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Attendorn, 16. April 2018

1. Poetry Slam

Florian Wintels gewinnt in Attendorn das „Goldene Ohr"

Gewinner des
Gewinner des "Goldenen Ohrs": Florian Wintels.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Attendorn. Florian Wintels ist der Gewinner des ersten Poetry Slams in Attendorn. Der Gewinner der niedersächsisch-bremischen Landesmeisterschaft 2013 und 2016 und Finalist der deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften 2013 und 2015 kristallisierte sich schon in der Vorrunde als Favorit heraus. Da bekam er für seinen Beitrag „Scheiß drauf“ mit 50 Punkten die höchste Punktzahl in der Publikumswertung.

Ernst, lustig, kritisch, persönlich oder unpersönlich können die Texte sein, mit Reim, aber auch ohne. „Wichtig ist, dass die Texte selbst geschrieben sind und keine Kostüme oder Requisiten verwendet werden“, erklären Andreas Klein aus Siegen und Marian Heuser aus Münster die Spielregeln. Sie haben den ersten Poetry Slam in Attendorn organisiert und freuen sich über die ausgesprochen gute Resonanz.
Einer der Organisatoren: Marian Heuser.
Über 250 Zuhörer sind gekommen, und schnell müssen im Saal der Stadthalle noch Stühle gestellt werden, damit jeder einen Platz bekommt. Dann kann der unterhaltsame Abend starten. Zu gewinnen gibt es an diesem Abend das „Goldene Ohr“. Sechs Slammer, fünf Männer und eine Frau, geben ihr Bestes.
Luise Wolff
Nach der ersten Runde heißt es Abschied nehmen von Luise Wolff aus Plettenberg. Das „Küken“ der Runde ist noch recht neu in der Szene, doch sie zeigt Potential. Die Plettenbergerin muss als erste auf die Bühne. „Von Köpfen und Brettern und dem Wunsch nach einer Axt“ heißt ihr Text. Doch sie hat eine undankbare Startnummer, denn das Publikum ist sich noch unsicher in der Bewertung. Man weiß ja nicht, was noch kommt, und will natürlich nicht gleich sein ganzes Pulver verschießen.
Tobias Beizel
Auch für Tobias Beitzel aus Bad Berleburg, der seinen Text „Leistung muss sich wieder lohnen“ ohne Zettel vorträgt, scheidet als Startnummer zwei nach der ersten Runde aus. Er ist spontan für die erkrankte Kölnerin Anke Fuchs eingesprungen.
Tobi Katze
Tobi Katze aus Bochum mit seinem Beitrag „Eskalation“ sowie Florian Stein, ebenfalls aus Bochum, mit „Wenn ich ein Kind hätte“ kommen genauso in die zweite Runde wie der Berliner Marvin Weinstein mit „Silvester“ und natürlich Florian Wintels.
Florian Stein
Für die Publikumsbewertung wurden zuvor nach dem Zufallsprinzip sieben Zuhörer ausgewählt.
Marvin Weinstein
Marvin Heusler, amtierender NRW-Vizemeister und Moderator des Abends, erklärt, dass man sich mit den Nachbarn beraten soll, welche Punktzahl angemessen ist. „Wir wollen eine demokratische Abstimmung“. So entstehen nach den jeweils sechsminütigen Vorträgen angeregte Diskussionen, gern auch sitzreihenübergreifend. Über zwei Stunden mit zwei Pausen vergehen, bis die Finalisten feststehen. Florian Stein und Florian Wintels ziehen in die letzte Runde ein. Jetzt dürfen die Wortkünstler noch einmal alles geben. Das Publikum muss überzeugt werden. Das gelingt Florian Wintels am besten, und  so darf er das „Goldene Ohr“ entgegennehmen und geht als Gewinner des 1. Attendorner Poetry Slam in die Geschichte ein. Für die Veranstalter war der Poetry Slam keine „Eintagsfliege“, denn: „Wir kommen wieder“, versprechen die Organisatoren. Das dürfte auch für das begeisterte Publikum gelten, das bei einer Neuauflage dann auch bei der Abstimmung sicherer sein dürfte.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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