Nachrichten Kultur
Attendorn, 15. Januar 2017

Jüngster Showpilot begeistert mit seinen Tricks

100 Piloten aus ganz Deutschland in Attendorn

Modellflugzeug-Piloten aus ganz Deutschland begeistern
Foto: Ina Hoffmann
Von Ina Hoffmann
Redaktion
Zum vierten Mal hatte der Aero-Club Attendorn am Sonntag, 15. Januar, zur Indoor-Flugshow eingeladen und 100 Modellflugzeug-Piloten aus ganz Deutschland kamen, um dem Publikum ihr Können vorzuführen.

Thomas Dahl, Vorsitzender des Aero-Clubs, freute sich, dass erneut zahlreiche Besucher den Weg in die Rundturnhalle fanden. „Die Piloten stecken natürlich viel Arbeit in ihre Flieger und üben lange, um verschiedene Flugmanöver zu zeigen“, weiß er, der seit 30 Jahren selbst am liebsten Hubschrauber-Modelle in die Luft steigen lässt. So kamen in diesem Jahr 14 Programmpunkte zusammen: Es wurden Luftballons mit Propellern zum Platzen gebracht, Mini-Drohnen vorgeführt oder "Mario-Cart-Rennen" durchgeführt.
Denn wer bei Modellfliegern nur an Flugzeuge und Hubschrauber denkt, liegt falsch. In der Rundturnhalle wurden zahlreiche Modelle in allen möglichen Formen in die Luft gebracht: Batmans Batwing, Bierflaschen, Angry Birds, Hexen auf Besen und vieles mehr. „Gerade das Bauen und Tüfteln ist es, was vielen Piloten am meisten Spaß macht“, weiß Thomas Dahl. „Viele Modellflieger sind als Bausatz zu bekommen, den man dann zusammensetzen und lackieren muss, aber auch viele Eigenkreationen sind zu sehen, in denen ganz viel Arbeit steckt“.
Hartmut und Andre Schleicher stellten ihre Modellflieger in Schaf-Form vor.
Hartmut Schleicher und sein Sohn Andre vom Aero-Club Attendorn bringen gemeinsam zwei Schafe in die Luft, die gemütlich ihre Runden drehen. „Wir haben die Modelle in einer Zeitschrift gesehen und gleich gedacht: Die müssen wir nachbauen“, erinnert sich Hartmut Schleicher. Die Vorlagen wurden selbst angefertigt und aus 3 Millimeter dickem Depron, eigentlich ein Dämmmaterial aus der Bauindustrie, geschnitten. „Es ist schon aufwendiger, ein Modell zu bauen, das eine andere Form hat als ein Flugzeug. Man muss viel beachten und immer wieder ausprobieren, damit es auch wirklich fliegen kann“, so der begeisterte Modellflieger. Zum Schluss bekamen die 220 Gramm leichten Schäfchen noch Füße aus Schaumstoff, bevor die brandneuen Modelle bei der Flugshow zum ersten Mal dem Publikum vorgeführt werden konnten. Auch beim Fliegen selbst verhalten sich die Schafe anders als Flugzeugmodelle: „Sie sind vielleicht nicht für Einsteiger zu empfehlen, weil man dafür schon viel Übung haben sollte. Aber generell reagiert jedes Modell anders und man muss sich erstmal einfinden“. Übungen am SimulatorDamit auch die Zuschauer selbst nachfühlen konnten, wie ein Modellflieger zu steuern ist, standen an diesem Tag zwei Simulatoren bereit, an denen geübt werden konnte. „Es ist gar nicht so schwer, wie es auf den ersten Blick wirkt“, weiß Thomas Dahl. „Viele haben schon nach einer Viertelstunde begriffen, wie ein Modell reagiert und können erste Übungen mit einem echten Flieger wagen“. Auch einer der derzeitigen Stars der Modellflug-Szene zeigte an diesem Tag sein Können. Gerade einmal neun Jahre alt ist einer der jüngsten Showpiloten unter den Modellfliegern: Martin Münster aus Rosendahl-Holtwick führte mit seiner Extra 330SC beeindruckende Flugmanöver vor. Auch mit einer hinter den Rücken gehaltenen Fernbedienung gelingt ihm jede Drehung. „So schwer ist das gar nicht“, meint Martin schulterzuckend. „Ich übe das ja schon ganz lange“.
Der 9-jährige Martin Münster ist einer der jüngsten Showpiloten Deutschlands.
Seit seinem ersten Geburtstag ist er regelmäßig mit Opa Fritz und Vater Siegfried Münster auf dem Flugplatz der Modellfluggruppe Borken. „Er war schon früh fasziniert von den Fliegern und hat, sobald er den Sender halten konnte, immer wieder aus eigenem Antrieb am Simulator geübt“, erinnert sich Vater Siegfried Münster. Zum fünften Geburtstag bekam Martin sein erstes Flugzeug und kurz darauf den ersten Modellflieger. Seitdem ist der junge Hobby-Pilot nicht mehr vom Flugplatz wegzudenken und fliegt inzwischen schon Modelle mit fast zweieinhalb Metern Spannweite und zählt bereits 39 Flieger sein Eigen. Und weil man die nicht alle im Kinderzimmer unterbringen kann, musste sich Siegfried Münster etwas Neues ausdenken. „Wir haben eine eigene Garage nur für die Modellflugzeuge. Das Auto muss draußen stehen“, lacht er. Bei so viel Begeisterung für das Modellfliegen und so viel Talent zeigt Martin auch gerne auf Flugshows und Meisterschaften sein Können. Im vergangenen Monat wurde der 9-Jährige Vierter bei der Deutschen Meisterschaft in der Sportklasse. Und auch im Fernsehen war Martin bereits mehrmals zu Gast, unter anderem bei „Frag doch mal die Maus“, „Klein gegen Groß“ und „TV Total“.
Auch mit der Fernbedienung hinter dem Rücken ist das Modellfliegen für Martin Münster kein Problem.
Ein Artikel von Ina Hoffmann

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