Interview

BVMW als größter Verband Deutschlands ist auch regional bei uns sehr aktiv

Wolfgang Nies ist Verbandsbeauftragter des BVMW in Nordrhein-Westfalen.
Wolfgang Nies ist Verbandsbeauftragter des BVMW in Nordrhein-Westfalen.
Foto: privat
Kreis Olpe. Kennt ihr das Kürzel „BVMW“? Googelt man das Kürzel, landet man beim „Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschland“. Der Mittelstand unserer Wirtschaft ist ja angeblich der entscheidende Motor, der uns in Deutschland wettbewerbsfähig und wirtschaftlich überlebensfähig macht. Ich habe einem der Verbandsbeauftragten des BVMW in Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Nies aus Attendorn, die folgenden Fragen zu einem der größten Verbände des Landes gestellt.

Herr Nies, Sie sind Verbandsbeauftragter des BVMW. Was verbirgt sich hinter diesem Kürzel?

Der BVMW ist das größte freiwillig organisierte, branchenübergreifende Unternehmernetzwerk Deutschlands. Hinter den Buchstaben steht der „Bundesverband Mittelständische Wirtschaft“.

Wie wird man Beauftragter?

Dafür muss man sich bewerben. Ich kenne den BVMW schon lange als Geschäftsführer eines langjährigen Mitglieds. Ich habe viele Veranstaltungen besucht, an Unternehmerreisen teilgenommen und auch Rat und Tat in Anspruch genommen. Als ich dann mitbekam, dass man für unsere Region einen neuen Unternehmensbetreuer sucht, habe ich sofort gedacht: Das ist dein Ding. Also habe ich mich beworben. Man muss Erfahrung und entsprechende Kompetenz nachweisen, damit die Bewerbung akzeptiert wird. Dann ging es ganz schnell, ich habe ein spannendes Seminar in Berlin besucht, welches mich auf die vielfältigen Aufgaben vorbereitet hat, und dann wurde ich Beauftragter des Verbandes.
Das Team der Uni und des BVMW an einer FESTO-Fertigungsstrasse im Institut für Technikdidaktik bei Prof. Dr. Ralph Dreher (4.v.l.). Hier wurde den Teilnehmern die automatische Zusammenarbeit von mehreren Maschinen mit Hilfe hinterlegter mathematischer Algorithmen während der Veranstaltung live und zum Anfassen demonstriert. Neben den Abgebildeten waren dort 30 Unternehmen beteiligt, die künstliche Intelligenz bei der Arbeit erleben durften.

Welche  und wie viele Branchen sind beim BVMW vertreten? Können Sie ein paar nennen?

Es fällt mir schwer eine Zahl zu nennen, aber das ist auch nicht nötig, es können nämlich Unternehmen aus allen Branchen Mitglied werden. Produzierende Unternehmen sind genauso Mitglieder wie beratende und unterstützende aus Marketing, Medien, IT und anderen Bereichen. Auch Organisationen aus Bildung und Wissenschaft gibt es im Mitgliederkreis. Politiker und andere öffentliche Personen können eine Mitgliedschaft als Freunde des BVMW eingehen. Man stellt einen Aufnahmeantrag, der für seriöse Unternehmen und Personen immer positiv entschieden wird.

Welche Region vertreten bzw. repräsentieren Sie?

Ich bin in den Kreisen Olpe und Siegen/Wittgenstein unterwegs. Zu den Kollegen der angrenzenden Regionen besteht enger Kontakt und wir arbeiten oft zusammen. Die Tätigkeit und Wirkung ist also sozusagen grenzenlos.

Der BVMW muss ja ein riesiges Netzwerk sein. Welche Mission, Vision oder Aufgabe sehen und verfolgen Sie damit?

Die Mission ist, dem Mittelstand eine starke politische Stimme zu geben. Unsere Bundeszentrale in Berlin ist sehr aktiv und hat eine Menge Erfolge vorzuweisen. Die Vision ist eine Politik, die zunehmend auch den kleinen Unternehmen gerecht wird und nicht nur Konzerne rettet, die in Schieflage geraten sind.

Meine Aufgabe hier vor Ort ist, den regionalen Anliegen des Mittelstands Gehör zu verschaffen, den Unternehmen ein Forum zum Netzwerken zu geben, aber auch aktiv Netzwerkknoten zu knüpfen. Und zwar da, wo es für mich sichtbar ist, weil ich die Unternehmen persönlich auch von innen kenne. Und natürlich neue Mitglieder zu gewinnen und dadurch den Verband zu stärken, um der Stimme des Mittelstandes noch mehr Gewicht zu verleihen.
Clemens Belke stellte beim Mittelstandstreff im EssBahnhof sein Unternehmen vor.
 

