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Attendorn, 11. März 2017

Gitarrenriffs, Pyroeffekte und begeisterte Metal-Fans

Rammstein-Tribute Völkerball bringt Attendorn zum Beben

Völkerball-Sänger René Anlauff beherrscht die Show seines Vorbildes Till Lindemann perfekt.
Völkerball-Sänger René Anlauff beherrscht die Show seines Vorbildes Till Lindemann perfekt.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Attendorn. Am Freitagabend, 10. März, begeisterte die etablierte Rammstein-Tribute-Band Völkerball das Publikum in der Stadthalle Attendorn bei einem fulminanten Konzert. Bei Songs wie „Engel“, „Links 2-3-4“ und „Du hast“ ließen Fangesänge, Pogo und Headbangen nicht lange auf sich warten. Zweifellos kamen Fans von Völkerball und auch von Rammstein voll auf ihre Kosten.

Als sich der Vorhang öffnet, gibt er den Blick frei auf ein vollendetes Bühnenbild und eine überwältigende Kulisse. Dann startet eine Inszenierung für Augen und Ohren. Dazu gibt es jede Menge Pyroeffekte, die die Temperatur in der Stadthalle bis zum Ende des Konzertes um einige Grad steigen lassen – haargenau platziert, um den größtmöglichen Effekt zu erzielen.

Hinzu kommt eine ausgeklügelte Lichttechnik, die für bombastische Effekte sorgt. Doch das alles wäre nichts, wenn Sänger René Anlauff nicht schließlich seine Stimme erheben würde und mit seinen Bandkollegen den brachialen Sound der weltbekannten Vorbilder erklingen ließe. Auch optisch sind die Musiker ihren Idolen nah: Schwarz gekleidet, mit Ruß im Gesicht und auf den Körpern, leuchtet das Weiße diabolisch in den Augen. Auch die kantigen, entschlossenen Bewegungen und Gesten, die Rammstein-Frontmann Till Lindemann perfekt beherrscht, sind bei Sänger Anlauff originalgetreu wiederzufinden.
Brachial und doch einprägsamEs geht gewaltig zu in der Hansestadt, in vielerlei Hinsicht. Blut fließt, Gitarrenriffs bohren sich in die Gehörgänge. Die gnadenlosen Songs, politisch völlig inkorrekt, donnern durch die Stadthalle. Die Fans sind textsicher und wenn René Anlauff das Mikro in Richtung Publikum hält, dann ist es egal, welches Lied er gerade angestimmt hat: „Du – Du hast – Du hast mich – Du hast mich gefragt – Du hast mich gefragt, und ich hab’ nichts gesagt“, ertönt es dutzendfach.

Die Breitwand-Riffs, die kalten Rhythmen, die einfachen und gleichzeitig höchst einprägsamen Melodien sorgen für den Sound, den die Fans so mögen und die Rammstein und Völkerball von so vielen anderen Bands unterscheiden. Nach gut zwei Stunden und einer Zugabe mit „Links 2-3-4“ und natürlich „Engel“ lassen die Fans die Band nur unter dem Versprechen gehen, auch im kommenden Jahr wieder in Attendorn zu gastieren und die Halle zum Kochen zu bringen; mit ihrem Sound und ihrer Pyrotechnik.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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