Nachrichten Karneval
Attendorn, 04. Februar 2017

Tag der offenen Tür

Karneval: Attendorner Wagenbauer geben Vorgeschmack auf Umzüge

Attendorner Wagenbauer geben Vorgeschmack auf Umzüge
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Attendorn. Volles Haus konnten die Attendorner Wagenbauer am Samstag, 4. Februar, beim Tag der offenen Tür vermelden: Der Strom der Besucher, die den Wagenbauern einmal bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen wollten, riss überhaupt nicht mehr ab. Die Schaulustigen konnten sich schon einmal einen ersten Eindruck davon verschaffen, was am Rosenmontag beim Kinderumzug und am Veilchendienstag beim Festumzug auf den Straßen in der Attendorner Innenstadt zu sehen sein wird.

Der neue Prinzenwagen und der Wagen der Gruppe „Wir sind Wir“ sind dabei in diesem Jahr echte Hingucker. „Steampunk“ ist dabei die Richtung, die Ideengeber Christian Klein und Alexander Tarnow inspiriert haben: Die Wagen erinnern an die Geschichte von Jules Verne. „Der Autor ist eine der Wurzeln des Steampunk“, erklärt Alexander Tarnow. „Hier werden einerseits moderne und futuristische technische Funktionen mit Mitteln und Materialien des viktorianischen Zeitalters verknüpft. Dampf- und zahnradgetriebene Mechanik findet sich überall wieder. Dieser Stil ist in diesem Jahr ganz besonders angesagt“, erklärten die Initiatoren. Das fanden auch die Besucher, die sich durchweg begeistert zeigten. Und das wiederum freute die Wagenbauer. „Einige Karnevalisten haben sich daran gestört, dass auf den Prinzenwagen vorne ein Totenkopf zu sehen ist. Aber die Rückmeldungen geben uns Recht, dass wir alles richtig gemacht haben“, sagten Christian Klein und Alexander Tarnow. Für die Erbauer der Prinzenwagen hatte die Arbeit schon im März vergangenen Jahres begonnen: „Nach dem großen Regen auf Veilchendienstag war vom ehemaligen Prinzenwagen fast nichts mehr zu gebrauchen und wir müssten quasi von vorne beginnen."

Das galt auch für die anderen Gruppen, die in der Wagenbauerhalle jeden Zentimeter ausnutzen und werkeln, kleben, sägen, hämmern und malen. Ob die „Muppet Schau“, der neue US-Präsident Donald Trump oder Indianer-Held Winnetou – um die 27 Großwagen zu erstellen, haben alle Wagenbauer unzählige Stunden in der „Kattfiller“-Halle verbracht. Bis zum großen Tag, wenn der Lindwurm durch die Innenstadt zieht, werden auch alle Wagen fertig sein. Das hat bislang noch immer gepasst. Doch der Tag der offenen Tür hat auch einen ernsten Hintergrund: Es werden nämlich immer neue Wagenbauer gesucht, damit der Zug auch weiterhin so prachtvoll bleibt. Und dass das Wagenbauen nicht nur Arbeit, sondern auch Gemeinschaft bedeutet, davon konnte man sich am Tag der offenen Tür hautnah überzeugen.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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