Nachrichten Karneval
Attendorn, 12. Februar 2018

Vom Holzweg auf den Prinzenthron

Michael III. Ohm ist der 67. Prinz in Ennest

Vom Zugbegleiter zum Prinz: Michael III. Ohm
Vom Zugbegleiter zum Prinz: Michael III. Ohm
Foto: Barbara Sander-Graetz
Ennest. Michael III. Ohm ist neuer Prinz der Ennester Karnevalsgesellschaft und Lukas Vogt der diesjährige Gewinner der goldenen Mistgabel. Moderator Dirk Kendermann führte zum letzten Mal durchs Programm und Eva Gajewski wurde nach 20 Jahren in der Prinzengarde verabschiedet. Beim Programm der Prunksitzung am Rosenmontagabend, 12. Februar, jagte ein Höhepunkt den nächsten.

Doch wie in jedem Jahr galt es zunächst, den neuen Prinzen zu proklamieren. Umgeben von Gardisten zog er in die Halle ein. Dann bracht Jubel aus: Michael III. Ohm ist die neue Tollität in Ennest. Der 32-jährige Werkzeugmechaniker bei Gedia hat in diesem Jahr viel vor. Nicht nur das Prinzen-Dasein, auch die Hochzeit mit seiner Jessica steht ins Haus. „Außerdem hole ich mir den Rest vom Schützenvogel“, versprach er der Grünrockfraktion im Saal. In Ennest ist Michael Ohm, der Vater eines 16 Monate alten Sohnes ist, überall dabei. In der Feuerwehr darf er nicht fehlen, und im Osterfeuerverein ist er stellvertretender Kassierer. Hier legt er auch Hand an bei den Wagenbauer des Osterfeuervereins. Im Schützenverein fungiert Ohm als Sprecher der Jungschützenkönigskompanie, und „in diesem Jahr genieße ich es besonders, nicht neben den Karnevalswagen als Zugbegleiter zu gehen, sondern oben auf dem Ennester Prinzenwagen mitzufahren“, freute sich der neue Prinz. Wenn dann noch Zeit über bleibt, schmeißt er den Grill an und sorgt für Ordnung im Garten. Doch am Montagabend konnte er erst einmal im Kreise des Elferrates feiern, Orden überreichen und Bützchen verteilen. Das Programm ließ  dabei keine Wünsche offen, und das Publikum ließ sich nicht lang bitten und brachte die Halle zum Beben. Ob der „twerse Lümmel“, „Kölsch Connection“ oder die Band „Lupo“, die Ennester waren außer Rand und Band. Mit Spannung wurde auch wieder die Verleihung der Goldenen Mistgabel erwartete. Bürgermeister Christian Pospischil und Uli Selter ließen es sich nicht nehmen, zunächst die möglichen Kandidaten für den „Oskar des organisierten Blödsinns im ländlichen Raum“ vorzustellen. Doch dann hieß es schließlich: ..and the winner ist: Lukas „Dotter“ Vogt. Das Elferratsmitglied war sichtlich überrascht. Doch den Preis bekam er nicht unverdient.

Immerhin hatte er es geschafft, sich und seine Fähigkeiten in puncto Kransteuerung deutlich zu überschätzen. „Es ist halt nicht Lego-Technik“, scherzte Uli Selter. Zur Erklärung: Lukas Vogt hatte beim Hausbau den Kran selbst gesteuert. Doch das eingesparte Geld kann er jetzt seinem Nachbarn geben. Immerhin fegte er mit dem Ausleger dessen Satellitenanlage vom Dach. Lukas Vogt nahm den Preis und den närrischen Spott mit Humor. Besonderer Abschied für Eva Gajewski Eine ganz besondere Überraschung hatte die Prinzengarde vorbereitet. Nach 20 Jahren in der Prinzengarde, davon vier als Mariechen und 16 als Trainerin, nahm Eva Gajewski ihren Hut. Dafür hatten sich alle ehemaligen und aktiven Gardisten unter ihrer Leitung und die dazu gehörenden drei Tanzpaare nochmals zusammengefunden und einen eigenen Abschiedstanz einstudiert. Das trieb Eva Gajewski Tränen vor Rührung in die Augen. Auch für Dirk Kendermann hieß es Abschied nehmen. Er führte zum letzten Mal durchs Programm und wird im kommenden Jahr das Mikrofon in andere Hände legen und selber einmal ausgiebig feiern.

Feiern kam in diesem Jahr wirklich nicht zu kurz. Ob die Travestieshow „Red Shoe Boys“ , die heimischen wie auswärtigen Graden oder das Tanzpaar Hanna Wacker und Tim Fischer,  das Programm ließ keine Wünsche offen und hielt niemanden auf den Stühlen. Party pur war dann auch das inoffizielle Motto des Abends.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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