Verhinderter Aufsteiger

Fußballerinnen der SG Albaum/Heinsberg sind Kreisliga-Meister


  • Lokalsport, 13.06.2017
  • Von Jill Arens
    Profilfoto Jill Arens

    Jill Arens

    Redaktion

Topnews
Die Meistermannschaft. Hinten v. l.: Karl Heinz Kossmann (Betreuer), Sabrina Schmies, Jill Arens, Anna-Luisa Löcker, Melina Löcker, Julia Löcker, Theresa Sellmann, Madeleine Sellmann, Peggy Sellmann, Tamara Kossmann (Betreuerin), Lisa Roth, Nina Hoffmann, Martin Arndt (Trainer).
Mitte v. l.: Aileen Meisterjahn, Svenja Schulte, Sonja Corneli, Nadine Grünewald, Daniela Schlechtinger, Pia Rentz, Teresa Schmidt, Nicole Hoffmann, Johanna Sellmann. Vorne v. l.: Verena Hennecke, Katharina Jung (Co-Trainerin), Anke Birlenbach und Elke Löcker. von privat
Die Meistermannschaft. Hinten v. l.: Karl Heinz Kossmann (Betreuer), Sabrina Schmies, Jill Arens, Anna-Luisa Löcker, Melina Löcker, Julia Löcker, Theresa Sellmann, Madeleine Sellmann, Peggy Sellmann, Tamara Kossmann (Betreuerin), Lisa Roth, Nina Hoffmann, Martin Arndt (Trainer). Mitte v. l.: Aileen Meisterjahn, Svenja Schulte, Sonja Corneli, Nadine Grünewald, Daniela Schlechtinger, Pia Rentz, Teresa Schmidt, Nicole Hoffmann, Johanna Sellmann. Vorne v. l.: Verena Hennecke, Katharina Jung (Co-Trainerin), Anke Birlenbach und Elke Löcker. © privat

Albaum/Heinsberg. Am letzten Spieltag setzte es eine Niederlage gegen den direkten Verfolger im Titelrennen. Die Pleite hatte aber nur noch statistischen Wert: Mit nur einem Punkt Vorsprung auf den SC LWL sicherte sich die Damenmannschaft der SG Albaum/Heinsberg die Meisterschaft in der Kreisliga. Aufsteigen darf die SG jedoch nicht. Immerhin: Die Toptorjägerin bleibt.


Die ganze Saison über hatte die SG Albaum/Heinsberg auf Platz eins gestanden. Laut Trainer Martin Arndt lag das vor allem an der „mannschaftlichen Geschlossenheit, dem Teamgeist und einer sehr guten Trainingsbeteiligung sowie einer starken Kondition. Besonders in den letzten 30 Spielminuten konnten wir uns immer wieder beweisen und die wichtigen drei Punkte sichern.“
Einzige Saisonpleite am letzten Spieltag
Bereits einen Spieltag vor Saisonende hatten die Fußballerinnen aus Albaum und Heinsberg den Meistertitel perfekt gemacht - weil die Konkurrenz nur remis spiele: Das 0:0 zwischen dem Zweitplatzierten SC LWL und dem Hützemerter SV bedeutete für den SC das Aus im Kampf um Platz eins. Die Spielgemeinschaft war nach Punkten nicht mehr einzuholen. Am letzten Spieltag traf der Erste sogar noch auf den Zweitplatzierten. Die Arndt-Elf unterlag mit 2:4. Es war die erste Saisonniederlage der Arndt-Schützlinge.
Vom Schlusslicht an die Tabellenspitze
Der Erfolg sei neben dem sehr ausgeglichenen Kader auch dem Fleiß und der Lernbereitschaft in den Übungseinheiten zuzuschreiben. Martin Arndt: „Durch Training und Ehrgeiz kann man sehr viel erreichen.“ Die positive Entwicklung des Teams deutlich erkennbar und „es ist toll zu sehen, wie die Tipps aus dem Training schließlich auf dem Platz beim entscheidenden Spiel umgesetzt werden“, fährt Arndt fort.  So habe sich die Mannschaft vom einst konstanten Schlusslicht der Liga über einen Bewerber für das Mittelfeld bis hin zur Meistermannschaft mausern können.
Warum der Aufstieg nicht möglich ist
Ein fader Beigeschmack bleibt dennoch - wegen des Regelwerks. Aufsteigen darf die SG Albaum/Heinsberg nämlich nicht. Nach der Bildung einer Spielegmeinschaft ist ein Aufstieg auf überkreisliche Ebene erst nach drei Jahren erlaubt. Das ärgert Martin Arndt: „Als Meister sollte man immer die Möglichkeit bekommen, aufzusteigen. Vor allem wenn durch den Zusammenschluss zweier Mannschaften keine spielerischen Vorteile erzielt wurden.“

Trotzdem sind die Spielerinnen samt Trainer und Betreuer weiterhin motiviert. Es gelte nun, „das Erreichte zu bestätigen, was nicht gerade einfach ist, denn als Meister ist man immer der Gejagte. Aber wenn wir vom Verletzungspech verschont bleiben, wird es schwer, uns in der kommenden Saison zu schlagen“, so Arndt.
 von Jill Arens
© Jill Arens
Ein großes Plus der Damenmannschaft: Johanna Sellmann als Torgarantin. Ganze 41 Mal versenkte sie den Spielball im gegnerischen Tor, erzielte damit deutlich mehr als die Hälfte der insgesamt 74 SG-Treffer in der gesamten Saison. Auf Platz zwei der Torjägerliste der Liga befindet sich direkt eine weitere SG-Stürmerin, Mannschaftskapitänin Anke Birlenbach. Sie war 15 Mal erfolgreich.
Fußball und Heimatliebe
Sellmann, die Toptorjägerin, hatte bereits Angebote von höher spielenden Vereinen, doch das Band zur Heimat, Freunden, Familie und Schulabschluss war stärker. Fußball hauptberuflich auszuüben, kam für die 17-jährige nicht in Frage: „Man hätte früher wechseln und sich eine Laufbahn aufbauen müssen. Wichtig sind jetzt erstmal das Abitur und meine zukünftige Ausbildung zur Bankkauffrau. Fußball wird immer eine Leidenschaft von mir bleiben.“ So wird sie die Heimatmannschaft zusammen mit vielen weiteren wichtigen Spielerinnen auch weiter unterstützen.

Was Sellmann bei all dem Erfolg schade findet: „Der Frauenfußball wird zu wenig unterstützt und ist in den Medien kaum präsent. So geht dann auch mal eine Meisterschaft einfach unter. Dabei sollte der Frauenfußball für den Nachwuchs doch schmackhaft gemacht werden.“
 von privat
© privat
Im Rückblick auf eine erfolgreiche Saison soll das Motto „Einer für alle und alle für einen“ von Mannschaft und Trainerstab weiterhin großgeschrieben werden. „Die Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern funktioniert einwandfrei“, freut sich Co-Trainerin Katharina Jung. Auch in der kommenden Saison soll dies zielführend sein.
Artikel teilen: