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Attendorn, 27. September 2016

Hamlet sowie Romeo und Julia stehen auf dem Spielplan

Shakespeare als Speed Theater

Shakespeare als Speed Theater
Foto: Barbara Sander-Graetz
Attendorn. Gleich zwei Theaterstücke von William Shakespeare präsentierte die English Drama Group des St. Ursula Gymnasiums am Montagabend, 26. September, in der Aula der Schule. Hamlet sowie Romeo und Julia standen auf dem Spielplan. Wer jetzt schon mal Proviant und Decken für eine Nacht im Theater einpacken wollte, lag völlig falsch. Die wichtigsten Inhalte waren in jeweils 35 Minuten auf der Bühne zu sehen. Die Drama Group zeigt, wie das geht.

Speed Dating ist bekannt, aber Speed Theater sollte in Mode kommen. Wie gut das funktioniert, davon konnten sich die Zuschauer am Montag in der Aula überzeugen. Die English Drama Group gab alles und begeisterte mit einer witzigen und kompakten Version der beiden Klassiker.

Zunächst ging es um Hamlet, Ophelia, Mord und Rache. Monologe: Fehlanzeige. Natürlich dürfen Klassikerzitate wie „Sein oder Nichtsein“ oder „Der Rest ist Schweigen“, sowie „Es ist was faul im Staate Dänemark“ nicht fehlen, aber ansonsten geht es zügig voran. Am Ende sind alle tot, wie es sich für eine Tragödie gehört.  Nach einer kurzen Pause öffnet sich der Vorhang erneut. Nun geht es ab nach Verona. Die unglückliche Liebe von Romeo und Julia funktioniert auch in der Kurzfassung. Die Hochzeit der unglücklich Liebenden ist in 15 Sekunden geschafft, anstatt des Hochzeitskusses wird abgeklatscht. Und Romeo, der seine Julia nicht bekommen soll, liegt in dieser Bühnenfassung  wie ein Kind in der Trotzphase auf der Bühne.  Wunderbar, das Publikum ist begeistert. Der tosende Applaus zum Ende ist mehr als gerechtfertigt. Die Hauptdarsteller auf der Bühne sind hervorragend. Wenn Jonas Kaufmann als Romeo oder Prinz  Hamlet auf der Bühne agiert, wenn seine Lotta Arens als Gertude oder als Julia an seiner Seite spielt, dann kann man sagen, das ist großes Theater. Und wer am Dienstag, 27. September, ab 18 Uhr noch ein kleines Zeitfenster zur Verfügung hat, der sollte die zweite und leider letzte Aufführung dieser beiden Stücke nicht verpassen. Der Eintritt ist frei, eine Spende willkommen (die könnte sicher für die manchmal etwas wackelige Tontechnik eingesetzt werden) und beste Unterhaltung ist garantiert.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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