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Kirchhundem, 07. Februar 2018

Heimatbund Gemeinde Finnentrop besichtigt Papierfabrik Grünewald

Die Mitglieder des Heimatbundes Gemeinde Finnentrop waren beeindruckt von der Besichtigung der Papierfabrik Grünewald.
Die Mitglieder des Heimatbundes Gemeinde Finnentrop waren beeindruckt von der Besichtigung der Papierfabrik Grünewald.
Foto: Christoph Mennekes
Finnentrop/Hofolpe. Im Rahmen der jährlichen Betriebsbesichtigungen erhielten 20 Mitglieder des Heimatbundes Gemeinde Finnentrop kürzlich einen Einblick in die heimische Papierfabrikation. Dass Papiermühlen bereits seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts in unserer Region und von 1793 bis 1894 auch in der Gemeinde Finnentrop in Rönkhausen existierten, schildert Mechthild Sieg in einem Aufsatz in der Dezember-Ausgabe 2017 der vereinseigenen Zeitschrift „An Bigge, Lenne und Fretter“. Für die Finnentroper führte der Weg nach Kirchhundem-Hofolpe zur Papierfabrik Grünewald.
Der seit 1874 bestehende und seit 1894 an diesem Standort ansässige Familienbetrieb wird heute von Doktor Christopher Grünewald geleitet. Insgesamt 106 Mitarbeiter fertigen dort im Jahr etwa 50.000 Tonnen Spezialpapiere, die im Lebensmittelbereich eingesetzt werden, unter anderem Bäckereitüten, Frittenschälchen, Tischdecken oder Tortenpapier. Die Herstellung basiert zu über 60 Prozent auf ungenutzten, bei der Herstellung entstehenden Industrieabfälle, die eingekauft und recycelt werden. Weitere Zellstoffe werden zugekauft und kritische Altpapiere wie Zeitung grundsätzlich nicht verwendet.

Die Papiertechnologen Christoph Mennekes und Mario Viethoff führten die interessierten Besucher zunächst in die unterschiedlichen Labore der Firma. Dort werden aus dem angelieferten Material Prüfblätter erstellt und auf ihre Sauberkeit und Reißfestigkeit hin kontrolliert. Das für die Produktion benötigte Wasser stammt aus dem Olpe-Bach. Es wird nach der Nutzung nicht abgeleitet, sondern in einer firmeneigenen Kläranlage in Maumke wieder aufbereitet. Verschiedene AnsichtsmusterVerschmutzung entsteht insbesondere durch den Zusatz von lebensmitteltauglichen Farben, weshalb die Firma Grünewald Papierrollen mit kombinierbaren Farben hintereinander weg produziert, beispielsweise orange, gelb, hellgrün. Dadurch lässt sich der Verbrauch an Energie und Wasser erheblich minimieren. Für die Farbauswahl bietet die Firma den Kunden eine Abteilung mit verschiedenen Ansichtsmustern. Weitere Vorgaben der Kunden sind auch die Nass- und Reißfestigkeit sowie die Luftdurchlässigkeit. Diese sind im Bereich von Tischdecken, Blumen- und besonders auch Hygienepapier sehr variabel.

Die Besucher konnten die vier Produktionsschritte sehr genau verfolgen. Die Rohstoffe werden zunächst in Pulpern aufgelöst und die Fasern dann in der Stoffaufbereitung gereinigt und gemahlen. Aus 600 Litern Faser-Wasser-Gemisch entstehen auf der 27 Meter langen Papiermaschine anschließend insgesamt 1,5 Kilogramm Papier. Die Walzen mit einer Breite von 50 Metern sind unterteilt in eine Sieb-, eine Press- und eine Trockenpartie und können pro Minute 800 Meter Papier produzieren.
Mitglieder beeindrucktDer obere Teil des Papiers wird gebügelt, so dass einseitig eine glatte Oberfläche entsteht. Um die bestellten Breiten herzustellen, gelangen die fertigen Rollen abschließend in eine Schneidemaschine und dann in die Verpackung. Die Überwachung des ganzen Systems erfolgt von einer Zentrale aus mit modernster Computertechnik. Von der Größe, Modernität und Nachhaltigkeit der Papierfabrik Grünewald zeigten sich die Mitglieder des Heimatbundes Finnentrop sehr beeindruckt.
(LP)

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