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Attendorn, 09. November 2016

Kammermusikreihe des Kulturrings Attendorn: Crossover-Programm zum Finale

„Duo Glissando“ begeistert Publikum in der Erlöserkirche

Kulturring: „Duo Glissando“ begeistert Publikum
Foto: Kulturring Attendorn
Attendorn. Vielleicht war es die „ungewöhnliche“ Kombination von Harfe, Posaune und Orgel, die am Sonntag, 6. November, so viele Zuhörer in die evangelische Erlöserkirche lockte – oder aber die Freude, mit Helga Lange eine „alte Bekannte“ an der Orgel hören zu können. Begeistert jedenfalls waren nachher alle Konzertbesucher: Matthias Nassauer (Posaune), der gut gelaunt durch das Programm führte, hatte nicht zu viel versprochen: Die ungewöhnliche Besetzung bestach durch ihren „gewohnten Klang“ und sorgte so für einen gelungenen Abschluss der diesjährigen Kammermusikreihe des Kulturrings.

Schon bei der ersten „Aria im alten Stil“ gestaltete das Duo Glissando Stuttgart mit Emilie Jaulmes und Matthias Nassauer (beide Solisten der Stuttgarter Philharmoniker) gemeinsam mit Helga Lange (Orgel) ein wunderbares Klangbad. Insbesondere die perlenden Glissandi der Harfe untermalten die wunderschönen Cantilenen des jungen Soloposaunisten. Nicht weniger Wohlklang verschafften Jaulmes und Lange mit ihrer Interpretation des Duos in B-Dur von Francois-Adrien Boieldieu. Die eingängige Melodie bestach durch die Fingerfertigkeit beider Solisten gleichermaßen. Helga Lange, bekannt für Ihre Schnelligkeit auf Tasten und Pedalen, und die für die Zuhörer im Altarraum sichtbare Emilie Jaulmes übertrafen sich fast an Geschwindigkeit, die nie an Leichtigkeit verlor.

Emilie Jaulmes Darbietung des Asturias aus der Suite Espagnola Nr. 2 ließ das Attendorner Publikum dann das draußen vorherrschende November-Grau ganz vergessen: Andalusische Rhythmen, das Staccato der Stiefel beim Flamenco, die ausgestreckten Hände der Tänzer und ein am Ende wunderbar verklingender Choral verbreiteten die wärmende Sonne Spaniens auch in der Erlöserkirche. Solostücke von Mozart und Gigout Helga Lange begeisterte mit zwei Solostücken von Mozart und Gigout. Dass sie auch „jazzen“ kann, bewies sie mit „Sometimes I feel like a motherless child“. Wie selbstverständlich übernahm Lange den swingenden Sound der Posaune Nassauers und machte so das Crossover-Programm von Barock und Romantik bis zum Jazz perfekt.

Bei den Spirituals „Amazing Grace“, „Joshua fit the battle“ und „When Israel was in Egyptsland“, zweites sogar mit einer Percussion-Einlage Jaulmes´ mit „Shaker Egg“, wippte und swingte dann der gesamte Kirchenraum mit.

Langanhaltender Applaus und stehende Ovationen für dieses fantastische Konzert waren der Dank an die drei perfekt aufspielenden Musiker, die sich bei ihrem Publikum mit der wunderschön schwelgenden Liebeshymne „Sång till Lotta“ von Jan Sandström.
(LP)

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