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Attendorn, 28. Mai 2017

Warm-up für das „Bäumchen setzten“

Die Schüler übten bei bestem Wetter für das "Bäumchen setzen" in der Hansestadt.
Die Schüler übten bei bestem Wetter für das "Bäumchen setzen" in der Hansestadt.
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Von Barbara Sander-Graetz
Redaktion
Attendorn. Es ist wieder so weit. Ab dem kommenden Freitag, 2. Juni, bricht in Attendorn und Umgebung wieder die Zeit des „Bäumchen setzen“ an. Am Samstag, 27. Mai, hatten sich die Schüler des Ursula Gymnasiums auf dem Hölzchen bei Dünschede zum warm-up versammelt, damit in einer Woche alles läuft wie geschmiert.

Die ersten bunt bemalten und phantasievoll kreierten Fahrzeuge sind schon auf den Straßen unterwegs. Ihr Treffpunkt war am Samstag die Wiese zwischen Dünschede und Heggen. Hier gaben die Gauleiter schon mal einen Vorgeschmack auf das, was die kommenden drei Wochenenden zu erwarten ist. Es wurde wie immer geschrien und gegrölt, denn  das St.-Ursula-Gymnasium steht mit dem Rivius-Gymnasium in Konkurrenz. Es soll möglichst spektakulär werden100 Pflanzlöcher forderten die Massen mit lauten Schlachtgesängen schon am Samstag. Da war Ausdauer gefragt. Mal sehen, wer das beim letzten Setzen noch schafft. Die zum Teil heftigen Sprechchöre nahmen dabei wieder mal Bezug auf die Rivalität unter den beiden Schulen. Jeder will das Bäumchen setzen möglichst spektakulär gestalten. Daher kommt es jedes Jahr zu Sprüngen von Garagen, Bierduschen und wilden Tänzen. Die „Setzer“ feuern mit Schlachtgesängen der Mitschüler an, fordern sie auf sich zu setzen, zu rudern oder die andere Schule zu verspotten. Dabei begann alles ganz harmlos in den 1970er Jahren. Zunächst ging eine Handvoll Rivianer, später auch Ursulinen, zu den Abiturienten und pflanzte in deren Garten als Zeichen für das bestandene Abitur und als Symbol für eine erfolgreiche Zukunft einen Baum. Es gab Kaffee und Kuchen und auf Latein wurde „Gaudeamus igitur“ gesungen. Davon schaffen die Abiturienten 2017 noch nicht einmal die  erste Strophe, dann ist die „Caritas“ gefragt in Form von belegten Broten und Bier. So auch am Samstag.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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