Heggen: 15-jähriger Nachwuchspilot mit 57 Kilometer langem Segelflug


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Heggen. Dem erst 15-Jährigen Jonas Rode vom Luftsportclub Attendorn-Finnentrop (LSC) ist am Freitag, 11. Mai, ein 57 Kilometer langer Streckenflug geglückt. Er war mit dem Segelflugzeug des Typs Phoebus C am Flugplatz Attendorn-Finnentrop gestartet. Die Landung, die gleichzeitig Abschluss und Höhepunkt der Segelflugausbildung war, erfolgte schließlich in Brilon.


Im Alter von gerade einmal 13 Jahren hatte Rode seine Segelflugausbildung beim LSC begonnen. Er wollte es seinem Vater gleich machen, der ebenfalls seit vielen Jahren Pilot im Verein ist. Ehrgeizig absolvierte Jonas in den folgenden Jahren Abschnitt für Abschnitt seiner Ausbildung. Mit gerade mal 14 Jahren steuerte er bereits zum ersten Mal allein ein Segelflugzeug. Die Theorieprüfung bestand er  2017 in allen Prüfungsfächern beim ersten Versuch. „Mit glänzendem Ergebnis“, wie der Verein mitteilte.

Um sich nun zur praktischen Prüfung anmelden zu können, benötigt jeder Segelflugschüler einen bestätigten Streckenflug über mindestens 50 Kilometer. Der Flug muss alleine, also ohne Fluglehrer, und ohne technische Hilfsmittel wie etwa einem Navigationsgerät geflogen werden. Hierbei zeigte der noch Flugschüler, dass er nicht nur die Steuerung des Segelflugzeugs gut beherrschte, sondern auch über ausreichende meteorologische Kenntnisse und einen guten Orientierungssinn verfügt. Denn schließlich verließ der Pilot nun zum ersten Mal alleine seine ihm aus der Flugausbildung bekannte Landschaft.
Orientierung an Autobahnen oder Bundesstraßen
Aus einer Perspektive, aus der Autos und Häuser wie winzig kleine Spielzeuge teilweise nur noch schemenhaft zu erkennen sind, muss man sich an großen, markanten Objekten wie Autobahnen und Bundesstraßen, Seen, Funktürmen oder sehr großen, auffälligen Gebäuden orientieren um sein Ziel im Auge zu behalten. Gleichzeitig muss man das Gelände und die Wolken nach möglichen Anzeichen für Thermik absuchen, denn mit einem einfachen Gleitflug ist eine solche Strecke nicht zu schaffen. Immer wieder musste Rode die aufsteigenden Luftmassen finden und nutzen, um eine ausreichende Flughöhe zu erreichen.

Dabei hielt er auch permanent Ausschau nach geeigneten Landeflächen, denn spielt das Wetter einmal nicht wie vorhergesagt mit, muss eine Landung auch schon mal auf einem Feld oder einer großen Wiese erfolgen, was bei Streckenfliegern keine Seltenheit ist. Der Gedanke, lieber eine sichere Landung auf geeignetem Untergrund hinzulegen, als mit übertriebenem Ehrgeiz sein geplantes Streckenziel zu erreichen und dabei ein Sicherheitsrisiko einzugehen, wird beim LSC bereits in der Ausbildung deutlich eingeprägt.
Praktische Prüfung steht aus
Der Flug von Rode verlief jedoch planmäßig und konnte somit erfolgreich auf dem Briloner Fluglatz beendet werden. Er kann sich nun zur praktischen Prüfung anmelden und nach bestandener Prüfung pünktlich zu seinem 16. Geburtstag im Juni als Segelflugpilot mit Lizenz an dieses aufregende Streckenflugerlebnis anknüpfen und dabei ganz Deutschland aus der Vogelperspektive erkunden.
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