Sie und Ihr Verband wollen auch die junge Stimme des Mittelstands sein. Was meinen Sie damit konkret?

Das ist relativ neu und echt zukunftsweisend. Der „Junge Mittelstand“, 2016  gegründet als Teil des Bundesverbandes, vertritt die Interessen von mehr als 3.000 jungen Unternehmern in Deutschland nicht nur national, sondern über Landesgrenzen hinweg. Mitmachen kann hier jeder, der jünger als 45 Jahre ist. Unterstützen und begleiten können natürlich auch ältere Mitglieder. Themen wie die Neugründung, aber auch die wichtige Unternehmensnachfolge stehen hier im Fokus.

Der BVMW hat einen Kodex, eine Unternehmensphilosophie für sich und seine Mitglieder aufgestellt. Wie vermitteln Sie dieses Wertebewusstsein und dessen Inhalte dem jüngeren, aber auch dem gesetzten Mittelstand?

Es geht darum, dass der BVMW kein Forum mit primärem Fokus auf geschäftliche oder vertriebliche Vorteile sein will. Gefragt sind gegenseitige Unterstützung, Hilfestellungen, Empfehlungen und Impulse. Diese Punkte sind Teil des Kodex‘, wie auch das Bekenntnis zu den Grundsätzen der ehrbaren Kaufleute. Der BVMW hat zusätzlich ein Regelwerk für seine Mitglieder aufgestellt und formuliert.

Nennen Sie uns ein paar dieser Regeln.

Die Regeln erlauben z.B. jedem Mitglied an allen bundesweiten BVMW-Veranstaltungen teilzunehmen - das sind ca. 2.000 im Jahr.  Interessierte Unternehmen können zwei- bis dreimal als Gast an Veranstaltungen teilnehmen, sollten sich aber dann entscheiden, ob sie Teil dieses ständig wachsenden Netzwerks sein wollen oder nicht. Die Regeln sagen auch, dass man sich als Gastgeber bei Events einbringen kann oder als Mentor für Jungunternehmer. Die aktive Mitarbeit in Gremien und Kommissionen ist möglich und gewünscht, aber keine Pflicht.

Im Jahreskalender Ihrer Veranstaltungen für den Verband BVMW finde ich zahlreiche Termine. Welchen Zweck haben diese?

Die Veranstaltungen haben den Zweck, wichtige aktuelle Informationen zu vermitteln, wie z.B. den Umgang mit Datenschutz, neue rechtliche und steuerliche Vorgaben, Möglichkeiten und Wege zur Förderungen usw.  Immer ist aber auch Zeit und Raum zum persönlichen Austausch. Es gibt in unserer Region etwa zehn Veranstaltungen im Jahr mit solchen Themen, aber auch reine Treffen zum Austausch zwischen den Unternehmen.

Sie sind seit einem Jahr Verbandsbeauftragter. Was hat Ihnen in dieser Zeit am meisten Spaß gemacht?

Toll war es für mich, in die Unternehmen zu gehen, zu sehen was dort passiert und wo die Besonderheit der jeweiligen Firma liegt. Mehrfach konnte ich dem einen oder anderen Unternehmen einen konkreten Tipp geben aus dem Wissen heraus, was ich bei anderen gesehen oder gehört habe. Das ist das Einzigartige beim BVMW: die Beauftragten in der Region, die die Unternehmen kennen und aktiv Verbindungen schaffen.

Wie sieht die mittelständische Wirtschaft bei der aktuellen Gemengelage die nahe Zukunft? Hat sie die Chance, diese aus eigener Kraft erfolgreich zu gestalten?

Das hoffe ich doch sehr. Mit der Unterstützung unserer Bundeszentrale in Berlin können wir hoffentlich die Regierung überzeugen, weitere wichtige Schritte für den Mittelstand zu gehen. Das könnte den Weg in eine erfolgreiche Zukunft erleichtern.

Aktuell neun Kommissionen zu unterschiedlichen Themenkreisen wie z.B. „Arbeit und Soziales“, „Energie“ oder „Digitales“, die besetzt sind mit Unternehmern aus dem Kreis der BVMW-Mitglieder, erarbeiten Positionspapiere, die dann als Forderungen und Vorschläge gegenüber der Politik in Berlin kommuniziert werden.

Herr  Nies, vielen Dank für diese spannenden Informationen über unseren Mittelstand. Ihnen, Ihrer Familie und allen Mitgliedern im BVMW ein gesundes, energiegeladenes, teamorientiertes und erfolgreiches Jahr 2020.
Ein Artikel von Wolfgang Klein

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