Voller Ratssaal beim Vortrag über Fluchtursachen

Referent Thomas Gebauer


Zahlreiche Zuhörer verfolgten den Vortrag von Thomas Gebauer im Ratssaal des Lennestädter Rathauses. von privat
Zahlreiche Zuhörer verfolgten den Vortrag von Thomas Gebauer im Ratssaal des Lennestädter Rathauses. © privat

Lennestadt. Thomas Gebauer, Geschäftsführer der Stiftung medico international, hat jetzt im Rathaus der Stadt Lennestadt einen Vortrag über die Ursachen gehalten, die Menschen dazu bringen, aus ihrer Heimat zu flüchten.


Ausgangspunkt seiner Überlegungen war die Forderung, nicht die Geflüchteten zurückzuweisen, sondern die Ursachen für deren Fluchtnotwendigkeiten überflüssig zu machen. Dabei geriet die Entwicklungspolitik der Bundesrepublik und der EU in die Kritik, die „nicht den Ländern Afrikas oder Südamerikas zu Gute kommt, sondern sich an den Bedürfnissen der Industrieländer der Nordhalbkugel orientiert; Maßstab der Entwicklungshilfe ist nicht die Idee der Solidarität mit wirtschaftlich Schwächeren, sondern die Profiterwartung der Geberländer“, heißt es in der Pressemitteilung zu der Veranstaltung.
Solidarität
Als eine Lösungsmöglichkeit zeigte Gebauer die Neuorientierung der Beziehung europäischer Staaten zu den Ländern der sogenannten Dritten Welt auf der Basis des Menschenrechtes auf: Solidarität zu üben mit den Schwachen. Dazu heißt es: „Politisches Handeln im Sinne des Gemeinwohls in den Bereichen des Gesundheitswesens, Schule und Bildung müsste statt einer Forderung nach zunehmender Privatisierung in diesen Ländern – und auch in Europa - im Mittelpunkt stehen.“

In der anschließenden Aussprache unter Moderation von Dr. Gregor Kaiser war es dem Referenten wichtig zu betonen, dass die Prozesse nicht kurzfristig Erfolge bringen können. Ein Bewusstseinswandel sei in den europäischen Gesellschaften notwendig, um solidarisches Engagement anstelle des dominierenden Konkurrenzdenkens zu erreichen. 
Sammlung brachte 600 Euro
Als Dank für den Vortrag überreichte Bürgermeister Hundt dem Referenten einen Korb mit Lennestädter Spezialitäten und eine Spende der Stadt an die Stiftung medico international. Dabei kündigte er an, dass im Lennestädter Haushalt für das laufende Jahr ein Betrag von 40.000 Euro eingestellt sei, mit dem in einem afrikanischen Land eine Schule gebaut und gefördert werden solle. Eine Sammlung unter den Zuhörern aus Anlass der aktuellen Katastrophe in Mocambique durch den Wirbelsturm erbrachte mehr als 600 Euro.
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