Nachrichten Karneval
Attendorn, 12. Februar 2018

Kino, Trump und Einhorn

Lokale und globale Themen beim Veilchendienstagszug in Attendorn

Beim Veilchendienstagsumzug schon fertiggestellt und der Realität damit um einiges voraus: das Kino.
Beim Veilchendienstagsumzug schon fertiggestellt und der Realität damit um einiges voraus: das Kino.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Attendorn. Strahlender Sonnenschein, bestens gelaunte Zuschauer und rund 2000 Zugteilnehmer, die pünktlich um 11.11 Uhr mit dem Karnevalsumzug in Attendorn vom Parkplatz der Atta Höhle starteten: Besser hätte ein Veilchendienstagsumzug in Attendorn wohl kaum sein können. Laut Polizei und Zugleitung säumten in der Spitze bis zu 25.000 Zuschauer die Strecke, um sich den Zug anzuschauen.

Keinen Platz auf  den Motivwagen fand die Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel; auch die zähen Koalitionsverhandlungen in Berlin - Stichworte: „Jamaika“ und GroKo - spielten bei den Karnevalisten in der Hansestadt keine Rolle.
Die Gruppe „Wir sind Wir“ hatte sich dafür der aktuellen Weltpolitik und dem neuen Wettrüsten einzelner Nationen mit dem Motto „Make Atombombe great again - Nach uns die Steinzeit“ gewidmet - und  die Machthaber Kim Jong Un (Nordkorea), Donald Trump (USA), Wladimir Putin (Russland) und Hassan Rohani (Iran) gemeinsam auf eine Rakete gesetzt. Einiger weiterer globaler Themen hatten sich die Wagenbauer ebenfalls angenommen: So waren etwa die Erderwärmung, der Müllkollaps, das Abholzen des Regenwaldes, Insektensterben und auch die „Air Berlin“-Pleite von den einzelnen Wagenbauergruppen kunstvoll umgesetzt worden. Außerdem waren diverse lokale Themen an und auf den Mottowagen zu erkennen. Nicht vorbei am in Attendorn geplanten Kino kamen die Hucken vom Hettmecker Teich. Sie sahen schon die ganze Familie im „Kattfiller Kinopalast“. Die Fußgruppe zum Wagen ging passend verkleidet als Stars aus Kinofilmen und Popcorn-Tüten. Nicht fehlen durfte auch die für viele schon gefühlt unendliche Geschichte der Fertigstellung der Ihnetalbrücke. Nur ein einziges  Bobbycar durfte auf der Brücke des Motivwagens stehen, den die Neuenhofer mit der Hoffnung verbanden: „Das Warten ist vorbei - der Weg nach Olpe bald frei.“ Auch die archäologischen Funde nach dem Abriss der Bäckerei Kemmerich fanden sich im Zug wieder. Die Wagenbauer des SV 04 Attendorn waren sich sicher: „Archäologen staun` nicht schlecht, der Semmel aus 1111 ist echt.“ Einhorn, Pippi Langstrumpf und Co zu Gast bei denKattfillern Aber natürlich ging es auch lustig zu. Das Einhorn, was das Herz aller Mädchen höher schlagen ließ, durfte genauso wenig fehlen wie Pippi Langstrumpf und ihre „Villa Kunterbunt“. Der Wagen war von den „Carivallis“, der Gruppe der Werthmann Werkstatt, gebaut worden. Jim Knopf und die „Wilde 13“ waren ebenfalls unterwegs, auch Tabaluga ließ grüßen, und für die Gruppe der Helios Klinik war klar: „Und läuft`s in der Welt nicht immer rund, im Karneval ist alles bunt.“ Abschied nehmen hieß es dieses Jahr für Toni Sangermann. Begleitet von den Regimentstöchtern, wares seine letzte Zugbeteiligung als Zeremonienmeister. Und auch die Wagenbauergruppe „Die Unbegreiflichen“ sagten Goodbye: „33 Jahre dull und jeck, jetzt sind wir weg.“

Der Zug nahm in diesem Jahr wieder den gewohnten Weg durch die Innenstadt. Alle Baustellen, die den Zug in der Vergangenheit behindert hatten, waren rechtzeitig beseitigt worden. Die neuen breiten Gehwege kamen gut an bei den Zuschauern, die so mehr Platz hatten als die Jahre zuvor.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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