Zum Welthospiztag: „Es soll einfach schön sein und nicht protzig“

So gemütlich ist es schon im Elisabeth-Hospiz


  • Lennestadt, 14.10.2023
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Martin Schäfer, Geschäftsführer des Hospizvereins, zeigt, wie es aktuell im St. Elisabeth-Hospiz aussieht. Der rechte Flügel ist fertig, im linken laufen die Bauarbeiten noch. von Tine Schmidt
Martin Schäfer, Geschäftsführer des Hospizvereins, zeigt, wie es aktuell im St. Elisabeth-Hospiz aussieht. Der rechte Flügel ist fertig, im linken laufen die Bauarbeiten noch. © Tine Schmidt

Altenhundem. Deutlicher kann der Unterschied nicht sein: Während der rechte Trakt im Elisabeth-Hospiz schon im neuen Gewand erscheint, befindet sich der linke, alte Trakt noch im Rohbau. Zum Welthospiztag am Samstag, 14. Oktober, hat LokalPlus mal hinter die Türen geschaut, wie der Bau voranschreitet.


Die erste Veränderung ist schon beim Eintreten ins Foyer offensichtlich: Ein heller, modernen Bereich wurde geschaffen, in dem die Besucher empfangen werden. „Ist das nicht schön geworden“, öffnet Geschäftsführer Martin Schäfer die Tür voller Stolz.

Die ersten Pläne zur Vergrößerung gab es bereits im November 2020. Während der erste Bauabschnitt nun seit Juni fertig ist, folgt aktuell der nächste. Hinter einer dicken Tür wird im linken Flügel noch gebohrt und gestemmt. Hier soll bis Februar/März alles fertig sein, ist Schäfer optimistisch. Es gebe einen strikten Zeitplan.

St. Elisabeth-Hospiz von Tine Schmidt
St. Elisabeth-Hospiz © Tine Schmidt

Vom Einfangbereich geht es die U-förmige Etage aber erst mal rechts entlang. Hier befindet sich der neu gestaltete Trakt. Helle und freundliche Flure mit Decken aus Holzgeflecht zaubern direkt ein freundliches Bild. Fünf Gästezimmer gibt es hier.

Und die bieten absolute Gemütlichkeit: Kalkputz mit pflanzlichen Ornamenten an den Wänden, individuell dimmbare Deckenbeleuchtung, neue Böden, ein neues Bad, Rollläden und neue Türen, die einen Gang auf den Balkon ermöglichen.

Immer den Blick in die Natur

„Also hier ist es wirklich schön. Da fühlt man sich richtig wohl“, sagt eine Bewohnerin und verweist auf den Blick auf den Wald draußen. Wenn sie im Bett liegt, habe sie immer den Blick in die Natur.

Martin Schäfer erklärt, dass in den Nischen Schlafsofas für Angehörige zur Verfügung stehen. Das Elisabeth-Hospiz sei seines Wissens nach das einzige in Deutschland, das eine Art Hotelbetrieb anbiete. Angehörige können hier übernachten. Sogar eine Küche nur für die Gäste und Angehörigen steht schon bald zur Verfügung.

Zusammen dem Architekturbüro Raumzenit aus Schmallenberg wurde auf viele Kleinigkeiten geachtet. So gibt es in den Zimmern unter anderem eine magnetische Wand für Bilder, damit nicht immer gebohrt werden müsse. Auch der Kalkputz wurde bewusst gewählt. Er ist einfach abwaschbar und somit eine hygienische Lösung, so Schäfer.

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Der erste Bauabschnitt ist seit dem Sommer fertig und in fünf neuen Zimmern gibt es Platz für Gäste.

Er betont, dass sich diese Investition (rund 4 Millionen Euro) definitiv gelohnt habe. Aktuell stünden 35 Menschen auf der Wartelisten und 15 Anfragen seien noch offen. Die Dringlichkeit sei definitiv da. Martin Schäfer ist der Meinung: „Egal, wie man als Mensch gelebt hat, man muss doch am Ende des Lebens das Recht haben, in Würde zu gehen.“

Auf dem langen Flur sind neben den fünf Zimmern Nutz- und Lagerräume vorhanden, beispielsweise für Wäsche. „Endlich gibt es mehr Platz“, sagt Schäfer.

Beim Bau des Hospizes damals wurde Wert auf die Unterbringung gelegt, nicht aber auf Nutzflächen und Lagermöglichkeiten. Das sei nun mit Verlegung der Außenmauer optimiert worden. Der Flügel wurde baulich verbreitert, um für mehr Platz und Lagermöglichkeiten zu sorgen.

Gemütliches Wohnzimmer mit Leseecke

Herzstück des Flügels ist das neu gestaltete Wohnzimmer, das aktuell noch von den Mitarbeitern genutzt wird. Gerade wird hier mit einem Gast gemeinsam gefrühstückt. „Ich wurde hier mit offenen Armen empfangen“, sagt er. „Es gibt nichts, was man hier noch besser machen kann.“

Eine Mitarbeiterin fügt hinzu, dass die neuen Räume auch für sie und das Team zum Wohlbefinden beitragen. In erster Linie gehe es immer um die Menschen, die hier auf ihrem letzten Weg begleitet werden. Und da wolle man natürlich eine gemütliche Umgebung schaffen.

Noch hängen die Kabel von der Decke. Bald entsteht hier der neue Bereich für die Mitarbeiter. von Tine Schmidt
Noch hängen die Kabel von der Decke. Bald entsteht hier der neue Bereich für die Mitarbeiter. © Tine Schmidt

Von den Bauarbeiten im gegenüberliegenden Flügel auf der Hufeisen-förmigen Etage bekommen alle nur wenig mit. Hier entsteht dann ein separater Bereich für die Mitarbeiter. Übergangsweise müssen die noch in dem neuen Flügel arbeiten und dort ihre Pausen machen.

Aktuell wird die Decke abgehängt und ein Durchbruch gemacht. Dann kommen noch neue Böden, Fliesen in den Bädern und jedes Zimmer wird wieder individuell, gemütlich gestaltet. Auf dem Flur wird es dann hoffentlich ab nächstem Frühjahr sechs weitere Zimmer für Gäste geben, die hier ihren letzten Weg mit Würde gehen können.

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