Urige Gemütlichkeit auf dem letzten Weg: Umbau im Hospiz schreitet voran
LokalPlus zu Besuch auf der Baustelle, die Großes erahnen lässt
- Lennestadt, 15.09.2022
- Verschiedenes
- Von Kerstin Sauer
Altenhundem. Seit Monaten wird im St.-Elisabeth-Hospiz Altenhundem gefühlt rund um die Uhr gearbeitet, denn: Das Hospiz wird endlich erweitert. Von den sechs bestehenden Gästezimmern soll auf elf aufgestockt werden. LokalPlus war zu Besuch auf der Baustelle, wo schon jetzt zu sehen ist: Was hier entsteht, ist einfach wunderbar.

Kabel baumeln aus der Decke. Nackte Betonwände und -böden. Baumaterialien, Werkzeuge, Staub, soweit das Auge reicht. Im neuen, rechten Flügel des St.-Elisabeth-Hospizes in Altenhundem herrscht absolute Baustelle. Doch wenn Martin Schäfer (Geschäftsführer Hospizverein), Dorothee Loos (Sekretariat) und Gabi Hohmann (stellv. Leiterin) die Pläne der Architekten herausholen und von den geplanten Vorhaben berichten, entsteht schnell das Bild eines heimeligen, lichtdurchfluteten Wohnortes.
Um dem dringenden Bedarf nach mehr Plätzen gerecht zu werden, hatte der Hospizverein bereits im November 2020 bekannt gegeben: Wir vergrößern. Ein gigantisches Vorhaben, das aber, da sind sich die Verantwortlichen sicher, dank der großen Spendenbereitschaft der Bevölkerung umsetzbar ist.
Viele Hürden mussten genommen, Pläne aktualisiert, Gedanken neu sortiert werden. Jetzt, fast zwei Jahre später, ist man den Wünschen einen Riesen-Schritt näher gekommen. Während das bestehende Hospiz von den Arbeiten noch ausgenommen ist, geht es im gegenüberliegenden Flügel auf der Hufeisen-förmigen Etage umso mehr zur Sache. „Gerade sind die Fenster eingesetzt worden“, berichtet Martin Schäfer beim Rundgang durch die Baustelle.

Von dem langen Flur der ehemaligen Senioren-WG zweigen nach rechts sechs Gästezimmer ab. Auch wenn hier noch kein Boden verlegt, keine Wand gestrichen, kein Möbelstück aufgebaut ist, so beeindrucken die leeren Räume schon alleine durch ihre großen Fensterfronten, ihre verwinkelten Nischen und den Blick Richtung Altenhundem.
„Alleine von der Installation her ist der Umbau natürlich eine große Herausforderung“, weiß Martin Schäfer, und Gabi Hohmann erklärt: „Wir brauchen Anschlüsse für Sauerstoff und für den Alarm.“

Vier Zimmer sollen bald dem Wunsch der Gäste gerecht werden, ihre Angehörigen auf dem letzten Weg in ihrer Nähe zu haben: Die Größe dieser Räume lässt es zu, dass in einer Nische ein Angehörigenbereich mit Sitzecke entsteht.


Martin Schäfer zeigt die Pläne des Architekturbüros Raumzenit aus Schmallenberg, die für die Innenausstattung verantwortlich sind. „Wir haben uns für erdige, natürliche Töne entschieden“, erklärt Gabi Hohmann. Vinylböden in Holzoptik und warme Farben vermitteln ein Gefühl von Urigkeit und Gemütlichkeit. Die Einrichtung, so fügt Dorothee Loos hinzu, sei genau durchdacht: Das Bett wird so gestellt, dass der Gast durch die großen Fenster nach draußen sehen kann, die Angehörigen gleichzeitig immer in der Nähe weiß.
Auf der linken Seite des Flurs reihen sich die Nutz- und Lagerräume aneinander: Hier sollen Wasch- und Umkleideräume sowie Besucher-Toiletten entstehen. Dort, wo vorher winzige Balkone lagen, wurden die Mauern nach außen gesetzt, um mehr Platz zu schaffen – mit Erfolg. In den neu entstandenen Räumen haben die Mitarbeiter demnächst genug Platz, um ihre Arbeiten zu verrichten.
Schmuckstück des neuen Flügels soll – wie auch im bestehenden Hospiz – das große Wohnzimmer am Ende des Gangs werden. Mit Leseecke zur einen Seite, Terrassentüren zum geplanten Wintergarten auf der anderen Seite.
Martin Schäfer, Gabi Hohmann und Dorothee Loos sind begeistert, wie weit die Arbeiten schon fortgeschritten sind. „Ein großes Lob an die Handwerker – hier ist immer jemand am arbeiten“, betont Martin Schäfer. Die Kosten hat der Geschäftsführer immer fest im Blick: Schnell sei klar gewesen, dass aufgrund steigender Wasser-, Strom- und Gaspreise die geplanten Kosten um 500.000 Euro steigen würden. Und auch die steigenden Zinsen machen dem Hospizverein zu schaffen: Sie alleine schlagen mit weiteren 280.000 Euro zu Buche.
Doch Team und Hospizverein sind sich absolut einig: Dieses Projekt ist wichtig – für die Mitarbeiter, für die Gäste und ihre Angehörigen. „Unsere Warteliste ist so lang“, sagt Gabi Hohmann und fügt ernst hinzu: „Alleine gestern Morgen hatte ich fünf Anfragen für einen Platz bei uns im Hospiz. Ich musste allen absagen.“
Der Zeitplan
Geschäftsführer Martin Schäfer hofft, dass die neuen Räume bis Ende des Jahres soweit fertig gestellt sind, dass die Gäste aus dem bestehenden Hospiz dorthin ziehen können. Dann werden verschiedene Arbeiten im „alten“ Hospiz verrichtet: Der Besucherraum wird zum Dienstzimmer, dafür wird der bestehende Dienstbereich, der derzeit an die Küche angegliedert ist, ganz dorthin verlagert. Außerdem sollen die ersten beiden Gästezimmer zusammengefügt werden, damit auch hier ein großer Raum mit Angehörigenbereich entsteht.
Läuft alles nach Plan, soll im Frühsommer 2023 mit der Teilaufstockung des Gebäudes für die Verwaltung begonnen werden.




