Melina Schöttes und Benjamin Selter glänzen bei Wasalauf in Schweden

Zwei Ausnahmetalente aus dem Kreis Olpe


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Benjamin Selter und Melina Schöttes beim Vasalauf in Schweden. von privat
Benjamin Selter und Melina Schöttes beim Vasalauf in Schweden. © privat

Kreis Olpe. Benjamin Selter vom TV Attendorn und Melina Schöttes vom SC Oberhundem haben es am Sonntag, 7. März, bis ins Ziel des wohl berühmtesten und größten Langlaufereignisses weltweit geschafft - dem schwedischen Wasalauf.


Die Distanz von 90 Kilometern brachten beide in einer unglaublichen Zeit hinter sich. „Klar waren die Bedingungen gut und mit einem schnellen Rennen konnte man rechnen“, erläutert Andreas Schöttes, der als Betreuer vor Ort und an der Strecke stand. „Die letztendlich gelaufenen Zeiten aber hatte niemand eingeplant.“

4 Stunden und 3 Minuten zeigte die Uhr, als Benjamin Selter den Zielbogen passierte. Damit lief er im 97. Wasalauf die absolut schnellste Zeit, die je ein Läufer aus NRW erreicht hat.

4:34 Stunden lautete das Ergebnis von Melina Schöttes, die damit seit Sonntag sogar den deutschen Wasarekord der Frauen hält, denn bisher gab es keine deutsche Skilangläuferin, die die original Wasastrecke über 90 Kilometer schneller gelaufen war.

Top Ergebnisse der Vorjahre zahlen sich aus

Dabei hatte es am Winterbeginn bei weitem nicht nach solch einem Highlight ausgesehen. Coroanabedingt mussten fast alle Skimarathons abgesagt und die geplanten Rennen ad acta gelegt werden. Lediglich der Profibetrieb war aufrecht erhalten worden.

Genau dadurch aber wendete sich das Blatt für die beiden Ausnahmeathleten aus dem Kreis Olpe. Beide bekamen aufgrund ihrer Top-Ergebnisse aus den vergangenen Jahren einen Platz im Zipps-Profiteam und konnten so bereits im Januar mit der Mannschaft in der Schweiz und in Italien an den Start gehen.

Benjamin Selter, Andreas Schöttes und Melina Schöttes (von links). von privat
Benjamin Selter, Andreas Schöttes und Melina Schöttes (von links). © privat

Auch am Sonntag standen sie Seite an Seite mit Olympiasiegern und Weltcupläufern. Auch das Team Zipps bekam prominente Unterstützung durch Thomas Bing, der kurz zuvor noch bei der Weltmeisterschaft in Oberstdorf für Deutschland am Start war.

Kräftezehrender erster Anstieg

Es waren vor allem die schnellen Norweger, Schweden und Russen, die von Anbeginn das Tempo machten. Die Temperaturen stimmten, der Himmel strahlte in Blau aber ein heftiger Wind mit leichtem Flugschnee in den Loipen machte den Sportlern ein wenig zu schaffen.

Gleich zu Beginn ging es in den ersten steilen Anstieg, der schon an den Kräften zerrte. „Nach etwa zehn Kilometern hatte ich dann meinen Rhythmus gefunden“, erläutert die angehende Physiotherapeutin. Und dieses Tempo stand sie durch. Lag sie bei ihrem Einstand vor zwei Jahren noch eine runde Stunde hinter der Spitze, so hatte sie diese Mal den Abstand zur Siegerin Lina Korsgren auf 42 Minuten verkürzt. Damit wurde sie am Ende, genau wie 2019, wieder beste Deutsche und 43. im Gesamtklassement.

Selter ist sechstbester Deutscher

Ganze 34 Minuten trennten Benjamin Selter vom ehemaligen norwegischen Weltmeister Tord Asle Gjerdalen. Damit kam er nicht nur als 184. Im erlesenen Feld sondern auch als sechsbester Deutscher insgesamt ins Ziel.

„Nach knapp 50 Kilometern hatte ich kurzzeitig ein kleines Tief“ berichtet der 24 jährige Student „ aber die langen Trainingseinheiten in der Vorbereitung haben sich letztendlich mehr als ausgezahlt.“ „Es ist schon ein Unterschied ob man 50 oder eben 90 Kilometer läuft“, ergänzt Melina Schöttes.

Im nächsten Jahr wollen beide wieder am Start stehen, mit den Profis und hoffentlich auch wieder mit 16 000 weiteren Leistungssportlern und den Zuschauern am Rand. Ob das Rennen für beide der Saisonabschluss ist, oder noch eine Deutsche Meisterschaft in Oberwiesenthal stattfindet, klärt sich in den nächsten Tagen.

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