Rücktritt als Impuls im Abstiegskampf

Fußball-Westfalenliga 2: Frank Rottstock hofft auf frischen Wind bei SG Finnentrop/Bamenohl


  • Lokalsport, 08.04.2016
  • Von Sven Prillwitz
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    Sven Prillwitz

    Redaktion

Sein bislang größter Erfolg als Trainer war der Aufstieg in die Westfalenliga mit der SG Finnentrop/Bamenohl. Den feierte Frank Rottstock im vergangenen Jahr ausgelassen mit seinen Spielern. von SVen Prillwitz
Sein bislang größter Erfolg als Trainer war der Aufstieg in die Westfalenliga mit der SG Finnentrop/Bamenohl. Den feierte Frank Rottstock im vergangenen Jahr ausgelassen mit seinen Spielern. © SVen Prillwitz

Eigentlich war sein Abschied erst für Sommer geplant gewesen. Idealerweise mit dem Klassenerhalt nach der ersten Saison in der Westfalenliga. Am Donnerstag, 7. April, und damit acht Spieltage vor Saisonende aber gab Frank Rottstock seinen sofortigen Rücktritt als Trainer der SG Finnentrop/Bamenohl bekannt. Damit beendete er eine fast 31 Jahre währende Beziehung zwischen ihm und „seinem“ Verein. In der Hoffnung, für Ruhe und gleichzeitig für einen neuen Impuls in der Mannschaft zu sorgen, die mitten im Abstiegskampf steckt.


„Ich ziehe mich nicht aus der Verantwortung zurück, aber manchmal bedarf es unkonventioneller Entscheidungen, um nochmal etwas rauszuholen“, sagte Rottstock. Genau das war ihm mit seiner Mannschaft zuletzt nicht gelungen: Am vergangenen Sonntag hieß es nach 90 Minuten gegen Tabellenschlusslicht Hedefspor Hattingen 1:2. Zwei Spieltage vorher hatte die SG sich dem TuS Erndtebrück II mit 2:4 geschlagen geben müssen, dem Tabellenletzten. Ebenfalls vor heimischem Publikum. Auch durch die beiden Niederlagen gegen direkte Konkurrenten sind die Grün-Schwarzen mittlerweile auf Platz 14 abgerutscht, den ersten Abstiegsrang. Mit 57 Gegentoren in 22 Spielen stellt der Aufsteiger zudem die mit Abstand anfälligste Abwehr der Liga. Niederlagen und eine Negativentwicklung, die dazu führten, dass „man sich so wie am Sonntag vielleicht irgendwann mal nicht mehr uneingeschränkt vor seine Mannschaft stellt“, sagte Rottstock. Zwar hätten er und Co-Trainer Mike Schrage zusammen mit Spielern und Vorstand die Niederlage gegen Hedefspor noch am Montag zusammen analysiert und ein Gespräch geführt, wie es weitergehen soll. Er habe sich aber letztendlich entschieden, die Reißleine zu ziehen, und dem Verein seine Entscheidung am Donnerstag vor dem Training mitgeteilt. „Vielleicht bedarf es jetzt einer besonderen Situation, um den Hebel nochmal umzulegen. Und die naheliegendste Lösung ist, dass ich der Hebel bin“, so Rottstock.
„Ich verspüre natürlich Wehmut“
Die Entscheidung sei ihm schwergefallen, schließlich sei er fast 31 Jahre lang für die SG aktiv gewesen – als Spieler, als Vorstandsmitglied und zuletzt als Trainer. „Ich habe hier Höhen und Tiefen erlebt, die mich geprägt haben. Da schluckt man eine solche Entscheidung natürlich nicht einfach weg, sondern verspürt natürlich Wehmut“, sagte Rottstock. Letztendlich gehe es aber nicht um seine Person und seinen Namen, sondern darum, „aus den letzten acht Spielen das Optimale herauszuholen“. Mit anderen Worten: den Verbleib in der Westfalenliga. Die nötige fußballerische Qualität dafür hätten seine jetzt ehemaligen Spieler. Das womöglich größte Problem der jungen Mannschaft sei die ungewohnte Situation, der durch die Niederlagen entstandene Druck. „Die Burschen sind alle noch recht jung und größtenteils Eigengewächse. Die haben in den letzten Jahren sowohl im Jugendbereich als auch bei den Senioren fast nur Erfolge und Aufstiege gefeiert“, sagte Rottstock.
Hoffnung auf neuen Schub
Umso wichtiger sei es, dass Mannschaft und Trainer im Abstiegskampf noch enger zusammenrücken. Uneingeschränkt zueinander stehen. Eben jenes Gefühl habe er aber zuletzt vermisst, erklärte Rottstock. Und deswegen habe er sich dazu entschieden, sich früher als gedacht von der SG Finnentrop/Bamenohl, „seinem“ Verein, zu verabschieden. „Wenn die Mannschaft jetzt nochmal einen Schub kriegt, dann ist doch am Ende alles gut.“
Am Sonntag, 10. April, gastiert die SG Finnentrop/Bamenohl bei BV Westfalia Wickede, einem weiteren direkten Kontrahenten im Kampf gegen den Abstieg. Die Gastgeber stehen auf Rang drei und damit direkt vor der Spielgemeinschaft, die mit 22 Zählern aktuell einen Punkt weniger geholt hat. Co-Trainer Mike Schrage und der Sportliche Leiter Fabian Schmidt coachen die Grün-Schwarzen am Sonntag interimsmäßig. Die Partie in Wickede wird um 15 Uhr angepfiffen. (pri)
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