„Stimmung und Gefühl irgendwie ganz weit weg und tief vergraben“
Kommunionkinder in Corona-Zeiten
- Lennestadt, 21.03.2021
- Dies & das
Meggen. Wie läuft eine Kommunionvorbereitung in Corona-Zeiten? Wie halten die „Tischmütter“ den Kontakt zu den Kindern, die eigentlich schon im vergangenen Jahr zur Kommunion hätten gehen sollen. Ramona Hufnagel aus Meggen schildert ihre Erfahrungen:

„Die großen Augen der Kinder schauen uns über den Masken an. Über ein Jahr ist es her, dass wir uns das letzte Mal mit den Kommunionkindern getroffen haben. Als wir in der Endphase unserer Vorbereitungen für die erste heilige Kommunion waren, kam der Lockdown und dann ging auch für diese Gruppe nichts mehr.

Mit den Lockerungen in der zweiten Jahreshälfte entschied sich die eine Hälfte der Kinder im September zur Kommunion zu gehen, die andere Hälfte wollte warten. Diese Hälfte wollte die Fastenzeit, den Kreuzweg, die Ostervorbereitungen erleben - und die Hoffnung. Hoffnung, dass es im Frühjahr 2021 besser ist. Aber irgendwie hatte keiner damit gerechnet, dass die Zeit uns so zu Fall bringt.
Nun stehen wir hier, Ende März mit sieben Kommunionkindern. Das Fest, auf das sie sich im letzten Jahr so intensiv vorbereitet hatten, die Stimmung, das Gefühl - irgendwie ganz weit weg und tief vergraben. Genau dieses Gefühl hatten wir auch, als wir „Tischmuttis“ uns im Vorfeld getroffen hatten. Schwierig, da wieder anzuknüpfen, wo wir im letzten Jahr aufgehört hatten.


Und wie sollen wir das den Kindern vermitteln, wenn es uns auch fehlt? Die zentrale Frage war, wie können wir den Kindern das Gefühl und die Stimmung zurückgeben? Was können wir machen, damit es eine schöne Kommunion wird, an die sie sich gerne zurück erinnern? Was geht und was geht nicht?
Etwas für andere machen, das geht ja immer. In der kleinen Gruppe können wir Palmzweige binden. Kleine Handsträuße für die Gemeinde und jedes Kommunionkind eins für sich selbst. Dabei können wir dann ihre Bedeutung erzählen. Mit Feuereifer machen sich die Meggener Kommunionkinder daran, die kleinen Sträuße zu binden.
Dabei reden sie über all das, was sie beschäftigt. Wie still es oft war, zu Hause ohne Freunde und Schule. Ein klein wenig kommt in dieser Gruppenstunde das Gefühl zurück und mit der Anprobe der Gewänder, den Familiengottesdiensten, vielleicht ein Ostergarten im Garten des Pastors könnte es gelingen. Es gibt Möglichkeiten und es gibt Wege. Und das Ziel sind strahlende Kinderaugen, wenn sie endlich ihre Kommunion am 18. April feiern dürfen.“

Die fertigen Palmsträuße werden in den Kirchen ausgelegt.
