Wo Hilfe direkt ankommt: Zu Besuch beim Weihnachts-Warenkorb in Altenhundem
Mit Engagement und Herzblut - ein tolles Team
- Lennestadt, 15.12.2021
- Verschiedenes
- Von Kerstin Sauer
Altenhundem. Jeder Warenkorb ist besonders. Doch dieser liegt allen noch ein bisschen mehr am Herzen. Es ist der dritte Mittwoch im Dezember: Weihnachts-Warenkorb in der Volksbank-Arena Sauerlandhalle. LokalPlus hat den vielen fleißigen, ehrenamtlichen Helfern einmal über die Schulter geschaut.

„Heute können wir richtig großzügig sein“, ruft eine Helferin freudestrahlend und blickt sich im kleinen Saal um. Das Angebot ist riesig dank der Aktionen am vergangenen Wochenende: Bei der „1 Teil mehr“-Aktion im HIT-Markt in Altenhundem kamen sage und schreibe 17 Einkaufswagen an Spenden plus 1.000 Euro im aufgestellten Sparschwein zusammen. Und auch aus dem Dornseifer-Markt in Welschen Ennest konnte dank spendenfreudiger Kunden ein ganzer Anhänger voll Waren nach Altenhundem geliefert werden.
All‘ diese Spenden sind nun auf zahlreiche Tischgruppen im kleinen Saal der Sauerlandhalle verteilt: Brot und Gebäck ganz oben vor Kopf, Öl, Butter, Mehl und Milch direkt am Eingang, an der linken Wand reihen sich Kleidungsstücke aneinander und rechts sind Suppen und Eintöpfe gestapelt.

Daneben steht der Tisch von Liesel Überlacker aus Bilstein und Margret Heinze aus Kirchveischede: Hygiene- und Drogerieartikel werden dort ausgegeben. „Es ist soviel zusammengekommen dieses Mal“, freut sich Liesel Überlacker. Seit acht Jahren gehört die Bilsteinerin zum Warenkorb-Team und erinnert sich gerne an die Anfänge: „Ich wollte auch im Ruhestand weiter Kontakt zu Menschen haben, das war ich gewohnt. Daher habe ich mich für den Warenkorb entschieden.“
Ebenso wie etwa zur gleichen Zeit Margret Heinze, die den Warenkorb zusammen mit ihrem Mann Hubert unterstützt. „Wir sind jeden Monat dabei“, erzählt sie. Natürlich, so gibt sie zu, sei der Warenkorb-Tag anstrengend, man sei von morgens bis abends auf den Beinen: aufbauen, ausgeben, abbauen. Aber: „Wenn wir nach Hause gehen, dann wissen wir: Das war wieder ein voller Erfolg.“
Dass dieses Ehrenamt so ausfüllend ist, liegt vor allem an den Bedürftigen, die jeden dritten Mittwoch im Monat zum Warenkorb kommen: „Über die Jahre hat man eine Verbindung zu ihnen aufgebaut, kennt ihre Geschichten“, erzählt Liesel Überlacker. Die meisten von ihnen seien höflich und zurückhaltend.
An eine Begebenheit erinnert sie sich besonders gerne: „Wir hatten kleine bunte Fingernägel im Angebot, die eine Frau für ihre Tochter mitgenommen hat. Beim nächsten Mal hat sie uns ein Foto von ihrer Tochter mit den Nägeln gezeigt – das Kind hatte sich so gefreut.“

Apropos Kind: Beim Weihnachts-Warenkorb wird vor allem an die Kinder der bedürftigen Familien gedacht. 170 Haushalte, so erzählt Ulla Baumhoff vom Warenkorb-Team, kämen etwa jeden Monat, viele davon seien kinderreiche Familien. Und da Weihnachten vor der Tür steht, wurde extra für die Kinder ein Weihnachtsgeschenke-Raum bestückt:
Für jedes Kind bis zehn Jahre, aufgeteilt nach Jungs und Mädchen, hat der Elternrat des Kindergartens Schatzkiste eine Geschenktüte zusammengestellt. Für die Größeren gibt es Gutscheine, zusätzlich reihen sich auf den Tischen Puzzles, Spiele und Kuscheltiere aneinander.
Ulrike Bödefeld aus Kirchveischede freut sich darauf, wenn die Kinder diesen Raum betreten: Sie gehört erst seit Anfang Mai zum Warenkorb-Team, hat zuvor 32 Jahre lang im ambulanten Dienst der Caritas gearbeitet. Zum ersten Mal wird sie heute sehen, wie die Augen der Kinder angesichts dieser vielen Geschenke und Spielsachen strahlen werden.

„Hier kommt die Hilfe direkt an“, sagt sie und weiß: „Wir jammern immer viel auf hohem Niveau. Jeder sollte mal hier zum Warenkorb kommen – dann weiß man vieles wieder mehr zu schätzen.“
Mitten im Gewusel stehen Jochen Dolle, der das Warenkorb-Team seit zehn Jahren unterstützt und für die Finanzen zuständig ist, und Walter Kuchinke aus Welschen Ennest: Der 84-Jährige ist einer der Gründungsmitglieder des Warenkorbs und seit 20 Jahren mit Leib und Seele dabei. Während er den Anhänger aus Welschen Ennest auslädt, guckt Jochen Dolle, ob alles startklar ist für die Öffnung des Warenkorbs.
„Der Weihnachts-Warenkorb ist schon etwas besonderes“, sagt der Altenhundemer. Nicht nur wegen der Kinder, die glücklich gemacht werden: „Hier sieht man, wie die Hilfe unmittelbar bei den Menschen ankommt.“
Rund 55 Helfer unterstützen den Altenhundemer Warenkorb, knapp 30 von ihnen regelmäßig. Ein tolles Team, betont Liesel Überlacker und blickt zufrieden in die Runde: Da macht Helfen doch einfach nur Freude.

