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Attendorn, Attendorn-Helden, 27. August

Mit einem steten Augenzwinkern nimmt Ulrike Böhmer die Kirche aufs Korn

Offene Worte

Kabarettistin Ulrike Böhmer alias Erna Schabiewsky.
Kabarettistin Ulrike Böhmer alias Erna Schabiewsky.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Die Kirchenkabarettistin Ulrike Böhmer präsentierte am Freitag, 26. August, auf Einladung der kfd Helden in der dortigen Schützenhalle ihr Programm „…und sie bewegt sich doch“. Rund 120 Zuhörer erlebten dabei zwei Stunden lang, dass auch Kirche ein gutes Feld für Comedy ist.

Ulrike Böhmer nimmt bei ihren Auftritten kein Blatt vor den Mund. Schon gar nicht, wenn sie in ihrer Paraderolle als Erna Schabiewsky aus Dortmund „ihre“ Kirche aufs Korn nimmt. Da ging es um das Zölibat, Verhütungsmittel, Beichte, Frauengemeinschaften, Caritas, Bischöfe – und immer wieder auch gibt es die Anspielungen auf die immer größer werdenden Kirchenverbände, auf das vermeintlich abgehobene und wirklichkeitsferne Selbstverständnis der Kirchenoberen sowie die Rolle der Frau in der Kirche.

Böhmer, selber studierte Gemeindereferentin, setzte sich dabei kritisch wie humorvoll mit der Thematik auseinander und zeigte so manche Absurdität auf. Da blieb dem einen oder anderen auch schon mal das Lachen im Hals stecken. Am Ende schaffte sie es aber immer, mit einem unschlagbaren ehrlichen Charme, die Dinge präzise beim Namen zu nennen. Zum Schmunzeln war auch das Outfit von Erna Schabiewsky, die die Bühne in roter Strickweste, andersfarbigem roten Rock, Stützstrümpfen, kariertem Hut und Handtasche betrat und erst einmal auf Tuchfühlung mit dem Publikum in der ersten Reihe ging. Die Kabarettistin reist seit fast 30 Jahren durch die Lande und redet auf Kirchentagen, in Gemeindehäusern, Pfarrheimen, auf Kleinkunstbühnen und in Kirchen. „Sie ist schon einmal hier in der Region aufgetreten“, erklärte Birgit Zens von der kfd. „So sind wir auch auf sie aufmerksam geworden.“
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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