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Attendorn, 11. November 2016

Der 86-Jährige liest am 18. März aus seinem Buch „Gewonnen Wasser“

Lyriker Walter Schnatz besucht Attendorn

Lyriker Walter Schnatz besucht Attendorn
Foto: privat
Attendorn. Auf Einladung des Vereins für Orts- und Heimatkunde Attendorn, der Buchhändlerin Isabell Hoffmann und Tom Kleine wird der gebürtige Attendorner Lyriker Walter Schnatz am 18. März 2017 zu Besuch in seiner alten Heimat sein, um im Café Moses in Neu-Listernohl aus seinem Buch „Gewonnen Wasser“ vorzulesen.

Walter Schnatz wurde 1930 in Attendorn geboren, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. Im Jahr 1950 schrieb er ein Theaterstück über den Heiligen Kilian, das in der zerbombten Franziskanerkirche in Würzburg aufgeführt wurde. Im Jahr 1954 ging er in die DDR in der Hoffnung, dort über die Arbeiter- und Bauernfakultät zum Abitur zu kommen, was sich jedoch nicht verwirklichen ließ. Er arbeitete als Zimmermann und Heizer und nahm erfolgreich an mehreren Literaturwettbewerben der DDR teil, was dazu führte, dass er am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig studieren konnte. Im Jahr 1973 legte er das Staatsexamen in Literatur ab. Heute leben der 86-jährige Walter Schnatz und sein Sohn in Osnabrück. 

Dieses bewegte Leben eines Arbeiterkindes durch das 20. Jahrhundert über die Jahrtausendschwelle zur Poesie spiegelt sich in seinen im Jahr 2014 von der Deutschen Literaturgesellschaft veröffentlichten Lebenssonetten „Gewonnen Wasser“ mit 465 Sonetten, drei Novellen und diversen Gedichten wider. Veröffentlichung des Sonettenkranzes Aus Anlass des nahenden Jahrestages der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November wurde nun auf der von Tom Kleine angelegten Homepage www.juedisch-in-attendorn.org der Sonettenkranz „Kommunion und Kristallnacht“ aus dem Jahr 2008 in der Rubrik „Literatur“ veröffentlicht. In diesem Sonettenkranz schildert Walter Schnatz aus der Sicht des Kindes, das in freudiger Erwartung der Ersten Heiligen Kommunion ist, die Verbrechen der Reichspogromnacht, die im November 1938 auch in Attendorn viel Leid über die jüdischen Mitbürger in der Hansestadt brachten. In dieser Zeit der Verbrechen erfährt Walter Schnatz die Güte und Menschlichkeit des jüdischen Kaufmanns Cohn.

Die auf dieser Homepage ebenfalls veröffentlichte Einleitung zu diesem Sonettenkranz stammt von Gabriele Gastreich, einer Verwandten von Walter Schnatz. Ihr hat Tom Kleine auch den Kontakt zu dem Lyriker zu verdanken.

Nähere Informationen zur Veranstaltung, die am 18. März 2017 im Café Moses in Neu-Listernohl stattfinden wird, werden rechtzeitig bekannt gegeben. (LP)

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