeiter vom Krankenhaus Attendorn besuchten auch den Weihnachtsmarkt.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Von Barbara Sander-Graetz
Redaktion
Attendorn. Am Sonntagabend, 11. Dezember, wird der 12. Weihnachtsmarkt in Attendorn nach zehn ereignisreichen Tagen zu Ende gehen. Gab es im Vorfeld Diskussionen um den Weihnachtsbaum, Glühweinstände und Hackschnitzel, so ziehen die Besucher, Anbieter und die Organisationen am Ende eine durchweg positive Bilanz.

Einer von ihnen ist Walter Sinzig. „Ich bin erstaunt, dass der Markt so angenommen worden ist, da es doch im Vorfeld so einige Diskussionen gab.“ Er selber sei auch skeptisch gewesen, ob das neue Konzept mit den Hütten als Rahmen um den Platz und Sitzgelegenheiten im Inneren so angenommen wird. „Aber sobald der Markt geöffnet hat, kommen die Besucher und auch in den Abendstunden ist es immer voll.“
Walter Sinzig
Bewohner des Franziskanerhofes.
Ein Kritikpunkt war im Vorfeld auch die Auslegung des Bodens mit Hackschnitzeln. Diese seien für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen sehr unpraktisch. Wir fragen nach bei Thomas Ludwig, stellvertretende Einrichtungsleiter des Franziskanerhofes in Attendorn. Er ist heute mit einigen Bewohnern, die zum Teil auf den Rollstuhl angewiesen sind, auf dem Weihnachtsmarkt. „Natürlich ist es etwas beschwerlicher, aber mit Muskelkraft und Taktik geht es schon.“ Die Taktik besteht darin, die Rollstühle nicht zu schieben, sondern zu ziehen. „Aber durch die Hackschnitzel wirkt der Markt gemütlicher und es gibt keine kalten Füße.“ „Die Besucher sind sehr nett“ Das finden auch Pia Stich, Anja Neuhaus und Harald Beckmann. Sie belegen eine der zwei Ehrenamtsbuden des Marktes. Täglich hatten hier Vereine, Kindergärten und karitative Einrichtungen die Möglichkeit, sich in den „Hütten des Ehrenamtes“ zu präsentieren. Sie stellen das Ehrenamt bei der GFO mobil vor. Dazu gibt es neben Infomaterial auch gegen den Hunger frisch gemachten Grünkohl. „Die Besucher sind sehr nett und kommen immer wieder an unseren Stand“, freuen sich die drei ehrenamtlichen Helfer in der Hütte. Sie sind zum ersten Mal in Attendorn dabei. „Es ist toll, wie gut man mit den Menschen hier ins Gespräch kommt.“
Anja Neuhaus, Pia Stich und Harald Beckmann (von links).
In eifrigen Gesprächen sind auch die Frauen in der Mitte des Marktes vertieft. Während eine noch die letzten Getränke holt, genießen die andern schon die Atmosphäre des Marktes. Sie alle sind von der Inneren Abteilung des Attendorner Helios Krankenhausen und kommen nicht nur aus Attendorn, sondern auch aus Wenden, Lennestadt und Olpe. „Gemütlich und stimmungsvoll“, beschreiben sie den Markt spontan.
 
Auch die Hackschnitzel sind sehr willkommen, wenn man am Stehtisch in der Mitte des Marktes seinen Platz gefunden hat. „Wir treffen uns immer hier kurz vor Weihnachten, reden, trinken etwas und habe Spaß zusammen.“ Nur die Musik, die kommt nicht bei allen an. „Richtig schöne Weihnachtslieder aus den 1940/50 Jahren wäre jetzt klasse. Bing Crosby, Doris Day oder  Nat King Cole wären besser als diese Weihnachtsmusik, die man in jedem Fahrstuhl und Kaufhaus jetzt hören kann.“ Festliche Weihnachtslieder Wer anspruchsvollere Musik hören möchte, der ist am Samstag richtig. Ab 18 Uhr lädt das Kammerorchester Attendorn  zu adventlicher Musik in das Südsauerlandmuseum ein. Es werden Werke von G.F Händel, Antonio Vivaldi, das „Air“ von J.S Bach, interpretiert von einer Solo-Blockflöte, ein Concerto pastorale von Johann Molter und ein fröhliches Christmas Potpourri die Besucher erfreuen. Festliche Weihnachtslieder gehören ebenfalls zu dem abwechslungsreichen Programm, die gern auch vom Publikum gesanglich unterstützt werden dürfen.
