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Attendorn, 11. September 2018

Helfer im Hintergrund: Attendorner DRK vielfältig im Einsatz

Das DRK Attendorn war beim Stadtfest rund um die Uhr im Einsatz.
Das DRK Attendorn war beim Stadtfest rund um die Uhr im Einsatz.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Attendorn. Direkt neben der Alten Post hatte der DRK Ortsverein Attendorn beim Stadtfest von Freitag bis Sonntag, 7. bis 9. September, einen Infostand aufgebaut. Zum einen stellten das Jugendrotkreuz (JRK) und der Schulsanitätsdienst (SSD) hier ihre Arbeit vor. Zum anderen gab es die Möglichkeit, im neuen Fahrzeug, der mobilen Unfallhilfsstelle, einen Vitalcheck durchführen zu lassen. Kostenlos konnten sich hier die Besucher Blutdruck, Blutzucker, Puls und den Sauerstoffgehalt im Blut messen lassen. LokalPlus hat das Team vor Ort besucht:
Eine der ersten Freiwilligen ist Hugo aus Köln. Der 72-Jährige ist mit einer Gruppe Freunden zu Besuch im Sauerland. „Wir waren gerade in der Attahöhle und nun besuchen wir das Stadtfest“, erzählt der Rheinländer. Beim kostenlosen Gesundheitscheck des DRK legt er erst einmal eine Pause ein. Kim Kurzawa, Rettungssanitäterin im Ortsverein, nimmt ihm gekonnt ein wenig Blut aus dem Finger zur Blutzuckerbestimmung. „Ich gehe auch regelmäßig zu Hause zum Doktor“, plaudert er weiter, „und vor dem Blut abnehmen hab ich sowieso keine Angst.“ Kim Kurzawa bestimmt alle Werte und kann Hugo guten Gewissens weiterziehen lassen. Alles in Ordnung. Seine Freunde warten schon ungeduldig draußen. Zum Abschied bekommt er noch eine Notfalldose. Hier kann er mit einem Notfall-Infoblatt über seinen Gesundheitszustand, Vorerkrankungen, Operationen und Medikamente wichtige Informationen für den Rettungsdienst hinterlegen. „Stellen Sie die Notfalldose in den Kühlschrank. Da findet sie der Notarzt, denn einen Kühlschrank hat jeder“, gibt ihm Kim Kurzawa noch den Tipp mit auf den Weg. „Na klar, und eine Flasche Bier daneben“, kontert der Kölner. Während sich die Innenstadt weiter füllt, zeigt die Erste-Hilfe-Ausbilderin Vanessa Maßing im DRK-Haus an der St. Ursula Straße gerade, wie man einem verunglückten Motorradfahrer richtig den Helm abnimmt. Knapp 20 Teilnehmer haben sich heute für einen Erste-Hilfe-Kurs eingefunden.

Ob für den Führerschein, den Beruf oder nur zur Auffrischung: Die Motivationen sind so unterschiedlich wie die Teilnehmer. Doch alle werden an diesem Nachmittag mit dem guten Gefühl nach Hause gehen, im Notfall helfen zu können. Helfen ist auch bei der gemeinsamen Übung mit den Feuerwehren des Kreises Olpe am Nachmittag am Feuerwehrhaus Attendorn gefragt. Hier findet der Truppführer-Lehrgang des Kreises Olpe statt. Das DRK unterstützt hier mit dem RTW. Im Notfall ist es wichtig, dass die Hilfsorganisationen reibungslos zusammenarbeiten. Deswegen ist es notwendig, dass man die Ausrüstung gegenseitig kennenlernt. Helfen ist auch das Stichwort für den Sanitätsdienst an diesem Wochenende. „Wir haben den Sanitätsdienst nicht nur während des Stadtfestes übernommen, sondern auch am Samstagabend für die Party zum Jubiläum des Attendorner Fanfarenzuges“, erklärt Einsatzleiter Marco Steinrode.

Bei ihm laufen alle organisatorischen Fäden zusammen. Immer wieder gehen an den beiden Tagen auch Helferteams mit einem Notfallrucksack durch die Innenstadt. „Wir müssen selber wissen, wo was zu finden ist“, erklärt Rettungshelferin Ivonne Hippler. „Wenn wir zum Einsatz bei den Segways gerufen werden, dann sollten wir schon wissen, wo sie sind.“

Oft werden die Helfer aber auch direkt von Besuchern angesprochen. Da ist der Wespenstich, der anschwillt oder das Kind, das in der Hüpfburg unglücklich gelandet ist. „Oft sind es Kleinigkeiten und wir können schnell und unkompliziert helfen“, weiß Julian Halbe aus Erfahrung. Am Abend steht noch der Sanitätsdienst in der Stadthalle an. Hier will der Attendorner Fanfarenzug eine Geburtstagsparty geben. Doch die Gästezahl bleibt überschaubar. „Da hatten wir dann auch mal früher Feierabend“, erklärt Marco Steinrode. Rund 11.000 Helferstunden Insgesamt sind an diesem Wochenende 16 DRKler ehrenamtlich im Einsatz. „Wenn wir es nicht gerne machen würden, wären wir nicht hier“, bringt es Pressesprecher Julian Halbe auf den Punkt.

Mehr als 11.000 dieser Helferstunden leistet der Ortsverein jährlich. Darunter fallen auch über 100 Erste-Hilfe-Lehrgänge pro Jahr und mehr als 80 Sanitätswachdienste. Viele Veranstaltungen wären ohne den Ortsverein in Attendorn nicht umsetzbar.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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