Von Düsseldorf nach Kirchveischede: Acht Linden finden ein neues Zuhause

Vor der Motorsäge gerettet


Rita Balve-Epe (CDU-Ratsfrau) und Familie Ewers (Mitinitiatoren, Häuslebauer und Imker) freuen sich schon jetzt auf das erste Grün der Linden und die bunten Wildblumen am Wegesrand. von privat
Rita Balve-Epe (CDU-Ratsfrau) und Familie Ewers (Mitinitiatoren, Häuslebauer und Imker) freuen sich schon jetzt auf das erste Grün der Linden und die bunten Wildblumen am Wegesrand. © privat

Kirchveischede. Seit wenigen Wochen säumen Linden in Kirchveischede den Verbindungsweg vom Radenberg bis zum Neubaugebiet auf dem ehemaligen Dollen Feld. Dahinter steckt eine nicht alltägliche Geschichte, die ein Beispiel für eine Reihe von glücklichen Umständen ist und im Ergebnis dafür sorgt, dass der Weg zwischen Wendemöglichkeit bis zur Gebetsgrotte jetzt durch acht Linden begleitet wird.


Doch nun der Reihe nach: Ein junger Kirchveischeder erfuhr berufsbedingt von diesen acht haushohen Bäumen, die im Zuge einer Baumaßnahme in Düsseldorf am Rhein entfernt werden sollten. Umgehend erreichte diese Meldung den Ort, verbunden mit der Frage: „Könnt ihr etwas mit den Bäumen anfangen?“

Schnelle Entscheidungen auf kurzem Dienstweg

Jetzt galt es schnell einige Dinge zu klären, Absprachen zu treffen und vor allem beherzt zu handeln, wartete sonst doch der Shredder oder die Motorsäge auf die ca. zehn Jahre alten Bäume. Nach Schätzung von Experten hat jeder Stamm übrigens einen Wert von etwa 600 Euro und ist „in einwandfreiem, tadellosen Zustand“.

In einer gemeinsamen Absprache zwischen den Initiatoren, den Mitarbeitern des städtischen Bauhofes, dem Grundstückseigentümer und den Nachbarn sowie den Kirchveischeder Ratsmitgliedern wurden die Standorte festgelegt.

Per Lkw ins Sauerland

Schnell fiel die Wahl auf den Weg, der als Spazierweg durch die weitere Bebauung des Neubaugebietes und seine sonnige Ausrichtung mit tollem Blick in das Veischedetal bereits jetzt stark frequentiert wird. Notwendige Absprachen waren schnell erledigt, die Bäume wurden per Lkw von Düsseldorf angeliefert.

Ein paar Tage später rückten Mitarbeiter des städtischen Bauhofes an und pflanzten die Linden, deren Ballen ca. 250 Kilogramm schwer sind, fachmännisch ein, verzurrten sie und statteten alle Bäume mit einem grünen Wassersack aus, aus dem die Bäume tröpfchenweise das Wasser bekommen. Zwischen den Linden wurde die Erde aufgearbeitet und Wildblumensamen wurden ausgestreut.

Auch die Bienen freuen sich

Die Initiatoren hoffen nun, dass die Bäume gut anwachsen und ausreichend gewässert werden. Alle wünschen, dass hierdurch eine ökologisch hochwertige Verbindung zwischen Wohnbebauung und Wald entstehen wird. Nicht zuletzt freuen sich die Bienen, für die Familie Ewers hier einen neuen Bienenstand neben seinem Neubau plant, auf den hochwertigen Nektar der Linden.

Rita Balve-Epe (CDU-Ratsfrau): „Der Weg ist durch die Verlegung eines Stromkabels derzeit schlecht begehbar. Inzwischen liegt die Zusage des Tiefbauamtes der Stadt vor, den Weg mit einer feinen Deckschicht wieder vernünftig herzurichten.“.

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