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Kreis Olpe, 05. Februar 2019

Polizei gibt Tipps

Telefon-Betrüger schlagen immer wieder zu

Telefon-Betrüger immer wieder erfolgreich
Symbolfoto: Nils Dinkel
Kreis Olpe. Innerhalb kürzester Zeit haben sich im Kreis Olpe mehrere Fälle von Telefon-Betrug ereignet. Zwei älteren Bürgern wurde dabei eine fünfstellige Summe abgeknüpft. Das Thema wird regelmäßig in der Öffentlichkeit behandelt, aber trotzdem fallen leider viele Menschen immer wieder auf verschiedenste Maschen herein.
Der markantester Faktor, warum diese Betrüger immer wieder Erfolg hätten und die Leute reinlegen könnten, sei ihre Professionalität, erklärt Michael Klein von der Kreispolizeibehörde Olpe. „Man hat es hier auf der Täterseite definitiv mit Profis zu tun. Die machen das regelmäßig und lernen deshalb stetig dazu.“

Die Leute werden am Telefon mit Geschichten konfrontiert, die sie zunächst fesseln, erklärt Klein weiter. Die Opfer befinden sich in einem Konflikt. Beispiel: Betrüger geben sich oft als Polizisten aus. Und vor allem die Polizei werde als glaubwürdig angesehen, sagt Klein. Jeder Bürger kann betroffen sein „Die Betrüger üben so viel Druck aus, dass die Leute in diesem System der Täter gefangen sind“, so der Polizei-Pressesprecher. Auch wenn viele schon von dem sogenannten Enkeltrick gehört haben, sei die Situation am Telefon eine ganz andere.

Klein erklärt, dass ältere Menschen schnell in Gewissenskonflikte geraten, wenn sie glaubten, am anderen Ende sei der Enkel. Selbst hochintelligente Bürger seien mit dieser Masche schon betrogen worden.

Die Polizei rät deshalb bei solchen Anrufen die Enkel oder andere Familienmitglieder zu kontaktieren, um nachzufragen, ob derjenige tatsächlich in einer finanziellen Notlage sei. Klein appelliert zudem auch an alle jungen Menschen, nicht bei den Eltern oder Großeltern per Telefon nach Geld zu fragen. „Man macht am Telefon keine Geschäfte dieser Art“, so der Kriminalhauptkommissar. Bankmitarbeiter sprechen Kunden offensiv an Die Betrüger schicken die Opfer vor allem beim Enkeltrick zur Bank, um sich die Summe auszahlen zu lassen. Die Bank-Mitarbeiter werden regelmäßig im Hinblick auf solche Fälle geschult, bestätigt Kolja Rolef von der Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem.

Die Angestellten fragen nach, was der Verwendungszweck sei und sprechen die Kunden auch bewusst auf die Betrugsmaschen an.

Auch Frank Segref, Pressesprecher der Volksbank Bigge-Lenne, bestätigt dieses Vorgehen: „Unsere Mitarbeiter sind darauf sensibilisiert und gehen vorsichtig mit den Kunden um.“ Auch mit der Kreispolizeibehörde herrsche ein sehr enger Austausch. Nicht bei jeder Abhebung kann nachgefragt werden Segref erklärt, dass gerade bei älteren Kunden eine langjährige Beziehung zur Bank bestehe und man so einschätzen könne, ob sich jemand seltsam verhält. „Und wenn wir ein Verbrechen vermuten, sprechen die Mitarbeiter die Kunden offensiv an oder die Polizei wird sogar eingeschaltet.“

Dennoch sei es eine schwierige Situation, da die Bank die Leute auch nicht endmündigen dürfe. „Uns geht ja auch nicht jede Abhebung etwas an“, erklärt der Pressesprecher. Aber bei hohen Beträgen oder seltsamen Verhalten werde das Gespräch definitiv gesucht. „Wir tun alles machbare, aber wir müssen eben auch die Kundenwünsche berücksichtigen“, so Segref abschließend.
Ein Artikel von Christine Schmidt

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