Nachrichten Karneval
Lennestadt, 07. Februar 2018

Interview mit der Prinzengarde Meggen

„An Karneval sind alle jeck und einfach alles ist egal“

Tänzer der Glück-Auf- und Prinzengarde Meggen haben von ihren Auftritten am Karneval erzählt.
Tänzer der Glück-Auf- und Prinzengarde Meggen haben von ihren Auftritten am Karneval erzählt.
Foto: Christine schmidt
Meggen. Das Sessionsfinale im Karneval steht an. Und damit auch die Hochphase für viele Tanz- und Prinzengarden. LokalPlus hat mehrere Tänzer der Glück-Auf und der Prinzengarde Meggen beim Training interviewt. Voller Vorfreude erzählen sie, was ihnen Karneval bedeutet und dass auch schon mal Verletzungen bei diesem Sport dazu gehören. Hier das närrische Interview:

Was bedeutet euch Karneval?

Corinna Beimborn: „Das ist besser als Schützenfest, da freut man sich das ganze Jahr drauf. “

Hannah Schrage: „Wir verbringen das ganze Jahr damit, uns darauf vorzubereiten. Dann freut man sich einfach, wenn es endlich soweit ist. Karneval ist einfach witzig und man trifft so viele andere Garden. Wir feiern immer gemeinsam als Gruppe - dieser Zusammenhalt ist einfach toll.“ 

Macht das Tanzen nach dem zehnten Mal überhaupt noch Spaß?
Corinna Beimborn: „Ja, vor allem wenn es auf den Karneval in Meggen zugeht – das ist immer ein Highlight.“

Lukas Zimmermann: „Ja, gerade gegen Ende macht es immer mehr Spaß.“
Die Prinzengarde der KG Meggen.
Wie anstrengend ist euer Training?
Lukas Zimmermann: „Übertrieben hart ist es nicht. Zwar anstrengend, aber man weiß halt, worauf man hin arbeitet.“

Gab es schon mal witzige und auch schlimme Pannen?
Corinna Beimborn: „Die Jungs fluchen auf der Bühne beim Tanzen ständig wenn etwas schief geht – Gott sei dank hört das niemand, aber wir finden es lustig. Einmal wurde auch plötzlich während dem Tanz improvisiert, dann fragen sich alle anderen natürlich was jetzt los ist.“(lacht)

Trainerin Nicole Korreck: „Richtig schlimme Pannen gab es bei uns zum Glück noch nicht. Aber dass im Training auch mal Brillen oder sogar die Nase zu Bruch gehen, gehört manchmal dazu. Auch Muskelzerrungen oder ein rausgesprungenes Knie kommen dann mal vor. Es ist auch mal passiert, dass sich Tänzer an den Nägeln auf dem Bühnenboden verletzt haben oder sich jemand den Zeh gebrochen hat – weiter getanzt wurde trotzdem.“
Die Glück-Auf Garde aus Meggen.
Gab es schon mal spöttische Reaktionen, dass ihr als Männer Tanzsport betriebt?
Nico Friedrich und Lukas Zimmermann: „Nein, überhaupt nicht. Eher im Gegenteil. Man wird bewundert. Außerdem hat die Prinzengarde hier in Meggen Tradition und alle aus unserem Freundeskreis sind hier. Da wird man von dem Fieber einfach angesteckt.“

Hannah Schrage: „Hier in Meggen findet das niemand seltsam, da gehört das irgendwie dazu. Aber ich kann mir vorstellen, dass vielleicht gerade von Städtern, die nichts mit dem Karneval am Hut haben, solche Kommentare kommen könnten.“

Gibt es vor euren Auftritten Alkohol?
Hannah Schrage und Corinna Beimborn: „Nein. Vorher definitiv nicht. Das ist uns auch wichtig, dass wir das so handhaben. Aber dafür nach dem Auftritt doppelt so viel, da steht dann schon der Bierträger auf dem Tisch.“ (lachen)

Frauen werden von den Männern getragen, Männer fassen den Frauen unter den Rock. Sind eure Partner da nicht teilweise eifersüchtig?

Michelle Winkel: „Nein überhaupt nicht, die kennen sich auch alle und sind befreundet, deswegen ist das auch gar kein Problem.

Corinna Beimborn: „Für uns ist das auch überhaupt nicht seltsam. Wir wissen das richtig einzuordnen und haben in den Momenten erst recht nicht solche Gedanken.“ In Meggen gehört Karneval dazuWenn ihr einem Siegerländer erklären müsstet, warum Karneval so toll ist – wie würde diese Erklärung aussehen?
Michelle Winkel: „Karneval muss man erleben. Wir sind in Meggen aufgewachsen, hier gehört das einfach dazu. Hier geht man einfach durch die Halle, kann mit jedem reden und an Karneval gibt es einfach keinen Streit - das ist einfach toll. “

Hannah Schrage: „Vor allem zusammen in der Gruppe zu feiern macht so viel Spaß. Nach dem Tanz ist man so froh und erleichtert, dass alles geklappt hat – dann will man nur noch feiern. Alle sind jeck und an Karneval ist einfach alles egal.“ (lacht)

Beschreibt mal das Gefühl, wie es ist, auf der Bühne zu stehen.
Michelle Winkel und Corinna Beimborn: „Aufregend. Der Adrenalinspiegel steigt einfach automatisch. Wenn man dann sieht, wie alle auf den Stühlen stehen und sich freuen, ist das einfach nur geil. Oben auf der Bühne sieht man dann zwar nicht die einzelnen Gesichter, aber man merkt, was für eine mega Stimmung in der Halle ist – das ist unbeschreiblich.“
(LP)

Bildergalerie: „An Karneval sind alle jeck und einfach alles ist egal“