Barbara Wilkmann
 Die musikalische Leitung Darbietung übernimmt die Konzertmeisterin Svenja Kohlmann. „Und als besonderes Bonbon“, freut sich Orchestervorsitzende Barbara Wilkmann, „Wir das Konzert auf den Weihnachtsmarkt übertragen.“ Auch sie kommt aus dem Schwärmen über den Markt nicht hinaus. „Das war zehn Tage ein toller Treffpunkt in Attendorn von denen wir ja leider nicht mehr so viele haben. Aber hier kamen Jung und Alt, Attendorner und Gäste zusammen. Der Markt ist klein, aber fein und das passt zu Attendorn.“ „Wir haben nie gesagt, dass wir keinen Weihnachtsbaum mehr wollen“ Als Erfolg sehen auch die Mitarbeiter des zentralen Glühweinstandes den diesjährigen Markt. „Der Markt war immer bestens besucht.  Das Feedback, was wir hier an der Theke bekommen haben, war durchweg positiv.“ Bei den Getränken war natürlich besonders der Glühwein gefragt. „Aber auch die Spezialsorten mit Bratapfel und Waldbeeren oder der Eier- und Kaffeepunsch wurden gern genommen.“ Aber auch wer keinen Alkohol in seinem Getränk genötigte, musste auf guten Geschmack nicht verzichten. „Neben  alkoholfreiem Punsch war natürlich ein leckerer Kakao immer gefragt, besonders als es so richtig schön kalt war.“
Frank Burghaus
 Und dann sind da noch Frank Burghaus und Georg Hippler von der Stadt Attendorn. Sie, die Organisatoren,  strahlen mit den Lichtern am Weihnachtsbaum um die Wette.
Georg Hippler
„Alle Besucher zeigen sich begeistert und unser neues Konzept ist voll aufgegangen. Es zeigt sich, man muss auch mal etwas Neues wagen und nicht gleich im Vorfeld schon alles schlecht reden. Wir haben nie gesagt, dass wir keinen Weihnachtsbaum mehr wollen. Er sollte nur nicht so dominant auf dem Platz stehen wie zuvor. Jetzt haben wir einen großen und fast 20 kleine Bäume, die für eine wunderbare Atmosphäre mit ihrem Lichterglanz sorgen. Auch die Anordnung der Buden ist viel besser gelöst. Alle sind gleich gut zu erreichen. Eine zentrale Glühweinbude ist  auch kein trennendes Element mehr, was den Markt in vorne und hinten teil. In der Mitte sind die Bänke, überdacht und mit Hackschnitzel unter den Füßen gegen die Kälte. Die Besucher zeigen sich begeistert und sind oft noch bis 22 Uhr hier vor Ort. Was wollen wir denn mehr?“ Verkaufsoffener Sonntag Wer die letzten Tage des Marktes noch nutzen möchte, der hat am Samstag, 10. Dezember,  von 11 bis 20 Uhr noch die Gelegenheit. Zusätzlich gibt es am Sonntag, 11. Dezember, einen verkaufsoffenen Sonntag des Attendorner Einzelhandels von 13 bis 18 Uhr. Wer dann seine Weihnachtseinkäufe in Ruhe und schöner Atmosphäre verrichten möchte, ist in Attendorn bestens aufgehoben.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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